Muri-Gümligen im freien Fall
Die miserable Rückrunde von Muri-Gümligen in der 2. Liga interregional setzt sich gegen Italiana fort. Die Gäste holen drei Punkte. Der Leader stürzt vom Thron.

Im Spätherbst 2025 beendete der FC Muri-Gümligen die Vorrunde nach 13 Spielen mit 37 Punkten und zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Ein beeindruckender Punkte-Schnitt von 2,85.
In den ersten sechs Spielen der Rückrunde holten die Berner Vorörtler nur mickrige vier Punkte: ein Sieg gegen Lyss und ein Unentschieden gegen Ueberstorf. Ergibt einen Punkte-Schnitt von dürftigen 0,66. Auf die ganze Saison gerechnet, würde man damit gegen den Abstieg spielen.
Torgarant verballert Penalty
In der Anfangsphase war von Krise beim FC (noch) nicht viel zu sehen. Muri-Gümligen kontrollierte die Partie, presste hoch und kam zu Chancen.
In der 17. Minute führte ein Freistoss zu Chaos im Sechzehner der AS; deren Verteidigung wusste sich nur mit einem Foul zu helfen. Klarer Fall für den Schiri: Penalty. Muri-Gümligens einstiger Torgarant Floriant Zubaku legte sich das Leder zurecht und scheiterte mit seinem zu unplatziert getretenen Schuss an Gäste-Keeper Qallakaj.
Jetzt war sie da: die Verunsicherung beim Leader. Zwar blieb der Einsatz gross; aber unpräzis die Pässe, die Gümliger liefen ihren Gegnern hinterher. Viele Frust-Fouls verhinderten zudem den Spielfluss und Italiana wurde stärker.
AUFSTELLUNGEN
Muri-Gümligen: Strupler; Wyss, Kurmann, Ucar, Maljisevic (34. Iric), Zubaku (81. Ajebon), Rebronja (69. Likaj), Vranovci, Andrejevic, Kabashi (86. Neziri), Pinto (64. Konopek)
AS Italiana: Qallakaj; Grieder, Vanneste, Kukic, Fankhauser, Bühler, Müller (86. Nevin Triantafillidis), Canelli (76. Tzioutzios), Iseni (62. Manojlovic), Aris Triantafillidis (62. Kleiner), Lokaj
Zum ersten Mal tauchten die Stadtberner nach einer halben Stunde vor dem Tor der Gümliger auf. Zunächst aber ohne Zählbares. Die AS traute sich aber jetzt deutlich mehr zu und kam kurz vor der Pause zu einem Pfostentreffer.
Der sollte eigentlich Warnung genug gewesen sein. Wars aber nicht. Im Gegenteil: Bei einer Ecke wurde Italiana-Verteidiger Grieder komplett vergessen und der traf unbedrängt per Kopf zum 0:1. Nach der Pause wurden die Einheimischen hektischer und gehässiger.
Erst die Einwechslung von Routinier Konopek brachte etwas Ordnung in die eigenen Linien. Und Konopek war es auch, der in der 70. an der Grundlinie geschickt verzögerte, mit einem feinen Pässchen den heran rauschenden Kabashi fand und der nagelte den Ball am chancenlosen Italiana-Keeper vorbei in die Maschen.
Ausgekontert
Jetzt kommt die Wende, dachten sich viele Fans auf dem Füllerich Sportplatz. Gümligen ackerte und rackerte, wollte den Sieg unbedingt. Und die Wende kam: aber anders als gedacht. Italiana konterte geschickt und schubste mit dem 2:1 in der 92. Minute durch Kleiner die Gümliger ins Tal der Tränen.

Dass kurz danach noch Manojlovic nach einem Solo über den halben Platz das 3:1 erzielte, spielte für die frustrierten Einheimischen keine Rolle mehr. Für die jubelnde AS Italiana war es dafür die Kirsche auf der Torte.












