Ex-Weltmeister Nico Rosberg spricht über seine Zeit bei Mercedes. Sein einstiger Teamkollege, Michael Schumacher, war dort offenbar der unumstrittene Chef.
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Michael Schumacher (l.) und Nico Rosberg (r.) waren drei Jahre lang Teamkollegen bei Mercedes. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Von 2010 bis 2012 waren Nico Rosberg und Michael Schumacher Teamkameraden bei Mercedes.
  • Die beiden Deutschen kamen offenbar nicht immer nur gut miteinander aus.
  • Schumacher wurde damals im Team behandelt wie ein Gott , meint Ex-Weltmeister Rosberg.

2010 wechselte Nico Rosberg innerhalb der Formel 1 von Williams zu Mercedes. Für den Deutschen einen Traum. «Ich war so aufgeregt, dass ich dieses Mercedes-Team anführen könnte», so Rosberg im Interview auf dem Youtube-Kanal der F1. Doch dann kam alles anders.

Ist Michael Schumacher für Sie der grösste Fahrer aller Zeiten?

Mercedes verpflichtete kurze Zeit später Rosbergs neuen Teamkollegen. Die Wahl fiel auf keinen Geringeren als den siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher. Letzterer hatte zuvor drei Jahre pausiert. Für Nico Rosberg ein Schlag ins Gesicht, damit hatte er offenbar überhaupt nicht gerechnet.

Rosberg: «Michael Schumacher war wie Gott»

«Der Name Schumacher war nicht einmal am Horizont zu erkennen, niemand sprach darüber», so Rosberg. Er glaubte, dass sich das ganze Team gegen ihn stellen würde und sich Schumacher seinen Weg nach vorne manipulieren würde.

Ausserdem hatte Rosberg offenbar Zweifel, ob er sich gegen seinen Landsmann überhaupt durchsetzen könne. «Ich wusste nicht einmal, ob ich mit ihm mithalten kann, er ist der Grösste aller Zeiten», führt Rosberg aus.

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Nico Rosberg (vorne) und Michael Schumacher (hinten) am GP von China 2012. - keystone

Die Zeit zu Beginn sei dann auch schwierig gewesen, erzählt der heute 34-Jährige. «Als Michael Schumacher hinzukam, war er wie Gott im Team.» Alles hätte sich nur um ihn gedreht.

«Als wir einige Strategiesitzungen hatten, wurde sogar meine Strategie nur mit Michael diskutiert. Und nicht mit mir, obwohl ich dort sass», erklärt Rosberg.

Ausserdem sei Schumi ein psychologischer Krieger gewesen. Kleine Psycho-Spielchen waren für Schumacher scheinbar selbstverständlich, um in die Köpfe seiner Gegner zu gelangen.

Schumis Psycho-Krieg in Monaco

Ein Beispiel? Diese Szene hätte sich laut Rosberg rund fünf Minuten vor dem Qualifying des GPs von Monaco abgespielt. «Es gab nur eine Toilette in der Garage. Und er wusste, dass ich draussen bin, weil ich wie verrückt klopfte», so Rosberg.

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Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher (r.) an einer Pressekonferenz im Jahr 2012.
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Die beiden F1-Piloten2010 bei der Präsentation ihres neuen Mercedes-Boliden.
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Nico Rosberg fuhr vor seiner Zeit bei Mercedes für Williams.
Michael Schumacher
Michael Schumacher sass bis 2006 bei Ferrari im Cockpit. Danach folgte eine Pause.

Und weiter: «Er war drin, schaute auf die Uhr und war ganz entspannt, weil er wusste, dass ich immer gestresster wurde. Nur eine Minute vor dem Start ist Schumacher dann ganz locker aus der Toilette gekommen und meinte unschuldig: ‹Sorry, ich wusste gar nicht, dass du da warst!›»

Nichtsdestotrotz war Nico Rosberg während seiner drei Saisons bei Mercedes an der Seite von Michael Schumacher erfolgreicher als sein Teamkollege. 2010 fuhr er dreimal aufs Podest. 2012 folgte der erste Sieg. 2016, lange nach Schumis Zeit beim deutschen Team wurde Rosberg dann schliesslich sogar Weltmeister.

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