Betreutes Wohnen: Hörgerät, Brille und Gehhilfe mitnehmen?
Hörgerät, Brille und Gehhilfen sind zentrale Hilfsmittel im Alter und sollten beim Wechsel ins betreute Wohnen gezielt mitgeplant und genutzt werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Seh- und Gehhilfen tragen dazu bei, die Unabhängigkeit im Alter zu stärken.
- Beim betreuten Wohnen sollten persönlichen Hilfsmittel eingeplant werden.
Irgendwann merkt man es: Gespräche in einer grösseren Runde werden anstrengender, weil man nicht mehr jedes Wort versteht. Beim Lesen muss man das Buch weiter weg halten – oder näher heranziehen. Und auch die Beine fühlen sich nicht mehr ganz so sicher an wie früher.
Das Älterwerden verändert vieles. Das ist nichts Aussergewöhnliches, sondern gehört zum Leben. Trotzdem sind diese Veränderungen manchmal schwer zu akzeptieren. Vor allem dann, wenn sie die eigene Selbstständigkeit betreffen.
In der Regel kommen ältere Menschen gut alleine zu Recht. Sie wohnen in ihrer eigenen Wohnung, erledigen den Einkauf selbst und pflegen ihre Gewohnheiten.
Doch mit der Zeit wird manches mühsamer. Treppen steigen kostet mehr Kraft. Längere Spaziergänge werden seltener. Und wer schlecht hört, zieht sich vielleicht unbewusst etwas zurück, weil Nachfragen unangenehm sind.
Betreutes Wohnen ist eine gute Option, wenn es alleine zu Hause nicht mehr geht. Doch können wir dann auch unsere Brille, Hörgerät oder Gehhilfe mitnehmen?
Warum Hilfsmittel im Alter wichtig sind
Mit zunehmendem Alter baut der Körper langsam ab. Muskeln verlieren an Kraft, Gelenke werden steifer und die Sinne reagieren empfindlicher. Hilfsmittel werden dann wichtig, damit wir uns sicher bewegen können.

In der Schweiz leben viele ältere Menschen lange selbstständig in den eigenen vier Wänden. Erst wenn der Alltag zu anstrengend wird, entscheiden sich manche für das betreute Wohnen.
In der Regel dürfen je nach Unternehmen private Dinge mit ins neue Zuhause genommen werden. Dazu gehören auch Hör- und Sehhilfen. Unter bestimmten Voraussetzungen auch Gehhilfen.
Wie häufig Hör- und Sehprobleme sind
Laut der «Gesundheits-Taschenstatistik 2025» des Bundesamts für Statistik sind rund 1,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung stark hörbeeinträchtigt. Etwa 1,7 Prozent sind stark in ihrem Sehvermögen eingeschränkt. Besonders betroffen sind Menschen über 65 Jahren.
Auch beim Gehen gibt es Einschränkungen. Rund 0,7 bis ein Prozent der Bevölkerung haben im Alltag deutliche Probleme beim Gehen.
Viele dieser Einschränkungen lassen sich ausgleichen. Hörgeräte, Brillen oder Gehhilfen können uns den Alltag ein klein wenig verbessern.
Hörgeräte im Alltag richtig einsetzen
Hörgeräte verstärken für uns Geräusche und helfen, Gespräche besser zu verstehen. Es wird oft dann benötigt, wenn ein Hörtest nicht so gut ausfällt.

Beim Umzug in betreutes Wohnen können Hörgeräte selbstverständlich mitgenommen werden. Es sind persönliche Geräte, die keine feste Installation brauchen. Wichtig ist, dass genügend Batterien oder geladene Akkus vorhanden sind.
Hilfreich ist auch, wenn das Pflegepersonal im betreuten Wohnen weiss, wie das Gerät funktioniert. Regelmässige Reinigung und Wartung sorgen dafür, dass es zuverlässig arbeitet.
Betreutes Wohnen: Brillen und andere Sehhilfen
Brillen gehören zu den häufigsten Hilfsmitteln überhaupt. Ab dem mittleren Alter brauchen wir oft eine Lesebrille oder Brille für die Ferne.
Neben normalen Brillen gibt es Lupen, spezielle Lesegeräte oder vergrössernde Bildschirme. Auch im betreuten Wohnen kann eine Brille eine wahre Erleichterung im Alltag sein.

Die Sehstärke kann sich im Alter weiter verändern. Wir merken das oft, wenn wir Dinge nicht mehr gut erkennen können. Besonders im Strassenverkehr kann das schnell gefährlich werden. Eine angepasste Brille erleichtert das Lesen, Fernsehen oder Erkennen von Gesichtern.
Gehhilfen geben Sicherheit
Es gibt Gehhilfen in verschiedenen Formen. Ein einfacher Gehstock kann bereits für mehr Stabilität sorgen. Rollatoren bieten noch mehr Sicherheit und eine Sitzmöglichkeit für Pausen. Elektrische Gehhilfen sind bei längeren Strecken eine grosse Unterstützung.

Eine passende Gehhilfe kann Menschen, die Probleme mit Muskeln, Gelenken oder dem Gleichgewicht haben, stark unterstützen. Stürze kommen so seltener vor.
Im betreuten Wohnen sind die Wege in der Regel breit und barrierefrei. So können Rollatoren und andere Hilfsmittel gut genutzt werden. Fragen Sie am besten vorab, ob im betreuten Wohnen eine Gehhilfe mitgenommen werden darf.
Betreutes Wohnen: Was beim Umzug wichtig ist
Der Wechsel ins betreute Wohnen ist ein grosser Schritt und zugleich eine sichere Wahl. Denn: Wenn die Mutter oder der Vater in der eigenen Wohnung stürzt und sich verletzt, ist es meist schon zu spät.
Egal wie sie sich entscheiden: Persönliche Hilfsmittel wie Hörgeräte, Brillen oder Gehhilfen sollten auf jeden Fall mitgenommen werden. Sie gehören zur eigenen Ausstattung und bieten Unterstützung.













