Red Bull: Warum ist Verstappens Sepang-Sieg für das Team so wichtig?
Red Bull hat beim Bahrain-GP in Malaysia seinen ersten Saisonsieg in der Formel 1 gefeiert. Doch der Triumph von Max Verstappen wiegt noch deutlich schwerer.

Das Wichtigste in Kürze
- Max Verstappen beschert Red Bull in Malaysia den ersten Grand-Prix-Sieg als Motorenhersteller.
- 2026 setzt der Energy-Drink-Rennstall erstmals einen völlig eigens entwickelten Antrieb ein.
- Mit dem Premierensieg steigt Red Bull in einen illustren Kreis in der Formel-1-Geschichte auf.
Auf den ersten Blick war der Bahrain-GP der Formel 1 in Malaysia für Red Bull und Max Verstappen nichts Besonderes: Für das mit grossem Abstand erfolgreichste Team der letzten Jahre war es «nur» ein weiterer Grand-Prix-Sieg. Trotzdem war der Triumph des Holländers in Sepang in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.
Für Verstappen ist es Sieg Nummer 72 mit Red Bull – gleich viele Siege, wie Michael Schumacher mit Ferrari holte. Mit seinem ersten Saisonsieg gewinnt der Holländer zudem seit 2016 jedes Jahr mindestens ein Rennen. Und für Motoren-Partner Ford ist es der erste Grand-Prix-Erfolg seit dem Brasilien-GP 2003.

Aber noch deutlich bedeutsamer war der Sieg für Red Bull selbst. Denn es ist der erste Grand-Prix-Erfolg für den Energy-Drink-Rennstall mit einem in völliger Eigenregie entwickelten Motor. Und damit stösst das österreichische Team mit Sitz im britischen Milton Keynes in einen illustren Kreis vor.
Was trägt Ford zum Red-Bull-Motor bei?
Das Ford-Logo klebt prominent auf den Red-Bull-Rennern – ist es also eigentlich ein Ford-Motor? Nein – Ford ist bei der Motoren-Entwicklung von Red Bull «nur» strategischer Partner. Der US-Konzern liefert Know-How insbesondere für den Hybrid-Antrieb, aber auch für die Fertigung von Komponenten und die Software-Entwicklung. Red Bull legt aber grossen Wert darauf, dass «Red Bull Powertrains» auch langfristig ein eigenständiger Formel-1-Motorenhersteller bleibt.
Red Bull steigt in den Konstrukteurs-Olymp auf
Denn ein Grand-Prix-Erfolg mit Chassis und Motor aus dem gleichen Haus gilt in der Formel 1 als das Konstrukteurs-Kronjuwel. Im aktuellen Starterfeld der Formel 1 dürfen sich das nur Mercedes, Ferrari und Alpine auf die Fahnen schreiben. Und seit Sonntag eben auch die Bullen.
Auch historisch betrachtet sind solche Erfolge eher selten: In den 1950er und 1960er Jahren gelang das Alfa Romeo, Maserati, Honda und dem britischen Traditionsrennstall BRM. Porsche holte 1962 seinen einzigen Formel-1-Sieg. Und Matra siegte als Konstrukteur und als Motoren-Lieferant – aber nie in der Kombination.
Der lange Weg zum eigenen Formel-1-Motor
Für Red Bull ist es auch der Lohn für eine durchaus heikle Entscheidung von Ex-Teamchef Christian Horner. Nach dem Rückzug von Motoren-Lieferant Honda nach der Saison 2021 baute der Brite die Red-Bull-Motorenschmiede aus dem Nichts auf.

Von 2022 bis 2025 setzte das Team zwar schon den Namen «Red Bull Powertrains» ein. De facto waren es aber die Honda-Motoren von 2021, von RBPT gewartet und nachgefertigt. Erst 2026 steckt eine Eigenkonstruktion im Heck der Red-Bull-Renner. Und die ist seit Sonntag offiziell Grand-Prix-Sieger.



























