«Viele Fehler von draussen»: Kramaric kritisiert Nagelsmann

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Deutschland,

Julian Nagelsmann ist seit drei Jahren ein Senkrechtstarter in der Bundesliga, war 2017 «Trainer des Jahres». Jetzt bekommt der 31-Jährige zum ersten Mal öffentlich Gegenwind. Stürmer Kramaric ist «wirklich enttäuscht».

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (l) spricht während eines Spiels mit Andrej Kramaric. Foto: Uwe Anspach
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (l) spricht während eines Spiels mit Andrej Kramaric. Foto: Uwe Anspach - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz vor seinem Abgang zu RB Leipzig ist Julian Nagelsmann erstmals in seiner erfolgreichen Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim scharf kritisiert worden - und das auch noch aus den eigenen Reihen.

Ausgerechnet der kroatische Vizeweltmeister und Toptorjäger Andrej Kramaric klagte in einem Gespräch mit der «Bild»-Zeitung über die vielen taktischen Umstellungen des Cheftrainers. «Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind nicht bereit dafür. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen», sagte der 27-Jährige und urteilte unverhohlen: «Das sind viele Fehler von draussen.»

Der Frust sitzt offenbar tief. Das 2:2 zuletzt bei Borussia Mönchengladbach war wieder einmal ein Spiegelbild dieser Saison: Die Kraichgauer spielen regelmässig gross auf - und verschenken ebenso regelmässig die Punkte.

«Ich liebe Julian, aber in manchen Momenten ändern wir die Systeme und brauchen drei Minuten, weil es nicht jeder Spieler versteht oder er es wegen der 50.000 Zuschauer nicht hören kann. In diesem Moment verlieren wir unseren Vorteil. Das Spiel beginnt sich zu ändern», monierte Kramaric. «Es ist das erste Mal, dass ich das sage. Ich sage nicht, dass das der einzige Grund ist. Aber es passiert zu oft, dass wir nicht bis zum Ende des Spiels überleben.»

Der international erfahrene Kramaric gilt nicht als einer, der unüberlegte Aussagen macht. Erst jüngst hatte der einzige WM-Finalist in der Hoffenheimer Vereinshistorie, der mit einem Vertrag bis 2022 und einem Marktwert von über 30 Millionen Euro so etwas wie das Tafelsilber des Vereins ist, geäussert: «Ich hätte nichts dagegen, meine Karriere hier (...) zu beenden.»

Doch die Rückschläge im Kampf um einen Champions-League-Platz nerven ihn offensichtlich. Genauso wie die häufigen Positionswechsel - Kramaric spielt mal im Angriff, mal im offensiven Mittelfeld -, die der Kroate offenkundig satt hat. «In so vielen Spielen weiss ich in dem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin. Es ist schwer, darüber zu sprechen. Ich bin wirklich enttäuscht.»

Die TSG und ihr scheidender Trainer wollten sich am Montag öffentlich nicht zur der ungewöhnlichen Kritik äussern. «Julian Nagelsmann und Andrej Kramaric haben das intern geklärt», sagte TSG-Medienchef Holger Kliem.

Keinen Kommentar gab es auch zu Gerüchten über einen Abgang von Spielmacher Kerem Demirbay, der einem Bericht der «Sport Bild» zufolge vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen steht. Der 25-Jährige ist zwar wie Kramaric bis 2022 an Hoffenheim gebunden, soll aber über eine Ausstiegsklausel verfügen.

Demirbay, der beim Confederations Cup 2017 noch im Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw stand, sagte am Montag in einem «Kicker»-Interview: «Man kann jahrelang hier spielen, auch seine Karriere beenden. Man hat ein wunderbares Leben in Heidelberg, einen super Verein. Aber jeder muss auch für sich entscheiden, ob das sein Limit ist oder ob er noch einen Step gehen möchte in seiner Karriere.»

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