Streif-Sieger war in Rennen gegen Tennis-Sinner früher chancenlos
Giovanni Franzoni gewinnt die Kitzbühel-Abfahrt, während Jannik Sinner um den Australian-Open-Titel kämpft. Doch in der Vergangenheit fuhren sie gegeneinander.

Das Wichtigste in Kürze
- Giovanni Franzoni hat nach dem Wengen-Super-G auch die Abfahrt in Kitzbühel gewonnen.
- Sogar Tennis-Star Jannik Sinner habe ihm gratuliert, verrät Franzoni.
- Früher fuhren die beiden ein Skirennen gegeneinander – und Sinner deklassierte Franzoni.
Nach dem Super-G in Wengen gewinnt Giovanni Franzoni auch die legendäre Streif-Abfahrt: Pünktlich zu den Klassikern hat der 24-Jährige ein ungeahntes Hoch erreicht. Mit seinen zwei ersten Weltcup-Siegen etabliert er sich als neuer Speed-Star im Ski-Weltcup.

Zu den Gratulanten gehörte sogar Tennis-Star Jannik Sinner. Franzoni erzählt: «Er hat mir zum Sieg gratuliert und mich motiviert. Eine Nachricht von solch einem Sportler bedeutet, dass man etwas Grosses geschafft hat. Das hat mich sehr gefreut.»
Sinner arbeitet derzeit selbst an einem grossen Erfolg: An den Australian Open will er seinen Titel zum dritten Mal in Folge gewinnen. Auch am anderen Ende der Welt hat der 24-Jährige aber offenbar Zeit, um das Geschehen im Ski-Weltcup zu verfolgen.

Das kommt nicht von ungefähr: Der Südtiroler galt früher selbst als grosses Skitalent, bevor er sich fürs Tennis entschied. Die «Gazzetta dello Sport» hat sogar herausgefunden: Sinner und Franzoni sind früher gegeneinander gefahren.
Sinner war grosses Ski-Talent – Franzoni blieb chancenlos
Tatsächlich war der neue Kitzbühel-Champion gegen den gleichaltrigen Tennis-Star damals hoffnungslos unterlegen. Beim Skirennen in San Sicario 2009 wurde Giovanni Franzoni Zwölfter – fast vier Sekunden hinter einem gewissen Jannik Sinner.

Der heutige Tennis-Star gewann das Skirennen damals überlegen. 87 Hundertstel nahm er seinem ärgsten Verfolger Simon Talacci – der heute ebenfalls Ski-Profi ist – ab.
Sinner galt als vielversprechendes Ski-Talent, holte bei den Junioren auch den italienischen Meistertitel. Sein Ex-Skilehrer Klaus Happacher verriet «Eurosport» vor einem Jahr: «Er wäre ein grossartiger Skifahrer geworden – ohne Zweifel. Sein Talent war einzigartig.»
Sinner: «Tennis hat mich mehr gereizt»
Doch Jannik Sinner entschied sich, auf die Karte Tennis zu setzen. In einem Interview mit «Booking Südtirol» begründete er: «Tennis hat mich mehr gereizt, weil es ein Spiel ist, wo der Wettkampf länger als nur anderthalb Minuten dauert.»
Eine Entscheidung, die schon jetzt von Erfolg gekrönt ist: Neben Carlos Alcaraz ist Sinner der beste Tennisspieler derzeit. Mit 24 Jahren hat er vier Grand-Slam-Titel gewonnen und war bereits 66 Wochen die Weltnummer 1.

Mit Franzoni hat Italien jetzt auch wieder seinen Ski-Star. Dieser sagt gegenüber «Corriere di Brescia» zum früheren Duell mit Sinner: «Ich kann mich nicht ans Rennen erinnern. Aber es ist richtig cool, dass ich einen Teil meines Lebens mit ihm geteilt habe.»












