Gesundheit Aargau: So bleiben Kinder in der Infektzeit gesund

Marcel Winter
Marcel Winter

Aarau,

Kaum sind die Ferien vorbei, kämpfen viele Familien mit Schnupfen und Fieber. Warum trifft es Kinder so oft und was hilft wirklich gegen die Infektwelle?

Gesundheit Aargau
Gesundheit Aargau: Wie bleiben Kinder in der Infektzeit gesund? - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Schulstart steigt in der Schweiz das Risiko für Infekte bei Kindern.
  • Einfache Gewohnheiten wie Händewaschen schützen vor Ansteckung.
  • Wer genug schläft, kann seine Immunabwehr stärken.

Nach den Sommerferien füllen sich Schulhäuser, Kindergärten und Horte in der ganzen Schweiz wieder. Jeder war in den Ferien und hat etwas zu erzählen.

Kinder sitzen eng beisammen, teilen Stifte und spielen gemeinsam auf dem Pausenplatz. Genau dann beginnt auch die Infektzeit.

Husten, Schnupfen und Fieber machen die Runde, oft schneller, als Eltern lieb ist. Für viele Familien ist der Herbst die anstrengendste Zeit des Jahres. Umso wertvoller ist es, die wichtigsten Schutzfaktoren zu kennen.

Sind Ihre Kinder nach dem Schulstart oft krank?

Warum kleine Kinder so oft erkranken

Kleine Kinder stecken sich deutlich häufiger an als Erwachsene. Ihr Immunsystem muss die meisten Erreger erst noch kennenlernen. Im Schulalltag kommen viele Kontakte und wenig Abstand dazu. In Kitas und mit Geschwistern kursieren die Viren zusätzlich.

Gesundheit Aargau
Kleinere Kinder erkranken zwar etwas öfter, aber auch in der Schule können Infekte auftreten. - Depositphotos

Wie das Bundesamt für Gesundheit 2024 zeigt, ist die Altersgruppe der null- bis vierjährigen Kinder am stärksten betroffen. In der Spitzenwoche lag die Rate bei rund 374 grippeähnlichen Konsultationen pro 100'000 Personen dieser Altersklasse.

Insgesamt führte die Saison 2023/2024 schweizweit zu etwa 355'000 ambulanten Arztbesuchen wegen akuter Atemwegsinfekte. Mehrere Infekte pro Saison sind in diesem Alter völlig normal.

Händehygiene als einfachster Schutz

Helfen kann schon ganz einfache Händehygiene. Viele Erreger wandern über Türklinken, Tische und Spielsachen weiter. Regelmässiges Händewaschen mit Seife unterbricht diese Kette zuverlässig. Bringen Sie Ihrem Kind bei, die Hände rund 20 Sekunden gründlich einzuseifen.

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Die Vermeidung von Krankheiten wird durch Händewaschen unterstützt. - Depositphotos

Erinnern Sie kleinere Kinder anfangs ruhig mehrmals täglich daran. Besonders wichtig sind die Momente vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette.

Eigene Taschentücher gehören nach einmaligem Gebrauch direkt in den Abfall. Auch das Niesen in die Armbeuge statt in die Hand hilft enorm.

Genug Schlaf stärkt die Abwehr

Schlaf wird gern unterschätzt, dabei ist er ein stiller Schutzfaktor. Wie die Universität Bern 2024 in einem Forschungsbeitrag darlegt, ist der Schlaf am immunologischen Gedächtnis beteiligt. Er hilft dem Körper, sich an Erreger zu erinnern und rascher zu reagieren.

Schlaf
Gesundheit Aargau: Schlafen kann das Immunsystem stärken. - Depositphotos

Schulkinder brauchen je nach Alter etwa neun bis elf Stunden Schlaf pro Nacht. Feste Zeiten zum Zubettgehen geben dem Tag eine verlässliche Struktur. Bildschirme am Abend stören den Schlaf und gehören rechtzeitig weggelegt. Guter Schlaf hilft Kindern so, gesund durch die Infektzeit zu kommen.

Bewegung, frische Luft und ein gutes Znüni

Bewegung an der frischen Luft tut dem Immunsystem nachweislich gut. Schon der Schulweg zu Fuss bringt Kinder täglich in Schwung. Auch regelmässiges Lüften im Klassenzimmer senkt die Virenlast in der Raumluft. Achten Sie zu Hause auf ausgewogene Mahlzeiten mit Gemüse und Früchten.

Gesundheit
Ein gutes Frühstück ist gut für den Körper und sorgt dafür, dass man in den Tag startet und Energie hat. - Depositphotos

Ein farbiges Znüni mit Obst liefert Vitamine für den langen Vormittag. Ein ausgewogenes Frühstück bringt Energie für die ersten Schulstunden.

Vitamin D ist im Winter knapp, weshalb sich ein Gespräch mit der Kinderärztin lohnt. Warme Kleidung im Zwiebelprinzip hält Kinder auf dem Schulweg trocken. Solche kleinen Gewohnheiten bringen Kinder gesund durch die Infektzeit.

Stress runterfahren und Pausen einplanen

Auch der Kopf spielt bei der Abwehr mit. Stress kann das Immunsystem von Kindern schwächen. Ein voller Stundenplan mit Schule, Sport und Musik fordert viel.

Planen Sie deshalb bewusst freie Nachmittage ohne festes Programm ein. Kurze Pausen, Spielen und einfach einmal nichts tun wirken erstaunlich stärkend.

Impfen und kranke Kinder zu Hause behalten

Die Grippeimpfung ist für Kinder mit chronischen Erkrankungen besonders sinnvoll. Offene Fragen klären Sie am besten mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt. Halten Sie zudem das kantonale Impfprogramm Ihres Wohnorts im Blick.

Impfung
Gegen einige Krankheiten kann man sich vorab impfen lassen. - Depositphotos

Kranke Kinder bleiben zu Hause, statt mit Fieber zur Schule zu gehen. Wer krank in die Klasse kommt, steckt rasch viele andere an. Bei hohem Fieber, Atemnot oder anhaltender Müdigkeit gehört ein Kind ärztlich abgeklärt.

Gesundheit Aargau: Kleine Routinen mit grosser Wirkung

Keine dieser Massnahmen verlangt einen grossen Aufwand. Den Unterschied machen die täglichen Gewohnheiten über die Wintermonate hinweg: Hände waschen, früh ins Bett, raus an die Luft und ausgewogen essen.

Unterschied
Kleine Routinen machen den Unterschied, wie schnell man wieder gesund wird. - Depositphotos

Diese vier Bausteine begleiten Kinder verlässlich gesund durch die Infektzeit. Eltern müssen dabei nicht perfekt sein, sondern einfach dranbleiben. Gemeinsame Rituale geben dem Familienalltag zusätzlich Halt und Sicherheit. Schon kleine Anpassungen zahlen sich über die ganze kalte Jahreszeit aus.

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