WM-Rechte verkaufen? Blatter über Infantino: «Schadet dem Fussball»
Fifa-Boss Gianni Infantino (56) plant, die WM zu privatisieren. Die Empörung ist gross – auch sein Vorgänger Sepp Blatter (90) meldet sich zu Wort.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Vorhaben von Gianni Infantino, WM-Rechte an Investoren zu verkaufen, sorgt für Unmut.
- Vorgänger Sepp Blatter kritisiert die Pläne via Social Media scharf.
- Welche Rolle spielt US-Präsident Donald Trump beim Projekt?
Die WM-Privatisierungspläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino schlagen hohe Wellen. Von vielen Seiten hagelt es Kritik, die Uefa droht sogar mit einem Boykott.
Auch Sepp Blatter lässt das Vorhaben seines Nachfolgers nicht unkommentiert. Einmal mehr kritisiert er seinen Landsmann via Social Media scharf.

Blatter schreibt auf X: «Das enge Verhältnis zwischen dem Fifa- und dem US-Präsidenten erreicht neue finanzielle Dimensionen, die dem Fussball erheblich schaden. Niemand hat das Recht, unser Spiel zu verkaufen.»
Hat Trump die Finger im Spiel?
Medienberichten zufolge plant Infantino, WM-Rechte an Investoren aus der Wirtschaft zu verkaufen. Laut «The Times» sei dafür die Gründung eines Unternehmens vorgesehen.
Brisant: Gemäss den Quellen, auf die sich «The Times» bezieht, soll auch US-Präsident Donald Trump seine Finger im Spiel haben.
So soll die Risikokapitalfirma «Thrive Capital» als Kopf der Investorengruppe fungieren. Ausgerechnet jenes Unternehmen, welches von Joshua Kushner angeführt wird. Dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Laut Fifa soll Kushner allerdings nicht an den WM-Privatisierungsplänen beteiligt sein. In einer Stellungnahme betont der Weltverband dafür, dass es für das Vorhaben die Zustimmung der Mitgliedsverbände brauche.
Die Fifa spricht beim Projekt von einer «Ausweitung der Fördermittel für den Fussball».
Uefa: «Grenze überschritten»
Davon wenig erfreut ist die Uefa. Der europäische Teilverband reagiert mit scharfer Kritik.
Mit den WM-Privatisierungspläne der Fifa werde «eine Grenze überschritten», heisst es in einer Medienmitteilung.

Darin werden deutliche Worte gewählt: «Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsgüter. Insbesondere nicht, wenn keinerlei Transparenz darüber besteht, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns ist Eigentümer des Fussballs. Es steht der Fifa nicht zu, ihn zu verkaufen.»








