Betreutes Wohnen: Diese Aspekte gilt es bei Haustieren zu beachten
Im betreuten Wohnen sind Haustiere oft erlaubt, jedoch nur unter Einhaltung klarer Regeln. Wichtig sind Hygienevorschriften, Notfallpläne und Rücksichtnahme.

Das Wichtigste in Kürze
- Haustiere sind oft möglich, wenn Regeln, Hygiene und Notfallhilfe früh geregelt werden.
- Rücksicht, Tiergesundheit und klare Zuständigkeiten schützen alle.
Haustiere gehören in der Schweiz zur Familie, geben Struktur und Nähe – insbesondere auch bei älteren Mensch.
Wenn ein Umzug ins betreute Wohnen ansteht, tauchen deshalb schnell Fragen auf. Darf der Hund mit? Was gilt bei Katzen, Vögeln oder Kleintieren? Und wie lässt sich Hygiene dort sicherstellen?
Es braucht klare Regeln und Rücksicht auf andere Bewohnende. Wer füttert, wer geht hinaus, wer organisiert Tierarzttermine und was passiert im Notfall? Genau diese Fragen entscheiden, ob Tierhaltung auch auf lange Sicht im betreuten Wohnen stattfinden kann.
Betreutes Wohnen Rücksicht und klare Zuständigkeiten
Rechtlich stehen im betreuten Wohnen meist Miet- und Hausordnungsthemen im Vordergrund. Viele Anbieter regeln Tierhaltung über Zusatzvereinbarungen.
Dabei geht es oft um Lärm, Gerüche, Schäden und gemeinsame Flächen wie Lift, Garten oder Aufenthaltsräume.

Auch die Selbständigkeit spielt eine Rolle, besonders bei Hunden. Wer körperlich eingeschränkt ist, kann Gassigehen oder Reinigung nicht immer zuverlässig übernehmen. Kann der Bewohnende die Tiere selbständig füttern und artgerecht halten? Sind diese Vorgabe klar geregelt, kann das Haustier mit.
Wie beispielsweise Senevita auf ihrer Webseite schreibt, sind Haustiere grundsätzlich erlaubt, sofern eine Haustiervereinbarung abgeschlossen wird. Darin wird auch geregelt, wer sich im Notfall um das Tier kümmert. Das zeigt: Tierfreundlichkeit und Sicherheit gehören im betreuten Wohnen zusammen.
Hygiene im Alltag: Sauberkeit
Hygiene entscheidet mit, ob Tierhaltung im betreuten Wohnen reibungslos funktioniert. Tierhaare, Streu, Gerüche oder kleine «Unfälle» lassen sich meist gut kontrollieren, wenn Abläufe stimmen. Wichtig sind regelmässiges Lüften und ein fester Reinigungsplan.
Bei Katzen helfen sauberes, geruchsarmes Streu und eine tägliche Entleerung des Klos. Bei Hunden sind Pfotenreinigung und Zeckenkontrolle besonders wichtig.

Kleintiere brauchen grosse Gehege, damit Futterreste und Einstreu nicht in Gemeinschaftsbereiche gelangen. Für Vögel gilt, dass Staub und Federn sensiblen Personen zusetzen können.
Impfungen und regelmässige Tierarztbesuche dienen nicht nur dem Tierwohl, sondern auch der Prävention. Wer Unterstützung benötigt, kann Spitex-nahe Dienstleistungen oder Angehörige hinzuziehen.
Betreutes Wohnen: So wichtig ist das Tier im Alltag
Haustiere können im Alter soziale Nähe schaffen und Einsamkeit reduzieren. Sie bringen Bewegung, Gespräche und Tagesstruktur in den Alltag.
Gerade im betreuten Wohnen kann ein Hund Ausflüge fördern und neue Freundschaften entstehen lassen. Gleichzeitig darf man natürlich den Aufwand und die Belastung nicht unterschätzen.

Ein weiterer Punkt ist die psychische Stabilität, wenn ein Tier krank wird oder stirbt. Wie eine im Jahr 2024 im Fachjournal «PLOS One» veröffentlichte Studie schreibt, empfand rund ein Fünftel der Befragten den Verlust eines Haustiers als schmerzhafter als den Verlust einer nahestehenden Person. Solche Zahlen verdeutlichen, wie stark Bindungen sein können und das der Verlust natürlich auch Kummer liefern kann.
Tierhaltung kann also stärken, aber auch belasten. Wer sich für ein Haustier entscheidet, sollte auch über Vertretung, Kosten und Krisensituationen sprechen. Die Kosten für Tierarzt, Betreuung und Ähnliches können schnell ansteigen und im Notfall mehrere Tausend Franken betragen.
So gelingt Tierhaltung im betreuten Wohnen
Sie oder Ihre Angehörigen sollten sich vor dem Einzug darum kümmern, ob eine Tierhaltung überhaupt gestattet ist.
Dabei lohnt sich eine Liste mit Fragen: Welche Tierarten sind erlaubt? Gibt es Bereiche, in denen Tiere nicht hinein dürfen? Was passiert, wenn beispielsweise der Hund bellt? Und wie werden Konflikte mit anderen Bewohnenden gelöst?

Praktisch bewährt sich ein «Plan B» für Notfälle. Wer übernimmt das Tier bei Spitaleintritt, Reha oder längerer Schwächephase?
Auch eine kurze Tiermappe kann helfen. Hier sind Futterplan, Medikamente, Tierarztkontakt und Besonderheiten notiert.













