Fussball-Talk: Zürich im Fussball-Elend! Starten YB & FCB durch

Nau Sport
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Bern,

Der FCZ und GC verlieren weiter – Thun marschiert in Richtung Kübel. Legen YB und der FCB jetzt noch eine Serie hin? Willkommen beim Fussball-Talk.

Fussball-Talk
Ein Thema im Fussball-Talk: Der Zürcher Fussball steckt im Elend. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der FCB bezwingt Servette 3:1, YB gewinnt in Lausanne mit 2:0.
  • Thun deklassiert GC und der FCZ taucht zuhause gegen Sion.
  • Wird es im Abstiegskampf der Super League jetzt doch noch spannend?
  • Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein und Sportchef Christoph Böhlen im Gespräch.

Nau.ch: Starten wir mit den Spielen vom Sonntag: Der FC Basel gewinnt zuhause mit 3:1 gegen Servette. Was sagt ihr zum Spiel der Bebbi?

Mischi Wettstein: Der FCB geht mit einer sehr schmeichelhaften Führung in die Pause. Dieses kuriose Tor muss man sich vielleicht nochmal anschauen: Rouiller steht seinem Goalie Mall einfach vor die Nase und könnte abwehren. Da wäre ich als Joel Mall durchgedreht – das ist gefühlt ein Eigentor.

FC Basel
Metinho glänzt beim FCB-Sieg über Servette. - keystone

Gefallen hat mir der wiedererstarkte Metinho, offenbar kommt der Brasilianer wieder auf Touren. Bitter ist dafür der Ausfall von Neuzugang Omeragic. Alles Gute, Becir – ich hoffe, er steht bald wieder auf dem Platz.

Christoph Böhlen: Hast du eigentlich unter der Woche Stephan Lichtsteiner einen Tipp gegeben?

Mischi Wettstein: Nein, wie kommst du darauf?

Christoph Böhlen: Du hast im letzten Talk Leo Leroy kritisiert – und prompt sitzt er gegen die Grenats auf der Bank.

Mischi Wettstein: Nein, Steph ist ein absoluter Fachmann, dann kommt man selber – und ohne mich – zu dieser Erkenntnis. Natürlich habe ich es aber mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen. Und prompt gewinnt der FCB – da wurde also alles richtig gemacht.

Joel Mall
Joel Mall verliert mit Servette in Basel. - keystone

Auch wenn ich an dieser Stelle sagen muss: Bei Servette wiederholt sich die Geschichte Woche für Woche. Die Genfer haben immer viel Ballbesitz – nur schiesst dieser keine Tore! Das Runde muss ins Eckige, das wird man auch in Genf wissen. Doch man setzt es einfach nicht konsequent um, logisch kommt man so nicht vom Fleck

Christoph Böhlen: Das Spiel sorgt für klare Verhältnisse: Für Servette ist die Relegation Group fix. Und die Bebbi stehen definitiv in den Top 6. Was traust du dem Meister für den Rest der Saison noch zu?

Mischi Wettstein: Wenn ich David Degen im Interview mit «Blue» richtig zugehört habe, ist der Weg noch nicht fertig: Man will Platz drei und ins internationale Geschäft. Das ist legitim und der richtige Anspruch. Aber da sind auch noch andere Teams in der Verlosung – wie deine Wankdorf-Freunde.

Traust du dem FCB Platz drei noch zu?

Christoph Böhlen: Dann nehme ich dieses Stichwort gleich auf: YB gewinnt in Lausanne mit 2:0.

Mischi Wettstein: Halt, Böhli – da muss ich dich korrigieren: Alvyn Sanches gewinnt gegen seinen Jugendverein. Und das auch nur, weil sein Ex-Club gar nicht auf Touren kommt. Aber ich will dir deinen Gute-Laune-Match nicht schlechtreden. Immerhin darf ich dir und deiner löcherigen «Käse-Abwehr» zu einem Zu-Null gratulieren!

YB
Alvyn Sanches schiesst YB zum Sieg in Lausanne (Archivbild). - keystone

Christoph Böhlen: Danke, ich nehme dieses «Kompliment» gerne an. Der Sieg war dreifach wichtig: Erstens gelingt der erste Dreier gegen Lausanne nach zuletzt drei Niederlagen. Zweitens feiert YB den zweiten Auswärtssieg in Serie. Und Drittens: Die Diskussion um die Top 6 ist entscheidend, das Minimalziel ist also erreicht worden. Will man sich aber Platz 3 noch sichern, muss YB jetzt durchstarten – wie auch der FCB.

Übrigens: Wenn ich dich vorhin «gelobt» habe wegen deines Leroy-Urteils – so muss ich dir jetzt nachträglich auch noch einen mitgeben: Der von dir kritisierte Armin Gigovic war bei YB neben Alvyn Sanches der beste Spieler auf dem Platz!

YB
Armin Gigovic (Nummer 37) jubelt mit YB über den Auswärtssieg in Lausanne. - keystone

Mischi Wettstein: Du kannst mich nicht umstimmen, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Lass mich wissen, wenn er mal zehn Spiele am Stück sein Leistungspotential abruft.

Nau.ch: Wechseln wir den Schauplatz: Winterthur sendet ein Lebenszeichen und feiert einen Auswärtssieg in Luzern.

Mischi Wettstein: Winti hat für einmal das Schlachtenglück, das ihnen schon X-Mal gefehlt hat, auf seiner Seite. Der Sieg ist aller Ehren wert, in Luzern musst du erst einmal gewinnen. Und mit dem 1:2 wird auch die FCL-Minichance auf die Top-6 endgültig begraben. Diese Entscheidung ist gefallen – und das noch vor dem Direktduell gegen Lausanne.

FC Winterthur
Patrick Rahmen gewinnt mit dem FC Winterthur in Luzern. - keystone

Christoph Böhlen: Apropos gefallene Entscheidungen: Die nächsten Wochen werden wohl nur noch zum lockeren Auslaufen? Die wichtigsten Entscheidungen in der Super League sind doch bereits durch…

Mischi Wettstein: Böhli, wovon träumst du denn? Im Tabellenkeller ist es spannender als je zuvor. Der Zürcher Fussball ist im Elend!

Nau.ch: Dann nehmen wir diesen Ball gleich auf, Mischi. Dein FCZ verliert sein Heimspiel gegen Sion mit 1:2.

Mischi Wettstein: … (schweigt)

Christoph Böhlen: Mischi, bist du noch da?

Mischi Wettstein: Natürlich bin ich noch da. Ich wollte dir nur meine Sprachlosigkeit zum Thema FCZ mitteilen.

Christoph Böhlen: Deine Zürcher verlieren ja immerhin gegen Sion, die Walliser spielen eine gute Saison. Du glaubst ja nicht im Ernst, dass der FCZ in der Tabelle noch ganz unten reinrutscht?

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Nau.ch-Fussballchef Mischi Wettstein fragt Trainer Dennis Hediger nach der vierten Niederlage in Folge: «Muss der FCZ zum Psychiater?» - Nau.ch

Mischi Wettstein: Nein ganz sicher nicht! Aber der FCZ ist ein Patient für den Psychiater. Die Platte hat einen Sprung, ich höre jede Woche dieselben Worte und ändern tut sich nichts.

Wer im Tabellenkeller welchen Platz einnimmt, wird sich in den Direktbegegnungen zeigen. Am 11. April reist GC zu Winti und in der «Verlierer-Gruppe» werden die Kellerkinder auch nochmal aufeinandertreffen.

Man stelle sich vor, der Winti-Sieg war keine Eintagesfliege und das Rahmen-Team gewinnt noch zweimal gegen GC? Jeder, der rechnen kann, sieht: Dann wäre eine Aufholjagd möglich.

Aber eben: Die Entscheidung, wer den Barrage-Zonk zieht und wer das Abstiegsbillet fasst, sehen wir nach 38 Runden. Stand jetzt ist für mich klar, dass der Barrage-Platz zum dritten Mal in Serie an GC geht.

GC
GC verliert im Thuner Schnee deutlich. - keystone

Nau.ch: Du hast GC bereits angesprochen: Die Hoppers kassieren eine 1:5-«Flättere» bei Leader Thun.

Christoph Böhlen: Zum wiederholten Male gratulieren wir dem FC Thun zum Meistertitel. Die Berner Oberländer marschieren unaufhaltsam weiter, lassen sich auch vom schneebedeckten Kunstrasen nicht aufhalten. Ich bin gespannt, ob Thun den Sack noch vor der Ligateilung zumacht.

FC Thun
Der FC Thun marschiert weiter in Richtung Meistertitel. - keystone

Dafür scheint es hinter den Kulissen zu brodeln: Rund um Hauptaktionär Beat Fahrni soll es zu Veränderungen kommen. In Thun wird sogar darüber spekuliert, dass er seine Aktien verkauft. Ich bin gespannt, wie es beim Bald-Meister weitergeht.

Natürlich haben wir beim FCT angefragt, wurden aber auf den Verlauf dieser Woche vertröstet. Dann will man wohl über neue Entwicklungen informieren.

Zurück zum Spiel: Was sagst du zum GC-Auftritt?

Mischi Wettstein: Die Hoppers-Bilanz 2026 ist schon bedenklich: GC gewinnt erst ein Liga-Spiel in diesem Jahr. Trotzdem darf man von GC kaum erwarten, dass sie bei Leader Thun gewinnen.

FCZ
Der FCZ empfängt am Wochenende den FC Thun. - keystone

Allerdings gibt es im Fussball immer wieder Wunder – auch Thun wird mal wieder verlieren. Und wer weiss, vielleicht ist es der «gruusig» vor sich hin tölpelnde FCZ, der am Wochenende gegen Thun aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Und nach vier Pleiten in Serie endlich wieder gewinnt. Und das ausgerechnet gegen den kommenden Meister.

Christoph Böhlen: (lacht) Jetzt muss ich die Frage zurückgeben, Mischi: Wovon träumst du in der Nacht? Als nächstes traust du GC auch noch einen Sieg in Genf zu?

Mischi Wettstein
Mischi Wettstein ist Fussball-Chefreporter bei Nau.ch. - Nau.ch

Mischi Wettstein: Tatsächlich, ja! Servette gegen GC ist wie ein «Verlierer-Cupfinal». Den Hoppers traue ich durchaus zu, bei den Grenats zu überraschen. Im Gegensatz zu Winterthur, das zuhause auf den FCB trifft. Das gibt, bei aller Sympathie, keine Punkte, solange der FCB wieder ohne Leroy beginnt (lacht). Sonst tippe ich stinkfrech auf einen Winti-Sieg.

Wer gewinnt am Sonntag auf der Schützenwiese?

Christoph Böhlen: Das wird mit oder ohne Leo Leroy nicht einfach: Winti hat jetzt schon drei Spiele in Serie nicht verloren – und auf der Schützenwiese sind auch schon andere Teams gestolpert.

Nau.ch: Wie immer zum Schluss die Frage: Was ist euch sonst noch aufgefallen?

FC Aarau
Der FC Aarau gewinnt den Spitzenkampf der Challenge League gegen Vaduz. - keystone

Christoph Böhlen: Sieg im Spitzenkampf für den FC Aarau! Der FCA gewinnt auf dem Brügglifeld mit 2:0 gegen Leader Vaduz und schliesst punktemässig auf. Meine Aufstiegswette erhält wieder Aufwind. Was meinst du dazu, Mischi? Du warst ja vor Ort!

Mischi Wettstein: Ich habe in diesem Spiel den Aufsteiger gesehen – und den Verlierer der Barrage. Aber ich hülle den Mantel des Schweigens darüber, wer welchen Part übernimmt.

Nach dem Spitzenkampf lege ich mich aber fest: Egal, wer in die Barrage kommt: Dieses Team wird nicht aufsteigen. Die Differenz zum Tempo in der Super League ist schlicht zu gross.

FC Aarau
Der «Brügglifeld-Wein» des FC Aarau. - Nau.ch

Übrigens habe ich nach jahrelangen Besuchen auf dem Brügglifeld noch etwas Neues entdeckt, das ziemlich cool ist: Es gibt einen Brügglifeld-Wein! Davon ist sicher der eine oder andere Tropfen nach dem Sieg geflossen.

Christoph Böhlen: Ich hoffe, du konntest dir auch ein Glas genehmigen bei meinem Aufstiegsfavoriten?

Wer steigt direkt auf?

Mischi Wettstein: Nein Chef: Wenn ich arbeite, trinke ich nie! Zum Spiel: Aarau ist individuell sicher besser besetzt als Vaduz. Die Liechtensteiner spielen aber einen gepflegten Fussball mit viel Ballbesitz und überzeugen durch ihr Kollektiv. Dazu strahlt Trainer Marc Schneider die nötige Coolness aus.

Es bleibt bis zum Schluss spannend. Am zweitletzten Spieltag (Runde 35) kommt es in Vaduz nochmals zur Affiche gegen Aarau. Gut möglich, dass sich in diesem Spiel der Aufsteiger herausstellt.

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen ist Sportchef bei Nau.ch. - Nau.ch

Steigt der FCA mit diesem Team aber nicht auf, hat es Trainer Iacopetta «vergeigt». Mit diesem Kader musst du aufsteigen – jetzt oder nie! «Bruni», es liegt an dir: Werde zum Helden oder zum Loser!

Super League - Super League: Regular Season (16.03.2026)SpSNUTorePkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland30235271:3371
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen29167658:3554
3.FC Lugano LogoFC Lugano29148746:3649
4.FC Basel LogoFC Basel30149745:3949
5.FC Sion LogoFC Sion301171243:3445
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys301311660:5545
7.FC Luzern LogoFC Luzern30912958:5636
8.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport30912945:4936
9.Servette LogoServette307111248:5633
10.FC Zürich LogoFC Zürich30917442:5931
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich30516938:5624
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur30419734:8019
Super League - Super League: Regular Season (16.03.2026)SpPkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland3071
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen2954
3.FC Lugano LogoFC Lugano2949
4.FC Basel LogoFC Basel3049
5.FC Sion LogoFC Sion3045
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys3045
7.FC Luzern LogoFC Luzern3036
8.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport3036
9.Servette LogoServette3033
10.FC Zürich LogoFC Zürich3031
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich3024
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur3019

Kommentare

User #3725 (nicht angemeldet)

Stimmt es, dass diese Saison gleich drei(3) absteigen müssen?

User #6403 (nicht angemeldet)

Das eigentliche Thema ist doch: welche Gurke ist rein zufälligerweise in diesem Jahr die grösste und weniger geschmacklose in dieser zweitklassigen Gurkenliga. Anspruchsvolle Gemüsefreunde interessieren sich doch nicht für diese Gurkenliga.

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