8. Berner Gelenksymposium im Stadion Wankdorf
Ambulante Hüft- und Knieprothetik ist in der Schweiz bislang kaum etabliert. Das Berner Gelenksymposium zeigt, woran es liegt und welche Lösungen möglich sind.

Warum werden Hüft- und Knieprothesen in der Schweiz kaum ambulant eingesetzt, obwohl entsprechende Modelle im Ausland längst etabliert sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich das 8. Berner Gelenksymposium am kommenden Samstag (12. September) im Stadion Wankdorf.
In Ländern wie den USA, Frankreich und England ist die ambulante Hüft- und Knieprothetik bereits etabliert. In der Schweiz kann dieses Versorgungsmodell bislang dagegen nur sehr eingeschränkt umgesetzt werden.
Aus Sicht der Veranstalter fehlt es dabei weder an medizinischen Konzepten noch an geeigneten Patientinnen und Patienten.

Eine entscheidende Hürde sehen sie vielmehr bei den finanziellen Rahmenbedingungen. Die bestehende ambulante Tarifpauschale bilde die tatsächlichen Kosten einer solchen Behandlung nur unzureichend ab. Dadurch werde eine medizinisch sinnvolle und potenziell kostengünstigere Verlagerung ausgewählter Eingriffe in den ambulanten Bereich erschwert.
Am Gelenksymposium soll deshalb gezeigt werden, wie ambulante Hüft- und Knieprothetik konkret funktionieren kann, heisst es in der Medienmitteilung. Grundlage dafür seien unter anderem Erfahrungen aus Hospitationen bei internationalen Zentren.
Vorgestellt werde zudem ein bereits ausgearbeitetes Versorgungskonzept, das neben dem operativen Ablauf auch die postoperative Betreuung zu Hause und die dafür notwendigen Strukturen berücksichtigt.
Am Samstagnachmittag steht zunächst ein Vortrag von Dr. G. Villeminot auf dem Programm. Unter dem Titel «Ambulante Prothetik – in Frankreich schon alltäglich» will er aus seiner praktischen Erfahrung berichten. Villeminot führe Knieprothesenoperationen bereits seit mehr als zehn Jahren ambulant durch.
Um 13.45 Uhr folgt der Vortrag von Dr. med. Thomas Schneider mit dem Titel «Ambulante Prothetik – woran hängt es bei uns eigentlich noch?». Dabei sollen die medizinischen, organisatorischen und insbesondere finanziellen Hürden in der Schweiz sowie ein konkretes Konzept zu deren Überwindung im Zentrum stehen.
Ab 14 Uhr ist eine gemeinsame Diskussion vorgesehen.












