Affenpocken: Renommierter Forscher schmuggelt Viren in die USA

Simon Ulrich
Simon Ulrich

USA,

Der renommierte Forscher Vincent Munster soll 113 Ampullen ohne Genehmigung in die USA gebracht haben. Aktive Erreger wurden bisher nicht entdeckt.

Mpox
In Detroit fanden Ermittler biologische Proben aus Afrika. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Virusforscher Vincent Munster steht in den USA im Zentrum eines Strafverfahrens.
  • Er und ein Kollege sollen biologische Proben aus Afrika illegal eingeführt haben.
  • Den Forschern drohen Haft, Geldstrafen und schwere Folgen für ihre Karriere.

Der bekannte Virusforscher Vincent Munster steht in den USA im Zentrum eines Strafverfahrens, wie US-Medien berichten.

Der Vorwurf gegen den den 53-jährigen Niederländer: Er soll zusammen mit seinem Kollegen Claude Kwe biologische Proben aus Afrika ohne Genehmigungen eingeführt und die Behörden getäuscht haben.

Ermittler finden 113 Probenampullen

Die beiden Forscher wurden am 25. Januar 2026 bei der Einreise am Flughafen Detroit kontrolliert. In einem grossen schwarzen Plastikkoffer fanden Ermittler 113 Probenampullen in Styroporboxen. Angegeben waren zuvor Diagnose- und Testgeräte.

Nach FBI-Angaben enthielten 17 untersuchte Ampullen deaktiviertes Mpox-Virus, also Affenpocken. Eine weitere Probe enthielt den Windpocken-Erreger Varizella-Zoster, zwei Proben menschliche DNA. Bisher wurden erst 20 der 113 Ampullen untersucht.

Munster leitet am Rocky Mountain Laboratory in Montana eine Forschungsgruppe für Virusökologie. Das Labor gehört zu den US-National Institutes of Health.

Munster gilt international als prominenter Virologe und veröffentlichte Studien zu Ebola, MERS, Influenza und SARS-CoV-2. Claude Kwe arbeitet in seinem Team.

Forschern drohen mehrere Jahre Haft

Aktive Krankheitserreger sollen die Forscher nach bisherigem Stand nicht eingeführt haben. Der Vorwurf lautet auf illegale Einfuhr biologischer Proben und falsche Angaben gegenüber Behörden.

Laut Ermittlern soll Munster auf Fragen zu fehlenden Papieren gesagt haben: «I do this all the time». Er tue das also ständig.

Jennifer Runyan, Leiterin des FBI-Büros in Detroit, sagte: «Kein Forscher sollte glauben, dass sein beruflicher Status ihn über das Gesetz stellt.»

Die Anwälte der Beschuldigten äusserten sich zunächst nicht. Bei einer Verurteilung drohen den Forschern laut US-Medien mehrere Jahre Haft, Geldstrafen und Folgen für ihre wissenschaftliche Karriere.

Kommentare

User #2695 (nicht angemeldet)

Die Mpox-Befürworter können sich impfen lassen.

User #2362 (nicht angemeldet)

Sehr affig.

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