Krieg

200 Beschwerden: Vorgesetzte rechtfertigen Iran-Krieg mit Religion

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

USA,

Eine Non-Profit-Organisation hat über 200 Beschwerden von US-Soldaten erhalten. Kommandeure sollen den Iran-Krieg mit religiöser Rhetorik gerechtfertigt haben.

USA Soldaten
US-Kommandeure sollen laut Beschwerden von US-Soldaten den Iran-Krieg mit religiöser Rhetorik gerechtfertigt haben. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer US-Non-Profit-Organisation haben sich über 200 US-Soldaten beschwert.
  • Ihre Kommandeure sollen den Iran-Krieg mit Religion gerechtfertigt haben.
  • Demnach sei der Iran-Krieg «Gottes Plan» und die Rückkehr von Jesus würde bevorstehen.

Das Mullah-Regime im Iran rechtfertigt viele seiner Handlungen mit extremistischer Religion. Aber auch hochrangige Militärkommandeure der US-Armee verwenden offenbar religiöse Rhetorik zur Rechtfertigung des Iran-Krieges.

Dies geht aus zahlreichen Beschwerden hervor, die bei einer amerikanischen Non-Profit-Organisation eingegangen sind. Die Military Religious Freedom Foundation (MRFF) hat über 200 Beschwerden von Soldaten erhalten.

Die Klagen stammen aus verschiedenen Armeegattungen der USA. Betroffen sind Marines, die Luftwaffe und die Space-Force. Ein Unteroffizier berichtet der MRFF von problematischen Aussagen seines Vorgesetzten.

US-Kommandeur: Iran-Krieg ist «Gottes Plan»

In der Beschwerde, die dem «Guardian» vorliegt, habe der Kommandeur die Soldaten dazu aufgefordert, den Iran-Konflikt religiös zu deuten. Er sprach von «Gottes Plan» und machte Aussagen in Bezug auf das «Armageddon und die bevorstehende Wiederkunft Jesu Christi».

«Er sagte, dass ‹Präsident Trump von Jesus gesalbt wurde, um das Signalfeuer in Iran zu entzünden.›» Dies solle demnach das Armageddon auslösen und die Rückkehr von Jesus Christus markieren.

Die Beschwerde wurde im Namen von 15 Soldaten eingereicht. Darunter befinden sich elf Christen, ein Muslim und eine jüdische Person. Der unabhängige US-Journalist Jonathan Larsen hatte zuerst über die Beschwerden, die bei der MRFF eingegangen waren, berichtet.

Die Beschwerdeführer sehen ihre Religionsfreiheit verletzt. Sie kritisieren die Vermischung von militärischen Befehlen und religiöser Indoktrination.

Solche Aussagen verletzen die Trennung von Kirche und Staat

MRFF-Präsident Mikey Weinstein sieht einen Anstieg von christlichem Extremismus im Militär, wie der «Guardian» weiter schreibt. Die Beschwerdeführer berichteten demnach von «uneingeschränkter Euphorie» ihrer Kommandeure.

Diese betrachteten den Iran-Konflikt als «biblisch legitimierten» Krieg. Weinstein betont, dass solche Aussagen die Trennung von Kirche und Staat verletzten.

Findest du die US-israelischen Angriffe auf den Iran richtig?

Die MRFF setzt sich dafür ein, dass alle Angehörigen der US-Streitkräfte die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit erhalten.

Die Organisation wurde 2005 von Weinstein, einem ehemaligen Offizier der US-Luftwaffe und Juristen, gegründet. Dies, nachdem er und seine Familie in der US-Armee Diskriminierung aufgrund ihres jüdischen Glaubens erlebt hatten.

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