Nachhaltigkeit: Ist unser Essverhalten klimaschädlicher als früher?

    Redaktion
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    Bern,

    Wir essen anders als unsere Grosseltern. Und zwar bequemer, internationaler und das ganze Jahr über. Ist unser Essverhalten dadurch klimaschädlicher als früher?

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    Das Essverhalten bestimmt auch das Klima. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ernährung ist in der Schweiz der grösste Treiber der Umweltbelastung.
    • Immerhin zeigt sich eine positive Entwicklung: Der Fussabdruck pro Kopf ist gesunken.
    • Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, achtet auf Saison, Herkunft und weniger Abfall.

    Wie wir in der Schweiz essen, hat sich in einer Generation stark gewandelt. Fertiggerichte, Lieferdienste und Angebote rund ums Jahr prägen heute den Alltag.

    Gleichzeitig stehen Klima und Nachhaltigkeit so oft auf der Agenda wie selten zuvor. Belastet unser Teller das Klima heute stärker als früher?

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    Früher wurde das Essen frisch gekocht und weniger landete im Abfall. - Depositphotos

    Ein Blick zurück hilft beim Einordnen. Früher war die Küche enger an Saison und Region gebunden.

    So waren beispielsweise Erdbeeren im Winter die Ausnahme und nicht die Regel. Tomaten und Spargel kamen dann, wenn sie bei uns reif wurden. Vieles wurde frisch gekocht, und weniger landete im Abfall.

    Werfen Sie viel Nahrungsmittel weg?

    Ernährung als Hauptfaktor der Umweltbelastung

    In den späten 1980er-Jahren konsumierte die Schweizer Bevölkerung noch mehr als 70 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr.

    Laut dem Bundesamt für Statistik waren es 2024 knapp 50 Kilogramm, also rund 20 Kilogramm weniger. Hier hat sich schon etwas durch unseren Ernährungswandel getan, aber dennoch bleibt die Klimabilanz heikel.

    Wie das Bundesamt für Umwelt in einer Studie von 2026 schreibt, ist die Ernährung mit einem Anteil von 30 Prozent der grösste Verursacher der konsumbedingten Umweltbelastung pro Person. Dahinter folgen das Wohnen mit 25 Prozent und die private Mobilität mit rund 13 Prozent.

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    Im Vergleich zu früher essen wir heute deutlich weniger Fleisch. - Depositphotos

    Interessant ist die Entwicklung über die Zeit. Laut derselben Studie sank der gesamte Umwelt-Fussabdruck pro Person zwischen 2000 und 2023 um 21 Prozent. Pro Kopf belasten wir die Umwelt heute also etwas weniger als noch um die Jahrtausendwende. Trotzdem liegt der Wert weiterhin klar über dem, was der Planet langfristig verträgt.

    Ein grosser Teil unserer Belastung fällt im Ausland an, im Jahr 2023 waren es rund 77 Prozent. Dieser Anteil ist seit dem Jahr 2000 gewachsen, damals waren es erst 64 Prozent. Über die Hälfte der Lebensmittel wird importiert. Damit verlagern wir einen Teil der Folgen über die Grenze, wo wir sie kaum bemerken.

    Nachhaltigkeit: Was hat sich konkret verändert?

    Heute essen wir häufiger auswärts und greifen öfter zu Verarbeitetem. Exotische Früchte und beispielsweise Tiefkühlware sind heute ganzjährig erhältlich. Lange Transportwege und gekühlte Lager kosten zusätzlich Energie.

    Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit Resten. Weggeworfenes verschwendet alle Ressourcen, die zuvor in ein Lebensmittel geflossen sind. Je später in der Kette etwas im Abfall landet, desto mehr Belastung steckt bereits darin.

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    Nachhaltigkeit: Food Waste ist heute ein wichtiges Thema geworden. (Symbolbild) - Depositphotos

    Pflanzliche Alternativen sind heute breit verfügbar und werden öfter gewählt. Vegetarische und vegane Gerichte gehören in vielen Kantinen zum Standard. Regionale Labels und Hofläden verzeichnen mittlerweile auch einen Zulauf. So kaufen wir beispielsweise gerne beim Bauern um die Ecke ein, als alles im Laden.

    Gleichzeitig importieren wir mehr und verlagern einen Teil der Folgen ins Ausland. Wer auf Saison, Herkunft und weniger Abfall achtet, gewinnt am meisten für die Nachhaltigkeit. Das galt früher und gilt heute genauso.

    Ist Essen heute also klimaschädlicher als früher? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Pro Kopf ist der Fussabdruck leicht gesunken, und beim Fleisch sind wir zurückhaltender geworden.

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