Chaos beim Super-Ligisten FC Lugano: Einen Monat nach dem Verkauf seiner Aktien kehrt Angelo Renzetti als Mehrheitsaktionär zum FC Lugano zurück.
Angelo Renzetti FC Lugano
Hat wieder das Sagen beim FC Lugano: Angelo Renzetti. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Mai verkauft Angelo Renzetti seine Anteile am FC Lugano an zwei Italiener.
  • Doch offenbar haben die beiden neuen Besitzer noch keinen Franken überwiesen.
  • Renzetti und der Club widerrufen nun den Deal, der Architekt übernimmt den Posten wieder.

Grosses Chaos beim FC Lugano: Präsident Angelo Renzetti hat im Mai sein Aktienpaket verkauft. Der ausgebildete Architekt besass 60 Prozent der Anteile.

Doch offenbar haben die neuen italienischen Mehrheitsaktionäre Thyago Rodrigo de Souza und Giammarco Valbusa noch keine Rappen an Renzetti überwiesen. Und heute Dienstag ist die Bombe geplatzt.

Angelo Renzetti: «Ich entschuldige mich bei allen Tessinern»

Der Verein gibt an einer Pressekonferenz bekannt: Die beiden Italiener seien an einer Aktionärsversammlung abberufen worden. Rodrigo de Souza und Valbusa hätten die Auflagen der Liga nicht erfüllt, wird als Grund genannt. Und die Übergabe hätte nicht abgesegnet werden können.

FC Lugano
Thyago Rodrigo De Souza sollte neuer Besitzer des FC Lugano werden. - keystone

Damit übernimmt Renzetti das Aktienpaket wieder. «Ich entschuldige mich bei allen Sportlern, bei den Tessinern, ich habe eine Verhandlung geführt, ohne die notwendigen Garantien zu haben.» Dies meint er an der Pressekonferenz am Dienstag.

Und weiter: «Lassen Sie uns versuchen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen.» Es seien viele Dinge schwierig geworden. «Wir müssen einen Berg besteigen, aber ich bin dabei.»

Abel Braga FC Lugano
Abel Braga ist der neue Trainer des FC Lugano. - FC Lugano

Der FC Lugano hat zuletzt teure Verpflichtungen getätigt. Zum einen wurde Abel Braga als neuer Trainer aus Brasilien geholt. Und wenige Wochen später wurde vermeldet, dass Stürmer Demba Ba künftig für die Tessiner auf Torejagd geht.

Renzetti muss über Verträge

Klingt eigentlich gut, doch dafür müssen die Luganesi tief in die Tasche greifen. Allein der neue Coach soll rund 1,5 Millionen Franken jährlich verdienen. Unter Renzetti könnten die Verträge noch einmal überarbeitet werden.

Er sagt: «Wir haben hier einen Trainer mit Charisma, mit Gewicht. Aber wir müssen verstehen, ob das, was er in Lugano vorfinden wird, das ist, was er erwartet hat.»

Demba Ba
Demba Ba wird neu für den FC Lugano auf Torejagd gehen. - Keystone

Man müsse nun Überlegungen anstellen, die mit dem Budget zusammenhängen. Ähnlich sieht die Situation im Fall von Demba Ba aus. Der 36-Jährige dürfte die Tessiner ebenfalls eine hohe Summe kosten.

Renzetti: «Im Prinzip würde ich mir wünschen, dass er bleibt. Aber er hat Erwartungen an seine Zeit nach der Karriere im Verein und darüber müssen wir reden.»

Renzetti übernimmt das Ruder beim FC Lugano wieder. Doch Ruhe wird wohl noch lange keine einkehren.

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