Bernmobil entfernt Abfahrtsanzeige – Kritik
Abfahrtsanzeigen gibt es bei Bernmobil nicht an jeder Haltestelle. Wenn eine wegfällt, gibt es Kritik.

Das Wichtigste in Kürze
- Bernmobil entfernt die Abfahrtsanzeige an der Haltestelle Brunnhof.
- Damit sollen Kosten gespart werden.
- Bernmobil baute bereits 60 Billettautomaten ab.
Der Berner Politiker Manuel C. Widmer (Grüne Freie Liste) ist hässig: «Erst die grosse Abfahrtstafel weg. Dann den Ticketautomaten weg. Dann die kleine Ersatzabfahrtstafel weg», schreibt er auf Facebook.
Er spricht von einer «Service-Wüste».

Dazu teilt er ein Foto von der Haltestelle Brunnhof. «Bernmobil hat die Echtzeitsanzeige an dieser Haltestelle entfernt», steht auf einem Schild.
Gegenüber dem BärnerBär klärt der Berner ÖV-Betreiber auf, beim entfernten Abfahrtsanzeiger handle es sich nicht um eine klassische LED-Anzeige. Sondern um ein «sogenanntes E-Paper».
Bilettautomaten zeigen jetzt Abfahrten an
Diese seien nur testweise an wenigen Haltestellen montiert worden. Jetzt würden sie «ab nächstem Jahr nicht mehr weiter betrieben, da sie sich nicht bewährt haben».
Die Echtzeitabfahrten seien dennoch weiterhin zugänglich, heisst es. Seit diesem Jahr würden sie «auf allen Screens der rund 300 Ticketautomaten» angezeigt. «Darunter sind auch viele Haltestellen, die vorher keine solche Anzeige besessen haben.»

Die Anzeigen auf den Touchscreens der Automaten seien «mit dem E-Paper vergleichbar».
Konkret sei das E-Paper an der Haltestelle Brunnhof stadteinwärts am 12. Mai entfernt worden.
Anlass dafür seien Werkleitungsarbeiten an der Schwarztorstrasse gewesen. In diesem Zusammenhang hätte der Netzanschluss erneuert werden müssen.
Kosten «völlig unverhältnismässig»
Die Kosten wären jedoch «völlig unverhältnismässig gewesen, um nur eine E-Paper-Anzeige zu betreiben».
Deshalb habe sich Bernmobil entschieden, «auf den Netzanschluss zu verzichten und diese Anzeige zu demontieren».
Zudem erfülle die Haltestelle Brunnhof «bei weitem» die Kriterien nicht, um eine reguläre Abfahrtsanzeige zu rechtfertigen.
Auch ein Ticketautomat fehle dort «aufgrund der tiefen Nutzung».
Weitere Rückbauten von Abfahrtsanzeigern sind aktuell nicht geplant. Grundsätzlich halte man an Anzeigen «an gut frequentierten Haltestellen» fest.
Gleichzeitig verweist der ÖV-Betreiber auf Alternativen: Echtzeitinformationen seien «problemlos auf den gängigen ÖV-Apps wie der ÖV Plus App oder SBB App» abrufbar.
Kritik wie jene vom Politiker Manuel C. Widmer sei nicht ungewöhnlich, so Bernmobil: «Zu Beginn gibt es bei jedem Rückbau verständlicherweise vereinzelt negative Rückmeldungen, weil eine gewohnte Leistung fehlt.»
Erfahrungsgemäss würden diese Reaktionen jedoch «rasch nachlassen».
Bernmobil baute 60 Billettautomaten ab
Im vergangenen Jahr baute Bernmobil 60 Billettautomaten ab, um Kosten zu sparen. Betroffen waren vor allem Automaten am Stadtrand.
«Automaten, die kaum gebraucht werden und einen tiefen Umsatz aufweisen, werden aus Kostengründen nicht mehr erneuert», hiess es.
Pro Automat kann auf eine 13'000 Franken teure Modernisierung verzichtet werden.
Heisst also: Bernmobil sparte mit dem Abbau insgesamt rund 780'000 Franken ein.
Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisierte diesen Entscheid scharf und schrieb auf Facebook: «Wir fordern dass alle weiterhin problemlos ein Billett kaufen können – ganz ohne Umwege, Smartphone oder Kreditkarte!»
















