Stadt Zürich

Ex-USZ-Herzchirurg und Klinikchef Maisano wehrt sich

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Zürich,

Der frühere Zürcher Klinikchef Francesco Maisano weist sämtliche Vorwürfe rund um das umstrittene Cardioband zurück.

Francesco Maisano
Der ehemalige Leiter der Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich (USZ), Francesco Maisano, sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Herzchirurg Francesco Maisano weist in einem Interview alle Vorwürfe zum Cardioband zurück
  • Maisano betont, dass 11 Todesfälle bei rund 4500 Eingriffen in fünf Jahren angefallen sei.
  • Gleichzeitig kritisiert er das Schweigen ehemaliger Kollegen am Zürcher Unispital scharf.

Der für sein umstrittenes Cardioband an den Pranger geratene frühere Zürcher Klinikchef und Herzchirurg, Francesco Maisano, weist in einem Interview alle Vorwürfe zurück. Das Mailänder Spital San Raffaele, an dem Maisano derzeit Chefarzt ist, hat ein Audit angeordnet.

«In Zürich haben wir die Tür auch für die komplexesten Fälle offen gehalten. Und gerade durch die innovativen Verfahren haben wir die Risiken für diese Patienten begrenzt», sagte Maisano zur «NZZ am Sonntag». Man habe ihn nach Zürich geholt, um innovative Verfahren wie den Einsatz des Cardiobands voranzutreiben. Und weiter: «Die Universität erhielt einen Anteil an den Einnahmen aus meinen Kooperationen mit der Industrie.»

Maisano begrüsst die Untersuchungen in Italien und zeigt sich überzeugt davon, dass sie «Klarheit schaffen werden».

Maisano kritisiert das Schweigen am USZ

Zu schaffen mache ihm «das Schweigen von Dutzenden von Kollegen und ehemaligen Mitarbeitern», so Maisano über das Universitätsspital Zürich (USZ). Sie würden die Fakten kennen und schweigen, «um nicht unter die Räder zu kommen». Und er betonte: «Wenn diejenigen, die Bescheid wissen, frei sprechen könnten, würden wir alle mehr erfahren – im Interesse der Patienten und von Institutionen wie dem USZ, das ich nach wie vor zutiefst schätze.»

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Im Bereich der Herzchirurgie am USZ spielte Francesco Maisano eine zentrale Rolle in der laufenden Debatte. (Symbolbild) - keystone

Am unzutreffendsten sei seine Darstellung in den Medien als «skrupelloser Innovator». Er habe Techniken und Geräte so entwickelt, wie es jeder Arzt tun sollte, dem das Wohl seiner Patienten am Herzen liege: auf der Suche nach sichereren, weniger invasiven Instrumenten, mit denen Menschen erreicht werden können, die mit der traditionellen Chirurgie nicht behandelt werden könnten.

«Es herrschte völlige Transparenz»

Die andere Ungerechtigkeit sei der Vorwurf der Intransparenz. «Alle unsere innovativen Eingriffe wurden vollständig auf Video aufgezeichnet», sagte Maisano. Hunderte von Fachleuten aus aller Welt seien nach Zürich gekommen, «um unsere Techniken» zu beobachten. «Wir haben die Ergebnisse veröffentlicht. Es herrschte völlige Transparenz.»

Angesprochen auf eigene Fehler sagt Maisono, es sei ihm nicht immer gelungen, «meine klinische Vision in einen kulturellen und institutionellen Kontext zu integrieren, der sich von meinem eigenen unterschied». Die «sprachliche und kulturelle Barriere» habe eine Rolle gespielt. Er habe nicht immer alle notwendigen internen Allianzen aufgebaut.

«Elf Fälle bei 4500 Einsätzen»

Zum Vorwurf dutzender unnötiger Todesfälle bei seinen Operationen am Universitätsspital Zürich entgegnet der Herzchirurg, die Sterblichkeit konzentriere sich auf konventionelle chirurgische Eingriffe, nicht auf innovative oder kathetergestützte Verfahren. Das sei der klinisch relevanteste Punkt, der in der Medienberichterstattung am meisten fehle, da diese eine falsche Verbindung zwischen innovativen Eingriffen und Sterblichkeit hergestellt habe.

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Der Herzchirurg weist alle Vorwürfe zurück. (Symbolbild) - keystone

Und es gehe um lediglich elf Fälle, die bei der Staatsanwaltschaft landeten. Dabei sei geklärt worden, dass keine vorsätzlichen Aspekte als Ursache für die Todesfälle erkennbar seien. «Elf Fälle in fünf Jahren bei insgesamt etwa 4500 Einsätzen», betonte Maisano.

Patienten mit hohem Sterberisiko

Es gebe zudem Patienten, die mit einer Sterbewahrscheinlichkeit von bis zu 50 Prozent in den Operationssaal kämen. Jeder Zweite überlebe nicht. Ältere Menschen, mit mehreren Erkrankungen, mit komplexer Anatomie, die bereits zuvor operiert worden seien, Patienten, die viele Zentren ablehnten, weil eine Operation die Statistiken verschlechtern würden.

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Das Universitätsspital Zürich. - keystone

Seine Patienten seien vor den Eingriffen über die Risiken und den innovativen Charakter der Verfahren aufgeklärt worden. Er sei bei den Patientengesprächen von einem muttersprachlichen medizinischen Assistenten begleitet worden.

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Kommentare

User #1051 (nicht angemeldet)

Vom Täter zum Opfer.Für die Familien ein schlag ins Gesicht.

User #2200 (nicht angemeldet)

Arrogant war er, arrogant bleibt er. Das ist die Macht der Kirurgen. In USA wäre anders!

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