Am 6. Oktober wurde der Afroamerikaner Simran Gordon von Polizisten in einem Supermarkt erschossen. Die Familie von Gordon zweifelt an der Version der Beamten.
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Letitia James, Generalstaatsanwältin des Staates New York, spricht auf einer Pressekonferenz. (Archivbild) - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Anfang Oktober wurde ein Afroamerikaner in Rochester bei einem Polizeieinsatz erschossen.
  • Angehörige bezweifeln die Darstellung der Beamten nach Veröffentlichung eines Videos.

Die Familie des von der Polizei erschossenen Afroamerikaners Simran Gordon fordert eine offizielle Untersuchung. Dies, nach Veröffentlichung eines Videos des Vorfalls durch die US-Behörden.

Familie von Afroamerikaner bezweifelt Version der Polizei

Das Video «lässt uns mit mehr Fragen zurück, als es beantwortet», so Yousef Taha, der Anwalt der Familie. Dies sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Das Video stammt von Körperkameras der Beamten. Mehrere Familienmitglieder bezweifeln die Darstellung des Vorfalls der Polizei.

Der 24-jährige Gordon war am 6. Oktober bei einem Polizeieinsatz in einem Supermarkt in Rochester im Bundesstaat New York erschossen worden. Die Beamten geben an, er habe das Feuer eröffnet. In den Videos ist zu sehen, wie der junge Mann vor den Polizisten flüchtet, bevor mehrere Schüsse zu hören sind.

Rochester-Polizei in der Kritik

Die Veröffentlichung des Videos sei «kein Ausdruck einer Meinung über die Schuld oder Unschuld einer Partei». Dies unterstrich die Generalstaatsanwältin des Staates New York, Letitia James. Die Polizei in Rochester war zuletzt wegen mehrerer gewaltsamer Einsätze zumeist gegen Schwarze in die Kritik geraten.

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Demonstranten gehen untergehakt durch die Stadt Rochester. Der Tod von Afroamerikaner Daniel Prude löste im vergangenen Jahr heftige Proteste aus. - sda - Keystone/FR171451 AP/Adrian Kraus

Im September 2020 kam es zu einer Protestwelle wegen des Todes von Afroamerikaner Daniel Prude. Die Polizisten hatten 41-Jährigen Handschellen angelegt, eine Spuckhaube aufgesetzt und seinen Kopf auf den Boden gedrückt. Prude war beim Einsatz nackt und unbewaffnet, zudem stand er unter Drogeneinfluss. Ein Gerichtsmediziner stufte seinen Tod als Mord ein, aber ein Geschworenengericht lehnte ein Verfahren gegen einen der beteiligten Beamten ab.

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