Voyah Dream: First Class zum Economy-Tarif

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Bern,

    435 PS, Luftfahrwerk und Lounge-Feeling. Doch passt ein 5.3-Meter-Van in die Schweiz? Der Voyah Dream im Härtetest zwischen Luxus und Ladezeit.

    Voyh Dream
    Sprintstarker Raumgleiter: Mit 435 PS (320 kW) und Dual-Motor-Allradantrieb beschleunigt das fast 2.7 Tonnen schwere Fahrzeug in nur 5.9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. - Baldegger

    Wer heute als Familie oder exklusiver Shuttle-Dienst luxuriös und rein elektrisch reisen will, blickt bei den traditionellen Anbietern oft ernüchtert in leere Schaufenster. Auf Schweizer Autobahnen dominieren schwere SUVs, die den Passagieren auf den hinteren Plätzen jedoch notorisch wenig Langstreckenkomfort bieten.

    Genau in diese Marktlücke stösst der neue Voyah Dream mit einer stattlichen Gesamtlänge von 5.32 Metern. Unter dem markanten Blechkleid sitzt eine gewaltige Antriebsbatterie mit 108.7 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität.

    Zwei Elektromotoren liefern 435 PS an alle vier Räder und beschleunigen den Van in nur 5.9 Sekunden auf Tempo 100.

    First-Class-Komfort im Innenraum

    Hinter den elektrischen Schiebetüren eröffnet sich eine Lounge, die selbst anspruchsvolle Vielflieger nachhaltig beeindruckt. Zwei beheizte und belüftete Einzelsitze bieten elektrisch ausfahrbare Beinauflagen sowie spürbar wirksame Massageprogramme für lange Reisen.

    Voyah Dream
    Repräsentative Dimensionen: Mit 5.31 Metern Gesamtlänge übertrifft der Dream sogar die Langversion einer Mercedes S-Klasse. - Baldegger

    Etablierte europäische Grossraumlimousinen wirken im direkten Vergleich oft wie karge Nutzfahrzeuge mit nachträglich aufgesetzter Lederausstattung. Vergleichbare Luxus-Vans aus dem oberen Marktsegment verlangen für ein ähnliches Wohlfühlklima nahezu den doppelten Anschaffungspreis.

    Hochwertiges Kunstleder und feine Ziernähte verdecken geschickt die wenigen harten Kunststoffe im unteren Cockpitbereich. Drei durchgehende Bildschirme auf dem Armaturenträger bieten Fahrer und Beifahrerin klar getrennte Arbeits- und Unterhaltungsflächen.

    Fahrdynamik und Schweizer Parkplatzsorgen

    Trotz eines Leergewichts von fast 2.7 Tonnen zieht der Allradler mit 620 Newtonmetern Drehmoment kraftvoll und souverän vorwärts. Das serienmässige Luftfahrwerk bügelt Bodenwellen auf Schweizer Nebenstrassen glatt und senkt die Karosserie auf der Autobahn automatisch ab.

    Voyah Dream
    Das Interieur des Voyah Dream ist auf höchsten Komfort getrimmt. - Baldegger

    In engen Schweizer Parkhäusern in Zürich oder Genf verliert der luxuriöse Gleiter jedoch schnell seinen Zauber. Die beachtliche Fahrzeuglänge von über 5.3 Metern überragt Schweizer Standardparkplätze um mindestens eine halbe Fahrzeugnase.

    Hochauflösende Rundumkameras und Parksensoren unterstützen zwar wirkungsvoll beim Rangieren durch unübersichtliche Betonbauten. Dennoch erfordert die Parkplatzsuche im urbanen Raum starke Nerven und wird durch den grossen Wendekreis spürbar erschwert.

    Kofferraum und Praxistauglichkeit für Familien

    Bei voller Besetzung mit sieben Personen verbleibt hinter der dritten Sitzreihe nur ein kleiner Restkofferraum. Mit 423 Litern Ladevolumen stösst das Urlaubsgepäck einer Grossfamilie bei der Ferienfahrt ins Engadin rasch an praktische Grenzen.

    Voyah Dreamer im Video

    Immerhin geniessen auch Erwachsene in der dritten Reihe überraschend viel Kopffreiheit sowie eigene USB-Ladeanschlüsse. Die elektrische Heckklappe öffnet weit nach oben und erleichtert das Beladen mit schwerem Transportgut im Alltag spürbar.

    Wer die hintere Sitzbank umklappt, verwandelt das Fahrzeug in einen riesigen Frachtraum für sperrige Sportausrüstung. Kompaktere Elektrovans bieten zwar teils ein variableres Ladekonzept, erreichen beim reinen Sitzkomfort jedoch bei weitem nicht dieses Niveau.

    Ladefrust und Software-Mängel

    An der Schnellladesäule offenbart der Dream seine grösste technische Schwachstelle im anspruchsvollen Reisealltag. Die maximale Gleichstrom-Ladeleistung von 125 Kilowatt zwingt Reisende zu über 40 Minuten Pause, um den Akku auf 80 Prozent zu füllen.

    Moderne Reisefahrzeuge mit fortschrittlicher 800-Volt-Ladearchitektur laden doppelt so zügig und setzen die Fahrt deutlich früher fort. Zudem reagiert das bordeigene Infotainment auf Eingaben oft zögerlich und verzichtet ab Werk auf eine vollintegrierte Schweizer Navigation.

    Importeur Noyo Mobility federt diese Mängel immerhin mit fünf Jahren Fahrzeuggarantie und dem etablierten Schweizer Partner Galliker Transport ab. Mit einem Basispreis von 79'990 Franken bleibt der Voyah Dream trotz der Ladeschwächen ein ernsthafter Preisbrecher im Luxussegment.

    Kommentare

    User #3363 (nicht angemeldet)

    80 riese fuer diesen dreck elektro schrott????

    User #1045 (nicht angemeldet)

    Hat dieses Auto auch 15 Jahre Vollgarantie, oder ist das nur eine kurzlebige, weit überteuerte Blechdose?

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