Gesundheit Aargau: Vorsorgeuntersuchungen im Herbst machen
Kürzere Tage, bald volle Wartezimmer: Warum sich der Herbst besonders für Vorsorge eignet und welche Kontrollen viele in der Schweiz noch immer auslassen.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor der Grippesaison im Herbst lassen sich wichtige Vorsorgeuntersuchungen einplanen.
- Viele Risikopersonen verzichten auf die Grippeimpfung.
- Auch die Haut, Zähne und Augen sind wichtig und sollten untersucht werden.
Wenn die Tage kürzer werden, rückt die eigene Gesundheit wieder stärker in den Fokus. Der Herbst bietet einen guten Anlass, den Impfstatus und anstehende Vorsorgeuntersuchungen zu überprüfen. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt allerdings vom persönlichen Risiko und den bisherigen Befunden ab.
Grippeimpfung: Ab Mitte Oktober ist der richtige Zeitraum
Die Grippeimpfung ist eine der wichtigsten Massnahmen im Herbst. Vor allem für Menschen ab 65 Jahren sowie für Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Empfohlen wird sie ausserdem für Schwangere sowie für Personen, die in Familie oder Beruf regelmässig engen Kontakt zu Risikogruppen haben.

Der empfohlene Zeitraum beginnt Mitte Oktober und endet mit dem Beginn der Grippewelle. Menschen ab 65 Jahren sollten vorzugsweise einen Hochdosis-Impfstoff erhalten, da dieser Impfstoff im Alter einen besseren Schutz bietet.
Blutdruck und Cholesterin prüfen lassen
Beim Impftermin in der Hausarztpraxis kann auch besprochen werden, welche Vorsorgeuntersuchungen anstehen. Dazu gehört je nach Situation beispielsweise eine Blutdruckmessung, da Bluthochdruck häufig lange unbemerkt bleibt.
Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022 waren 20 Prozent der über 15-jährigen Bevölkerung von Bluthochdruck betroffen oder nahmen Medikamente dagegen ein. Bei den über 65-Jährigen lag der Anteil bei 49 Prozent. Die Ergebnisse wurden 2023 veröffentlicht.

Die gleiche Befragung zeigt, dass 46 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen ihre Cholesterinwerte innerhalb eines Jahres kontrollieren liessen. Den Blutdruck prüften im selben Zeitraum dagegen 73 Prozent der Männer und 81 Prozent der Frauen. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Vorsorgelücke ableiten, denn jährliche Cholesterinkontrollen sind nicht für alle Menschen notwendig.
Ob Cholesterin, Blutzucker oder Nierenwerte untersucht werden sollten, richtet sich nach Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und persönlichem Risiko. Umfangreiche Bluttests ohne konkreten Anlass sind nicht grundsätzlich sinnvoll. Auch eine routinemässige Vitamin-D-Messung wird bei Menschen ohne entsprechende Risikofaktoren nicht empfohlen.
Darmkrebs-Vorsorge ab 50 Jahren
Die Grundversicherung übernimmt für Frauen und Männer zwischen 50 und 74 Jahren die Kosten für die Darmkrebs-Früherkennung. Entweder wird alle zwei Jahre ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung bezahlt.

Seit dem 1. Juli 2025 liegt die Altersgrenze bei 74 Jahren. Zuvor endete die Kostenübernahme mit 69 Jahren.
Wer im Rahmen eines anerkannten kantonalen Screening-Programms teilnimmt, ist von der Franchise befreit, der Selbstbehalt bleibt jedoch bestehen. Ausserhalb solcher Programme gelten normalerweise Franchise und Selbstbehalt.
Die Probe für den Stuhltest lässt sich bequem zu Hause entnehmen und wird anschliessend im Labor untersucht.
Welches Verfahren geeignet ist und wie die Teilnahme organisiert wird, lässt sich in der Hausarztpraxis oder beim kantonalen Programm klären. Bei einem auffälligen Stuhltest ist eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung erforderlich. Darmkrebs-Früherkennung
Brust, Prostata und Haut im Blick behalten
Frauen ab 50 Jahren erhalten in Kantonen mit einem entsprechenden Programm in der Regel alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie. Die obere Altersgrenze richtet sich nach dem jeweiligen Programm. Auch die gynäkologische Vorsorge lässt sich im Herbst einplanen, wenn eine Kontrolle oder ein Abstrich fällig ist.
Männer können mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob ein PSA-Test für sie persönlich sinnvoll ist. Dabei sollten die möglichen Vorteile sowie die Risiken von Fehlalarmen und Überdiagnosen zur Sprache kommen. Bei erhöhtem familiärem Risiko empfiehlt sich dieses Gespräch bereits ab 40 Jahren.

Ein genauer Blick auf die Haut lohnt sich unabhängig von der Jahreszeit, besonders bei vielen oder auffälligen Muttermalen. Neue auffällige oder veränderte Flecken sollten ärztlich abgeklärt werden. Ob regelmässige dermatologische Kontrollen nötig sind, hängt vom persönlichen Hautkrebsrisiko ab.
Die Augenuntersuchung nicht vergessen
Ab etwa 40 Jahren empfiehlt die Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft eine erste augenärztliche Untersuchung, auch ohne Beschwerden. Denn ein Glaukom, auch Grüner Star genannt, kann lange unbemerkt bleiben und den Sehnerv schädigen.
Eine reine Messung des Augendrucks reicht zum sicheren Ausschluss nicht aus. Wie oft weitere Kontrollen nötig sind, hängt vom Befund und den Risikofaktoren ab.

Gesundheit Aargau: Effektive Zahnvorsorge für gesunde Zähne
Auch Dentalhygiene und regelmässige Zahnkontrollen gehören zur Vorsorge. Die passenden Abstände lassen sich mit der Zahnarztpraxis vereinbaren. Gewöhnliche Zahnbehandlungen und Zahnreinigungen bezahlt die Grundversicherung in der Regel nicht.

Ausnahmen bestehen unter anderem bei bestimmten schweren Erkrankungen. Bei einer Zusatzversicherung lohnt sich deshalb ein Blick in die Vertragsdaten.















