FC Thun: «Dank Privitelli-Poker jubelt Thun heute auch in Zagreb»
Für den FC Thun geht es heute um den Einzug in die dritte CL-Quali-Runde. Es winken Millionen! Schafft die Privitelli-Elf im Hexenkessel von Zagreb den Coup?

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Hinspiel ist für Thun in der Champions-League-Quali weiter alles offen.
- Schaffen die Berner Oberländer heute in Zagreb die Überraschung?
- Auf der Sportredaktion von Nau.ch ist man sich uneinig.
Showdown in Zagreb: Der FC Thun kämpft heute gegen Dinamo um den Einzug in die dritte Runde der Champions-League-Qualifikation.
Nach dem 1:1 im Hinspiel ist nach wie vor alles offen. Schaffen die Berner Oberländer im Stadion Maksimir den Coup?
Auf der Sportredaktion von Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.
Christoph Böhlen, Sportchef
«Hand aufs Herz: Dinamo Zagreb hat den FC Thun letzte Woche schlicht unterschätzt. Den Schweizer Überraschungsmeister sah man in Kroatien nicht als grosse Hürde – und so hat man in der ersten Halbzeit auch gespielt. Bestes Beispiel: Der ‹Abschluss› von Stürmer Beljo.
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Natürlich kann man jetzt festhalten: Nach der Pause hat man gesehen, wer mehr Qualität auf den Platz bringt. Das späte 1:1 ist nicht gestohlen. Trotzdem kommt auch Thun nach der Pause zu gefährlichen Konterchancen. Und die wird es auch heute Abend im Maksimir geben.
Der freche Poker von Neo-Coach Gian-Luca Privitelli ist aufgegangen: Er rotiert vor dem Luzern-Spiel heftig, siegt trotzdem. Und hat jetzt für heute nicht nur erholte Leistungsträger in der Hinterhand – sondern auch einen Kader, in dem fast jeder mit Einsatzchancen rechnen kann und darf.

Dass Thun Dinamo individuell unterlegen ist, liegt auf der Hand. Aber das war auch in der vergangenen Saison nicht die Stärke des Überraschungsmeisters.
Diese hat der FC Thun an ganz anderen Orten: Das ganze Team weiss, wie man spielen will. Jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft – es ist schlicht ein funktionierendes Kollektiv. Das hat sich unter Privitelli nicht geändert. Der Thuner Bonus: Offenbar werden die Berner Oberländer noch immer regelmässig unterschätzt.
In vier von fünf Fällen gewinnt Dinamo zuhause gegen die Thuner. Doch wenn der kroatische Spitzenclub auch heute wieder ein paar Prozent vermissen lässt, wird das Privitelli-Team eiskalt zuschlagen. Und das nächste Märchen-Kapitel schreiben.»

Matthias Neuhaus, Sportredaktor
«Die Ausgangslage stimmt mich aus Sicht der Thuner nicht gerade positiv. Zugegeben: Die Privitelli-Elf zeigte im Hinspiel – insbesondere in der ersten Halbzeit – einen ordentlichen Auftritt.
Dinamo brauchte aber auch Zeit, sich an den ungewohnten Kunstrasen zu gewöhnen. Je länger die Partie dauerte, desto besser wurden die Kroaten. In der Schlussphase waren sie spielbestimmend, der Ausgleich war verdient.

Und nun kann Zagreb im Rückspiel im heimischen Stadion Maksimir antreten. Die heissblütigen Fans werden die Arena in ein Tollhaus verwandeln. Ein klarer Vorteil für die Hausherren.
Zudem ist Dinamo auf heimischem Terrain sackstark. Aus den letzten 14 Heimspielen resultierten zwölf Siege, ein Remis und nur eine Niederlage. Diese ist bereits über fünf Monate her.

Mit Dion Beljo haben die Kroaten ausserdem einen absoluten Top-Stürmer in ihren Reihen. In der letzten Saison erzielte er 31 Tore in 36 Spielen. Kaum vorstellbar, dass er nach dem Hinspiel auch im Rückspiel ohne Treffer bleibt.
Ich bezweifle, dass Thun im Hexenkessel von Zagreb bestehen kann.»














