Ford

    Überraschende Allianz: Ford und Renault

    Daniel Huber
    Daniel Huber

    Bern,

    Ein kleiner Paukenschlag: Durch geteilte Technik sollen günstige Elektroautos endlich profitabel werden. Davon könnten Schweizer Kunden schon bald profitieren.

    Renault und Ford
    «Fords Globalität trifft auf Renaults europäische Stärke.» So könnte man die Zusammenarbeit zusammenfassen. - Renault

    Der Blick auf die Preisliste neuer Elektroautos sorgt oft für Ernüchterung. Viele Schweizer Haushalte warten bisher vergebens auf wirklich bezahlbare Modelle für den täglichen Einsatz.

    Dabei ist die zugrundeliegende Technik längst reif für die breite Masse – moderne Batterien und Motoren arbeiten effizienter denn je. Doch die reinen Produktionskosten blieben in Europa bisher vergleichsweise hoch.

    Leapmotor C10 AWD
    Konkurrenz aus Fernost: Leapmotor gehört zu 51 Prozent zum Stellantis-Konzern, was den Vertrieb in Europa absichert. - Leapmotor

    Das ändert sich nun durch eine strategische Wende: Die Lösung liegt in der gemeinsamen Nutzung von teuren Entwicklungsplattformen. Technologische Alleingänge gehören in diesem Preissegment der Vergangenheit an.

    Die neue Strategie

    Ford und die Renault Group bündeln ihre Kräfte für den hart umkämpften europäischen Markt. Der US-Konzern greift für sein nächstes Projekt künftig auf die «Ampere»-Plattform der Franzosen zurück.

    Diese Zusammenarbeit zielt strikt auf Kostensenkungen bei der Entwicklung ab, wobei beide Hersteller operativ eigenständig bleiben und ihre Markenidentität wahren. Technologie-Sharing ist in der Automobilbranche aktuell das Gebot der Stunde. So entstehen Synergien bei der komplexen Konstruktion neuer Kleinwagen.

    JAC e-JS1
    Made in China: Mit seinem erschwinglichen Preis positioniert sich der JAC e-JS1 als eine attraktive Option für preisbewusste E-Auto-Käufer - Jac

    Nur durch hohe Stückzahlen lassen sich die nötigen Margen noch erzielen. Ein solcher Schulterschluss zwischen zwei grossen Konkurrenten sichert heute das Überleben im Segment der günstigen Einstiegsfahrzeuge.

    Technik und Kosteneffizienz

    Die technische Basis liefert Renaults ausgegliederte Elektrosparte Ampere. Sie ist auf kompakte Stadtfahrzeuge und effiziente Raumnutzung ausgelegt. Im Fokus stehen dabei kostengünstige Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP).

    Diese ermöglichen Einstiegspreise unter den üblichen Marktstandards. Durch die hohen gemeinsamen Stückzahlen sinken die Preise für Komponenten weiter.

    Renault Twingo E-Tech
    Renault Twingo E-tech: Er ist auch ein Versuch, mit dem Entwicklungstempo neuerer, agilerer Wettbewerber, insbesondere aus China, Schritt zu halten. - Renault

    Ford spart sich damit die teure Entwicklung einer eigenen Kleinwagen-Plattform. Kunden profitieren am Ende durch niedrigere Listenpreise. Da die Fahrzeuge von Anfang an als reine Elektroautos konzipiert werden, entfallen Kompromisse, die beim Umbau von Verbrenner-Plattformen üblich sind.

    Antwort auf die Konkurrenz

    Dieser Schritt ist eine notwendige Reaktion auf die Konkurrenz aus Fernost. Chinesische Hersteller drängen derzeit mit aggressiven Preisen nach Europa.

    Traditionsmarken müssen ihre Kräfte bündeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Wertschöpfung in Europa zu sichern. Gemeinsame technische Standards erleichtern zudem später die Wartung und die Ersatzteilversorgung.

    Elektroauto Renault 5 Electric
    Erfolgreicher Franzose: Der Renault 5 Electric nutz bereits die neue Plattform. - Renault

    Für Konsumenten bedeutet dies eine grössere Auswahl an bezahlbaren europäischen Fahrzeugen.

    Ausblick auf 2028

    Bis zum ersten greifbaren Ergebnis müssen sich Autofahrer noch gedulden: Der Marktstart für den ersten gemeinsamen Stromer ist für das Jahr 2028 geplant.

    Trotz identischer Technik unter dem Blech soll sich das Design deutlich unterscheiden. Ford verspricht eine eigenständige Optik sowie moderne Konnektivität.

    Die Zeit bis zum Start nutzen die Ingenieure für die Feinabstimmung. Bis dahin werden auch Ladeinfrastruktur und Batterietechnik weitere Fortschritte machen.

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    Kommentare

    User #2842 (nicht angemeldet)

    Defekte Batterie: Wenn die Batterie eines E-Autos defekt ist, muss sie in eine spezialisierte Werkstatt gebracht werden; oft ist nur ein einzelnes Batteriemodul betroffen, was aber trotzdem nicht einfach und schnell zu reparieren ist, und ein Komplettaustausch kostet mehrere tausend, oft bis zu 28-tausend Euro, bei einigen Mercedesmodellen nicht selten über 36-tausend Euro. Die Reparatur erfolgt durch den Austausch defekter Module oder die Reparatur von Komponenten wie dem Onboard-Charger oder DC-DC-Wandler, die häufiger Probleme verursachen als die Zellen selbst, und diese Reparatur wird oft nicht durch die Garantie abgedeckt.

    User #5417 (nicht angemeldet)

    An die Stammtisch-Leute im Rössli, die hinter ihrem Bier immer noch an die Zukunft von Verbrennern glauben wollen: 1. Die Preise pro kWh Batteriekapazität sind in 10 Jahren um das 20ig-fache von 1000 Dollar auf 50 Dollar gefallen. 2. Die Energiedichte hat sich in dieser Zeit aber mindestens verdreifacht. 3. Die mögliche Schnelladefähigkeit hat sich etwa verfünfacht. 4. Die Lebenserwartung hat sich von rund 250'000 Kilometer auf weit über 1 Million Kilometer vervierfacht (Bei LFP Akkus). Den Rest könnt ihr Euch leicht selber ausmalen.

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