Die Tennis-Fans können sich beim Laver Cup schon einmal an die Zukunft gewöhnen. Denn die drei Superstars der Branche fehlen. Die Chance für die nächste Generation um Alexander Zverev, sich in Stellung zu bringen.
Rückt beim Laver Cup in Boston in den Fokus: Olympiasieger Alexander Zverev. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Rückt beim Laver Cup in Boston in den Fokus: Olympiasieger Alexander Zverev. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Mehr als ein Jahrzehnt lang haben Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic die Szenerie bestimmt, die Titel bei den vier Grand-Slam-Turnieren mit ganz wenigen Ausnahmen unter sich aufgeteilt. Doch die drei Musketiere des Tennis-Kosmos sind inzwischen in die Jahre gekommen und fehlen beim Showevent an der Ostküste der USA.

Wichtige Rolle für Zverev

Federer und Nadal kämpfen nach Operationen in der Reha jeweils um ihre womöglich letzte Rückkehr, Djokovic ist nach seinen bitteren Niederlagen bei Olympia gegen Alexander Zverev und bei den US Open gegen den Russen Daniil Medwedew und dem damit geplatzten Traum vom Golden Slam wegen Erschöpfung nicht dabei. Und so ist das Duell zwischen dem Team Europa und dem Team Welt an diesem Wochenende (Eurosport live) auch ein erster Gradmesser dafür, ob die nächste Generation um Zverev und Co. ebenfalls in der Lage ist, die Fans zu begeistern, wie es Federer, Nadal und Djokovic über viele Jahre getan haben.

Eine wichtige Rolle wird dabei Zverev zukommen. Die deutsche Nummer eins wartet zwar nach wie vor auf seinen ersten Titel bei einem der vier Grand-Slam-Turniere, nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio gehört der 24-Jährige aber endgültig zur Tennis-Elite. «Das ist einfach der beste Zverev, den ich bis jetzt gesehen habe», sagte Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker im Eurosport-Podcast «Das Gelbe vom Ball» nach Zverevs Halbfinal-Aus bei den US Open in fünf Sätzen gegen Djokovic. «Wenn er einfach so weitermacht, dann ist er für mich der nächste aus der jungen Garde, der an der Reihe ist, ein Grand Slam zu gewinnen.»

Die Welt-Auswahl wittert ihre Chance

Einen Schritt weiter als Zverev ist seit New York bereits Medwedew. Der Russe führt das Team Europa in Boston an und will es zusammen mit Zverev bei der vierten Auflage des am in diesem Jahr parallel im US-Bundesstaat Wisconsin stattfindenden Ryder Cups angelehnten Prestigewettbewerbs zum vierten Sieg führen. Auch ohne die grossen Drei gehen Zverev und Co. wieder als Favorit ins Rennen, doch die Welt-Auswahl wittert ihre Chance.

Die Hoffnungen von Welt-Team-Kapitän John McEnroe ruhen besonders auf dem Kanadier Felix Auger-Aliassime, der zuletzt bei den US Open bis ins Halbfinale stürmte und in Wimbledon Zverev schon im Achtelfinale rauswarf. «Es ist mein erster Laver Cup, ich bin super-gespannt. Hoffentlich können wir eine gute Show liefern und den ersten Sieg für das Team Welt holen», sagte der Kanadier, als Nummer elf der Welt der Spitzenspieler beim Herausforderer.

Federer, Nadal und Djokovic werden das Geschehen aus der Ferne verfolgen. Vor allem für den 40 Jahre alten Federer ist das Fehlen bitter, ist der Schweizer über seine Agentur TEAM8 doch sogar Mitveranstalter des Spektakels. Zverev und Co. werden versuchen, die grossen Lücken zu schliessen. Beim traditionellen Fotoshooting im LoPresti Park vor der Skyline Bostons machten sie im schwarzen Anzug schon einmal eine gute Figur.

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