Beni Thurnheer: «Hier liegt das Geheimnis der Schweizer Nati»

Beni Thurnheer
Beni Thurnheer

Winterthur Stadt,

«Das Geheimnis des Schweizer Erfolgs lag vielleicht in der gleichmässigen Verteilung.» Was Beni Thurnheer damit meint, lesen Sie in seiner Kolumne.

Beni Thurnheer
Beni Thurnheer (76) kommentierte auf SRF die Spiele der Schweizer Nati während Jahrzehnten. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In seiner Kolumne schreibt Beni Thurnheer über die WM.
  • Heute berichtet er über die Zusammensetzung der Teams.

Die Fussball-WM biegt in die Zielgerade ein und hat schon viele Geschichten geschrieben. Italien ist erst gar nicht dabei, Deutschland früh ausgeschieden. Und es gab viele sogenannte «Exoten» mit grossen Achtungserfolgen, die das Turnier bereicherten, ja prägten.

Dieser romantischen Betrachtungsweise stehen allerdings knallharte erzkapitalistischen Realitäten gegenüber.

90 Prozent in den Topligen

Betrachtet man nämlich die Startformationen der acht Viertelfinalisten anhand der Vereinszugehörigkeit der Spieler, stellt man fest: Nicht weniger als 90 Prozent aller Spieler stehen in einer der 5 Topligen unter Vertrag!

Im Einzelnen sieht die Rangliste so aus. England, Premier League: 33. Spanien, Primera Division: 19. Italien, Serie A: 11. Deutschland, Bundesliga: 10. Frankreich, Ligue 1: 8. Alle übrigen Ligen: 7.

Die besten Startbedingungen hatte nebst England Frankreich, doch die sehr zahlreichen Legionäre aus den afrikanischen Ländern schieden (fast) alle sehr früh aus.

Bemerkenswert: Beim französischen Nationalteam schafften es mit Dembélé und Doué nur zwei Spieler aus der eigenen Liga in die Startelf!

Umgekehrt litten Italien und Deutschland statistisch natürlich stark unter der Abwesenheit ihrer Teams unter den Weltbesten.

Sie bleiben aber mit ihren Ligen weiterhin eine Macht. Die 5 Topligen Europas regieren die Fussballwelt!

Das Geheimnis des Schweizer Erfolgs lag vielleicht in der gleichmässigen Verteilung. Drei Spieler sind in der Bundesliga aktiv, je zwei Stars spielen in England, Spanien, Frankreich und Italien.

WM 2026 Schweizer Nati
Murat Yakin wird auf dem Tribünenplatz feierlich in Empfang genommen. - SRF

Der Fussball bleibt aber überall attraktiv. Wir freuen uns schon wieder auf die Super League – und sogar auf die Challenge League!

Freust du dich nach der WM auf den Schweizer Fussball?

Zum Autor

SRF-Legende und Fussball-Experte Beni Thurnheer (76) reiste für die Gruppenspiele der Schweizer Nati in die USA – und lässt uns an seinen WM-Eindrücken davor, während und danach teilhaben. Diese Kolumne erscheint ebenfalls in der Winterthurer Zeitung.

Kommentare

User #5370 (nicht angemeldet)

Was meint denn Beni-National über die VOLLEN STADIEN aus aller Herren Länder, vor allem aus solchen wo für Reise, Unterkunft und Eintrittsticket mutmasslich ein Jahressalär hingeblättert werden muss?

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