FC Zürich – Yanick Brecher: «Vor der Südkurve hat es mich erwischt»
Die «Nachspielzeit» von Mischi Wettstein ist nach dem letzten Saisonspiel des FC Zürich nur einem Spieler gewidmet: Yanick Brecher bestritt seine letzte Partie.
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Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag steht Yanick Brecher zum letzten Mal beim FC Zürich zwischen den Pfosten.
- Der 32-Jährige beendet nach 367. Einsätzen seine Karriere.
- Im Abschieds-Interview erklärt der Keeper unter anderem, warum er aufhört.
Dass der FC Zürich das Kehraus-Spiel gegen Servette mit 0:2 verliert, interessiert am Samstag kaum jemanden. Die letzte Partie der Saison steht ganz im Zeichen des Abschieds einer Club-Ikone: Yanick Brecher steht zum letzten Mal im FCZ-Tor!

Was Nau.ch-Leser schon am Mittwochmorgen wussten, bestätigten die Zürcher einige Stunden später: Mit 32 Jahren beendet Yanick Brecher seine Karriere. Damit endet beim FCZ eine Ära: Gegen Servette bestreitet der Keeper sein 367. Spiel für seinen Verein!

Im Abschieds-Interview mit Chefreporter Mischi Wettstein spricht Yanick Brecher über seine Emotionen: «Ich bin mega glücklich, wie dieser letzte Tag gelaufen ist und über die Wertschätzung, die ich erhalten habe. Das war unglaublich. Dafür bin ich sehr dankbar. Jetzt geht es darum, das alles in den nächsten Tagen zu verarbeiten.»

Brecher: «Rolle als Nummer 2 hätte mich nicht glücklich gemacht»
Feuchte Augen gibt es Brecher bei seinem Abschiedsauftritt auch: «Ich habe weniger Tränen vergossen, als erwartet. Ich habe es bis vor die Südkurve geschafft, dort hat es mich dann kurz erwischt», so Brecher im Interview.
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«Es war nicht nur heute emotional, sondern schon in den letzten Tagen als es bekannt wurde. Das braucht nicht Tage, sondern Woche, um das alles zu realisieren. Schön, konnte ich meine Karriere auf dem Platz beenden.»

Ein Slogan beim FC Zürich lautet: «Nie usenand gah». Mischi Wettstein will wissen: «Warum gehst du trotzdem?»
«Ganz gehe ich nicht, ich bleibe ja noch als Botschafter beim FC Zürich», so der Keeper. «Aber es wurde Zeit, das Kapitel auf dem Platz zu schliessen. Jetzt geht ein neues Kapitel auf – und darauf freue ich mich.»

Brecher erklärt seinen Entscheid: «Es hätte die Möglichkeit bestanden, als Nummer zwei zu bleiben. Aber ich habe gewusst, dass mich das nicht glücklich machen würde. Ich kann dem Team in dieser Rolle nicht geben, was sie brauchen würde.»

«Darum stellte sich die Frage: Noch einmal ein Abenteuer oder beende ich meine Karriere? Als ich 2022 einen Fünfjahresvertrag unterschrieben habe, war für mich klar, dass ich meine Karriere beim FC Zürich beende. Das habe ich so eingehalten – und es in den letzten Wochen überhaupt nicht bereut. Und das tue ich auch jetzt nicht.»

Kamberi und Tsawa schwärmen von Yanick Brecher
Dass Brecher beim FC Zürich eine Lücke hinterlässt, bestätigen auch seine Teamkollegen.
Lindrit Kamberi sagt zu Nau: «Wir verlieren einen Mitspieler – aber haben ein sehr guten Freund gewonnen. Er ist ein guter Kollege von mir, ich mag ihm alles gönnen. Er ist ein loyaler Mensch und immer da, wenn man ihn braucht. Er ist auf und neben dem Platz ein Leader.»
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Und auch Youngster Cheveyo Tsawa schwärmt: «Es ist schwierig, diese Karriere in Worte zu fassen. Ich habe ihm extrem viel zu verdanken. Ein Riesenkompliment an ihn, er kann extrem stolz auf sich sein. Ich werde ihn als Person auf und neben dem Platz vermissen, er wird diesem Team extrem fehlen.»
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Zum Schluss bedankt sich auch Nau.ch-Chefreporter Mischi Wettstein bei Yanick Brecher, der die Karriere des FCZ-Goalies jahrelang begleitet hat: «Ich sass heute auf der Tribüne und habe mich vorbereitet – und da muss ich ehrlich sagen: Ich hatte einen ‹Klotz› im Hals. Du wirst wirklich fehlen und ich möchte mich bedanken – es war richtig schön mit dir!»












