Arbeit: Überleben in einer PUMO-Welt

Angestellte Schweiz
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Olten,

Das PUMO-Modell beschreibt eine Arbeitswelt im Wandel – in einer gespaltenen und überhitzten Welt.

Symbolbild Arbeit
PUMO steht für einen wirtschaftlichen Analyserahmen, der die neuen Paradigmen der Arbeitswelt definiert. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • PUMO steht für polarisiert, undenkbar, metamorph und überhitzt.
  • Ein deutscher Ökonom hat das PUMO-Modell entwickelt, um die Arbeitswelt zu beschreiben.
  • Berufstätige müssen mit dieser radikalen und instabilen Realität umgehen.

PUMO statt VUCA

Nach dem VUCA-Modell (volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig) kommt nun PUMO: polarized (polarisiert), unthinkable (undenkbar), metamorphic (metamorph) und overheated (überhitzt). Die vier Buchstaben stehen für ein Konzept, das Ulrich Lichtenhalter, Forscher und Berater an der International School of Management in Köln, entwickelt hat.

Das Konzept ist ein wirtschaftlicher Analyserahmen, der die neuen Paradigmen der Arbeitswelt definiert. Denn die Herausforderungen sind heute nicht mehr dieselben wie noch vor fünf Jahren.

Polarisiert: Zwischen den Extremen navigieren

Die politischen und sozialen Umwälzungen der letzten Jahre wirken sich auf die Unternehmenswelt aus. Sie müssen sich an ein polarisiertes Umfeld anpassen, in dem in vielen Bereichen (Politik, Gesellschaft, Umwelt) der Mittelweg zugunsten radikaler Meinungen verschwindet. In diesem Kontext wird von Organisationen und Menschen erwartet, dass sie zu heiklen Themen klar Stellung beziehen.

Undenkbar: Mit dem Undenkbaren rechnen

Die jüngsten Krisen zeigen es deutlich: Wir dürfen nicht mehr glauben, dass etwas unmöglich ist. Theoretisch undenkbare Szenarien dürfen in den Strategien nicht vernachlässigt werden. Ein gutes Beispiel? Niemand hätte gedacht, dass die Schweiz mit derart hohen Zöllen der Trump-Regierung konfrontiert werden würde – und doch ist es geschehen.

Metamorph: Beweglich und visionär bleiben

Die Arbeitswelt ist metamorph geworden. Das PUMO-Modell beschreibt Arbeitnehmende und Unternehmen als Nomadenvolk ohne festen Wohnsitz, weshalb es sinnlos ist, sich dem Wandel zu widersetzen. Wir müssen uns immer wieder fragen: Sind unsere heutigen Ziele noch dieselben wie gestern? Sind die Werte, für die wir einstehen, noch aktuell?

Symbolbild Arbeit
Mitdenken statt widersetzen: Der wandelnde Arbeitsmarkt betrifft uns alle. - Depositphotos

Überhitzt: Mit dem Druck umgehen

In einem überhitzten Umfeld sind Wettbewerb, Geschwindigkeit und Effizienz die Schlüsselwörter. Es werden mehr Ergebnisse in kürzerer Zeit gefordert. Zudem nehmen die heiklen Themen zu und die Debatten werden aggressiver.

Das zeigen die intensiven und radikalen Reaktionen der Anspruchsgruppen auf gesellschaftliche und kulturelle Trends. In diesem Klima der ständigen Unruhe fehlt es oft an Sachlichkeit. Soziale Medien und Kommentarspalten führen zu hitzigen und nicht immer fundierten Diskussionen.

Findest du, dass die öffentlichen Debatten heute zu heikel geworden sind?

Wie du in der PUMO-Welt überlebst

Ausser der Garantie, dass es nie langweilig wird – was können wir aus diesem spannungsgeladenen Umfeld mitnehmen? Was kannst du tun, um nicht den Halt zu verlieren?

1. Wähle deine Herausforderungen mit Bedacht

Konzentriere dich auf das Wesentliche: Lege fest, zu welchen Themen du Stellung beziehen musst oder willst, und lass die unwichtigen beiseite. Ergreife das Wort, wenn du spürst, dass du etwas bewirken kannst. Das rät Lichtenhalter auch Unternehmen: eine Liste mit Kernthemen erstellen und sich nicht in unnötigen Debatten verlieren.

2. Bereite dich auf alle Szenarien vor

Agilität und eine hohe Anpassungsfähigkeit sind wichtig, reichen aber nicht mehr aus. In turbulenten Zeiten hilft die Erkenntnis, dass nichts selbstverständlich ist. Ein konkretes Beispiel: Bilde dich auch in einem sehr stabilen Arbeitsumfeld weiter und entwickle neue Kompetenzen. Du weisst nie, was morgen kommt: Vielleicht musst du dich für eine andere Stelle oder einen neuen Beruf neu erfinden? Hier geht's zum Weiterbildungsangebot.

Symbolbild Arbeit
Mittlerweile ein Muss: Mit einer Weiterbildung erweiterst du deine Kompetenzen. - Depositphotos

3. Bleib solidarisch

Denk daran: In der Krise ist Resilienz nicht mehr nur eine individuelle Angelegenheit, sondern Solidarität ist gefragt. Wenn das Undenkbare eintritt, setzen wir auf die Stärke des Kollektivs. Am besten schaffen wir schon vor der Krise starke Verbindungen. Das ist unser Motto bei Angestellte Schweiz: Gemeinsam sind wir stärker!

4. Setze auf vielfältige Laufbahnen

In einer PUMO-Welt werden geradlinige berufliche Laufbahnen seltener. Dieses Bewusstsein ist wichtig; der ständige Bedarf, sich neu zu erfinden, ist eine Chance, den eigenen Horizont zu erweitern.

Pass aber auf, dass du dich nicht in einer Fülle von widersprüchlichen Tätigkeiten und Erfahrungen verlierst. Ein vielfältiger Lebenslauf ist auf dem Arbeitsmarkt eine Stärke, solange ein roter Faden erkennbar bleibt.

5. Schütze dich vor dem Druck

In einer hochsensiblen und hypervernetzten Welt ist es wichtig, deine Ressourcen zu stärken, um einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Recht auf Nichterreichbarkeit muss verteidigt werden.

Massnahmen zur Erhaltung der psychischen Gesundheit müssen sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene ergriffen werden. In den Unternehmen müssen die Arbeitsbedingungen stimmen, um Absenzen zu vermeiden. Du kannst auch aktiv werden, indem du dich in der ANV engagierst.

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