Neues System verlangt mehr Zeit für Grenzkontrollen an Flughäfen
Flugreisende aus den USA oder Grossbritannien müssen sich bei der Einreise in die Schweiz teilweise über eine Stunde gedulden. Grund dafür ist ein neues europäisches Grenzkontrollsystem.

Die Ein- und Ausreisen in oder aus dem Schengenraum werden durch das neue sogenannte Entry-/Exit-System (EES) erfasst. Dabei werden alle Personen kontrolliert, die nicht über einen Reisepass eines EU-Staates, Norwegens, Islands, Liechtensteins oder der Schweiz verfügen.
Das System wurde über Monate schrittweise implementiert und ist seit dem 10. April im gesamten Schengenraum in Kraft. Bisher wurden 90 Millionen Personen registriert, wie Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration, am Donnerstag in Luxemburg nach einem Schengen-Rat vor den Medien sagte. Das seien rund zwei Millionen Registrierungen pro Woche.
38'000 Personen sei die Einreise verweigert worden, wovon 1000 ein Sicherheitsrisiko darstellten. Gemäss dem Österreicher ist das EES für die Sicherheit der EU «unglaublich wichtig».
Da alle Nachbarländer der Schweiz Teil des Schengenraums sind, wird hierzulande das System lediglich an den Flughäfen und bei Flügen, die aus ausserhalb des Schengenraums kommen, angewendet. In Genf ist das seit Oktober 2025 und in Zürich seit November 2025 der Fall.
«Im Zusammenhang mit EES kam es und kann es weiterhin zu längeren Wartezeiten bei der Grenzkontrolle kommen», teilte eine Sprecherin des Flughafens Zürich Anfang der Woche der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Grund dafür sei, dass bei der Ersteinreise von Drittstaatsangehörigen ohne gültige Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz oder einem anderen Schengen-Staat nach den Vorgaben der EU ein persönliches Dossier erstellt werde.
Erfasst würden etwa Personalien, Reisedokumentdaten sowie biometrische Daten. Dafür ist am Zürcher Flughafen die Kantonspolizei Zürich zuständig. «Der Prozess ist entsprechend zeitintensiv», so die Sprecherin des Flughafens weiter.
Grundsätzlich laufe das System stabil und zuverlässig. In seltenen Fällen käme es aber zu Wartezeiten von einer und bis zu zwei Stunden. Dies sei insbesondere bei einer gebündelten Ankunft mehrerer Flüge aus ausserhalb des Schengen-Raums der Fall. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Abläufe mit zunehmender Routine weiter verbessern.
Am Flughafen Genf ist es bei grossem Reiseaufkommen im Januar und Februar aufgrund von Skiferien zu längeren Wartezeiten gekommen. «Am schwierigsten Tag betrug die Wartezeit zweieinhalb Stunden», sagte ein Sprecher des Flughafens auf Anfrage. An solchen Tagen würden über 70'000 Passagiere den Flughafen nutzen.
In Genf ist anders als in Zürich das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) für die Kontrollen zuständig. Auf Anfrage teilte dieses mit, dass das EES global gesehen gut funktioniere. Das System habe aber die Kontrollzeiten verlängert, so eine Sprecherin des BAZG. Die Prozesse würden jedoch laufend optimiert.






