Gesundheit Aargau: Warum Händehygiene auch im Herbst wichtig bleibt

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    Aarau,

    Im Herbst häufen sich Atemwegsinfekte. Gründliches Händewaschen senkt das Ansteckungsrisiko. Aber nur dann, wenn Dauer und Technik stimmen.

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    Händehygiene ist auch im Herbst wichtig. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Händewaschen mit Seife verringert die Übertragung von Krankheitserregern.
    • Die Hände sollten 20 bis 30 Sekunden lang gründlich eingeseift werden.
    • Händehygiene ergänzt weitere Schutzmassnahmen wie Lüften und empfohlene Impfungen.

    Im Sommer denken die wenigsten Menschen an Viren und Bakterien, doch mit den ersten kühlen Morgen ändert sich das meist ziemlich schnell. In Büros, Schulzimmern und im öffentlichen Verkehr wird plötzlich wieder deutlich häufiger gehustet, geniest und geschnäuzt als noch im August. Viele greifen dann zu Tee, Vitaminpräparaten oder warmen Socken, um die eigene Gesundheit gut durch die kalte Jahreszeit zu bringen.

    Eine einfache und wissenschaftlich gut belegte Massnahme ist dabei das gründliche Waschen der Hände. Es hilft, Krankheitserreger zu entfernen und deren Weitergabe im Alltag zu verringern.

    Waschen Sie sich oft die Hände?

    Atemwegsinfekte nehmen ab dem Herbst deutlich zu

    Im Herbst beginnt in der Schweiz die Zeit, in der viele Atemwegsinfekte häufiger auftreten. Wie das Bundesamt für Gesundheit in seinem Jahresbericht von 2025 zeigt, fiel die Grippewelle 2024/2025 besonders kräftig aus.

    Hochgerechnet gab es im Berichtszeitraum 2024/2025 schweizweit rund 570'000 Arztkonsultationen wegen akuter Atemwegsinfekte. Darin enthalten waren rund 300'000 Konsultationen wegen grippeähnlicher Erkrankungen.

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    Gesundheit Aargau: Im Herbst gibt es oft eine Welle an Atemwegsinfekte. - Depositphotos

    Insgesamt waren es laut BAG rund 46 Prozent mehr Konsultationen wegen Atemwegsinfekten als im Vorjahreszeitraum.

    Neben Influenza fanden die Fachleute in rund 18 Prozent der untersuchten Sentinella-Proben Rhinoviren, also klassische Erkältungsviren. Die höchste Rate an Arztkonsultationen wegen solcher Infekte hatten Kleinkinder bis vier Jahre.

    Gesundheit: Warum die Hände eine zentrale Rolle spielen

    Viele Erreger von Atemwegsinfekten verbreiten sich über Tröpfchen und feinste Partikel in der Luft, sogenannte Aerosole. Je nach Erreger ist auch eine Übertragung über Hände und verunreinigte Gegenstände möglich. Händewaschen allein bietet deshalb keinen umfassenden Schutz vor Atemwegsinfekten.

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    Türen können mit Krankheitserregern verunreinigt sein. - Depositphotos

    Türgriffe, Haltestangen im Tram, Einkaufswagen oder gemeinsam genutzte Tastaturen können mit Krankheitserregern verunreinigt sein. Von dort gelangen sie über die Finger an die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen. Das geschieht meist ganz unbewusst, etwa beim Reiben der Augen oder beim kurzen Griff an die Nase während einer Sitzung.

    Wie lange Erreger auf Oberflächen ansteckend bleiben, hängt unter anderem vom Virustyp und den Umgebungsbedingungen ab. Besonders widerstandsfähig sind Noroviren. Sie verursachen vor allem in den kühleren Monaten heftige Magen-Darm-Infekte und verbreiten sich innerhalb von Familien oft sehr rasch. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife hilft, ihre Übertragung zu verhindern.

    So gelingt das richtige Händewaschen

    Entscheidend ist nicht nur, wie oft die Hände gewaschen werden, sondern auch wie gründlich das tatsächlich geschieht. Zuerst werden die Hände unter fliessendem Wasser vollständig nass gemacht und danach sorgfältig mit Seife eingerieben.

    Dabei sollten auch die Handrücken, die Zwischenräume der Finger, die Daumen, die Fingerkuppen und die Fingernägel nicht vergessen werden.

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    Händewaschen bringt nur dann etwas, wenn es richtig gemacht wird. - Depositphotos

    Das gründliche Einseifen sollte 20 bis 30 Sekunden dauern. Anschliessend wird die Seife gründlich abgespült, bevor die Hände mit einem sauberen Tuch sorgfältig abgetrocknet werden. Wichtig auch wieder hier, zwischen den Fingern ebenfalls abtrocknen, dort sammeln sich gerne Erreger.

    In öffentlichen Toiletten lässt sich der Wasserhahn am besten mit einem Papiertuch oder mit dem Ellbogen schliessen. Wichtig ist das Händewaschen vor allem nach dem Toilettengang, nach dem Nachhausekommen, vor dem Essen und nach dem Naseputzen. Auch nach einer Fahrt mit Bus, Zug oder Tram lässt es sich gut in die Alltagsroutine einbauen. Ideal ist es, ein kleines Desinfektionsmittel mit dabei zu haben.

    Desinfektionsmittel und Hautpflege nicht vergessen

    Unterwegs ist nicht immer ein Lavabo in der Nähe, etwa auf dem Wochenmarkt, am Bahnhof oder bei einer Herbstwanderung. In solchen Fällen kann ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein. Es ersetzt das Waschen bei sichtbarem Schmutz jedoch nicht.

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    Neben dem Händewaschen kann es auch helfen, Desinfektionsmittel zu nutzen. - Depositphotos

    Gegen gewisse Erreger wie Noroviren wirken viele handelsübliche Produkte zudem nur eingeschränkt. Wasser und Seife sind hier besonders wichtig. Bei Desinfektionsmitteln sollten die angegebene Wirksamkeit und die Anwendungshinweise beachtet werden.

    Wer sich im Herbst oft die Hände wäscht, sollte auch an die richtige Pflege der Haut denken. Kalte Luft im Freien und trockene Heizungsluft in den Innenräumen setzen den Händen in dieser Jahreszeit zusätzlich zu. Trockene Haut kann spannen und schmerzhafte Risse entwickeln. Eine rückfettende Handcreme hilft bei Bedarf auch tagsüber und nach dem Händewaschen.

    Kleine Gewohnheit mit grosser Wirkung

    Händehygiene ersetzt weder empfohlene Impfungen noch regelmässiges Lüften oder das Zuhausebleiben bei Krankheit, sie ergänzt diese Massnahmen jedoch auf sinnvolle Weise. Zudem kostet sie kaum Zeit und wenig Geld, was sie für Menschen jeden Alters zu einer gut umsetzbaren Gewohnheit macht.

    Hände waschen
    Eltern können ihren Kindern beim Händewaschen ein gutes Vorbild sein. - Depositphotos

    Familien mit kleinen Kindern profitieren besonders, wenn der Nachwuchs das Händewaschen früh als festen Bestandteil des Tagesablaufs lernt. Eltern können dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

    Wer im Herbst ältere Angehörige im Heim oder im Spital besucht, sollte ebenfalls konsequent auf saubere Hände achten. Dabei gelten die Hygienevorgaben der jeweiligen Einrichtung.

    Bei Erkältungssymptomen sollte ein Besuch möglichst verschoben werden. Gerade für ältere Menschen mit Vorerkrankungen können Atemwegsinfekte zu einer ernsthaften Belastung werden.

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