Marco Odermatt zu Druck: «Wenn ich ausscheide, gewinnt halt Franjo»
Im Gespräch mit Mikaela Shiffrin spricht Marco Odermatt über Druck. Er sagt: «Wenn Franjo gewinnt, sind die Schweizer Fans auch glücklich.»
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Das Wichtigste in Kürze
- Marco Odermatt lässt sich von den Erwartungen der Fans nicht zu sehr unter Druck setzen.
- Er sagt: «Wenn ich ausscheide, gewinnt halt Franjo, dann sind sie auch glücklich.»
- In Adelboden sei er aber einmal auf dem Sessellift in Tränen ausgebrochen, gibt Odi zu.
Marco Odermatt hat in der abgelaufenen Saison einmal mehr den Gesamtweltcup gewonnen – zum fünften Mal in Serie. Bei den Frauen sichert sich Mikaela Shiffrin in einem engen Duell ihre sechste grosse Kristallkugel.
Marco Odermatt: «Die Schweizer schauen sowieso»
Nach Saisonende treffen sich die beiden im «Alpine Pulse», dem Podcast der FIS. Der Interviewer will wissen, wie es ist, den Druck einer gesamten Nation auf den Schultern zu tragen. Ein Grossteil der Schweizer habe ihm an Olympia zugeschaut und viel erwartet.
Odi winkt ab: «Die Schweizer schauen auch Wengen und Adelboden. Sie sind Ski-Fanatiker, die schauen das sowieso.» Er mache sich wenig Gedanken darüber, für die Zuschauer gewinnen zu müssen.

Marco Odermatt sagt: «Wenn ich ausscheide, gewinnt halt Franjo, dann sind sie auch glücklich.» Mikaela Shiffrin bricht in Gelächter aus: «Oh mein Gott. Das ist eine richtig gute Antwort.»
Mikaela Shiffrin: «Leute denken, es ist einfach»
Sie selbst verspüre durchaus Druck. «Manchmal passiert es mir, dass ich mich auf Aussagen von aussen konzentriere.» Und die Erwartungshaltung ist riesig: «Die Leute denken, dass es einfach ist. Manchmal macht es mich sauer, dass es für sie selbstverständlich ist.»

Diese Aussagen kann Odermatt gut nachvollziehen, er nickt mehrfach. «Es ist quasi unser Fehler: Je mehr du erreichst, desto mehr wird auch von dir erwartet. Aber jedes Rennen geht bei Null los, da bringen alte Siege nichts.»
Mit der Erwartungshaltung von aussen kann Marco Odermatt aber offenbar gut umgehen. Der 28-Jährige betont: «Ich fahre nicht für all die Zuschauer so schnell, sondern für mich und mein Team. Es sind eher meine Erwartungen an mich selbst.»
Odermatt: «Auf dem Sessellift musste ich weinen»
Ohnehin seien Rennsiege und Kristallkugeln früher gar nicht sein grosser Traum gewesen. «Eigentlich habe ich immer nur davon geträumt, irgendwann in Adelboden zu starten.» Die Realität übertrumpfte den Traum: 2022 konnte Odi am Chuenisbärgli sogar gewinnen.
Damals habe er tatsächlich enormen Druck verspürt: «Auf dem Sessellift nach oben – diese unglaublichen Fans im Rücken – musste ich weinen. Das war eine richtig tolle Erfahrung. Ein Moment, in dem ich diesen Druck loslassen konnte.»

Seither ist er in Adelboden ungeschlagen: Auch die fünf Riesenslaloms seit 2022 hat Odermatt gewonnen. Ein anderer prestigeträchtiger Sieg fehlt aber noch. Shiffrin will wissen: «Wie sehr ist der Kitzbühel-Abfahrtssieg in deinem Kopf?»
Odermatt antwortet: «Ich denke nicht jeden Tag darüber nach. Aber es ist das letzte grosse Ziel meiner Karriere. Auch im Sommertraining werde ich natürlich daran denken.»












