Coronavirus: Spitäler klagen schon über kranke Mitarbeiter

Die Spitäler bereiten sich auf eine Herbstwelle des Coronavirus vor. Die steigenden Hospitalisationen belasten die «dünne Personaldecke», warnen sie.

Es müssen wieder mehr Menschen ins Spital wegen einer Coronavirus-Ansteckung. (Aufnahme aus der Covid-19-Intensivstation des Stadtspitals Triemli in Zürich vom Dezember 2021) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz stiegen die Corona-Hospitalisationszahlen zuletzt spürbar an.
  • Die Spitäler fürchten keinen IPS-, aber einen Personalengpass.
  • Gleichzeitig rollt eine Grippe-Welle über das Land.

Mit dem Ende des Sommers scheint zu passieren, wovor Ärzte und Mediziner seit Frühling warnen: Die Hospitalisationen mit dem Coronavirus nehmen wieder spürbar zu.

Am Dienstag meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 35'579 Neuinfizierte bei 88'285 Tests. Die Positivitätsrate liegt somit bei rund 40 Prozent. 396 Personen wurden seit letztem Dienstag im Zusammenhang mit dem Coronavirus hospitalisiert. Eine Woche zuvor waren es noch 290.

Steigende Hospitalisationen wegen Corona belasten Personal

Das Inselspital Bern sowie die Kantonsspitäler Baselland und St.Gallen bestätigen alle auf Anfrage die Zunahme an Patienten mit dem Coronavirus. Zwar seien davon nur Einzelfälle intensivpflichtig. «Nichtsdestotrotz kann eine steigende Anzahl von Covid-Hospitalisierten erneut zu einer Belastung des Personals führen», heisst es bei der Insel.

«Kommt eine nächste Welle, gilt es, die Erfahrungen zu nutzen. Dies, um wieder einen effizienten Pandemiebetrieb zu gewährleisten und genügend Ressourcen für den Non-Covid-Bereich bereitzustellen», so das Kantonsspital Luzern. Dies werde für alle Beteiligten «eine Herausforderung.»

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Die Angst vor einer Personalmangel-Situation wie im Frühling 2022 ist gross. Mit dem kälter werdenden Wetter leiden viele Schweizer Betriebe aktuell unter kranken Mitarbeitenden. Auch im Spital in Liestal BL bestätigt man Ausfälle, es seien die «in dieser Saison üblichen Erkrankungen».

Am Inselspital in Bern beobachtet man seit Ende September ebenfalls wieder vermehrt erkrankte Mitarbeiter. «Wir planen, die Schutzmassnahmen deswegen auszubauen und empfehlen unseren Mitarbeitenden die zweite Auffrischimpfung.» Die Personaldecke sei «dünn».

Coronavirus: IPS-Überlastung wenig wahrscheinlich

St.Gallen rechnet in Anbetracht der Grippe-Zeit ebenfalls damit. Etwaige Engpässe dürften in diesem Herbst aber nicht aufgrund der prekären Lage auf den Intensivstationen entstehen.

Sondern aufgrund von Ansteckungen beim Personal selbst. «Wir dürfen optimistisch sein, dass ein Grossteil der schweren Krankheitsverläufe verhindert werden kann», teilt das Kantonsspital mit.

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So sieht es auch das Inselspital. Grosse Teile der Bevölkerung würden durch Immunität über einen gewissen Schutz vor schweren Verläufen verfügen. Man gehe darum von einem tieferen Anteil an Hospitalisierten aus als bei früheren Wellen, heisst es aus Bern.