WM 2026: «Messi ist unwiderstehlich – auch für Finalgegner Spanien»
Das Beste zum Schluss: Im Final der WM 2026 trifft der Titelverteidiger und Südamerikameister auf den Europameister. Wer gewinnt? Bei Nau ist man sich uneinig.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab 21 Uhr spielen Titelverteidiger Argentinien und Spanien in New York um den WM-Titel.
- Sowohl für den Südamerika- wie auch den Europameister finden sich sehr gute Argumente.
- Nau.ch beleuchtet beide Seiten.
Die WM 2026 kommt zu einem Ende: Argentinien und Spanien spielen heute Abend (21 Uhr) in New York um den Titel.
Es ist das Duell des Titelverteidigers und Copa-América-Siegers gegen den Europameister. Lionel Messi gegen Lamine Yamal.
Beide Teams haben ihre herausragenden Qualitäten an der WM 2026 unter Beweis gestellt. Nicht zuletzt in den Halbfinals zeigten sie sich von ihrer besten Seite. Argentinien gegen England eine Halbzeit lang, Spanien gegen Frankreich über die gesamte Partie hinweg.
Bei Nau.ch gehen die Prognosen für den WM-Final deshalb auseinander.
Nicola Wittwer, Sport-Redaktor
«Argentinien wird wieder Weltmeister! Mein Tipp hat mehrere Gründe.
Ungeschlagenheit: Der Titelverteidiger ist auch in der KO-Phase der WM 2026 bislang nicht zu bezwingen. Das zieht sich durch die letzten vier Turniere, die die ‹Albiceleste› mit Trainer Lionel Scaloni allesamt gewinnen konnte: Copa América 2021, WM 2022, Copa América 2024.

Diese Ungeschlagenheit zeugt von der immensen Durchhaltefähigkeit, die die Argentinier haben. Aufgegeben wird nie, an den Sieg geglaubt immer.
Defensive: An der WM 2026 präsentiert sich Argentiniens Verteidigung durchaus anfällig. In den wichtigsten Momenten, ob Schlussminuten oder Verlängerung, hält sie aber dicht.
Gegen Spanien wird Ballbesitz eher Mangelware – die ‹Albiceleste› dürfte sich also zuerst nach hinten orientieren. Tut sie das, wird sie durch das leidenschaftliche und harte Verteidigen ihrer Spieler zum Bollwerk. Mit dem haben auch die Spanier grosse Mühe.
Erfahrung: Drei Turniersiege en suite sprechen für sich. Wenn jemand weiss, wie die grössten Spiele zu spielen sind, dann Argentinien.
Die drei Finals seit 2021 waren immer eng, wurden aber immer von den Südamerikanern gewonnen. Für «dreckiges» Spiel ist man sich nicht zu schade. Aus der Ruhe kommen eher die Gegner, die sich auch mal provozieren lassen.

17 Spieler Argentiniens haben zudem bereits einen WM-Final erlebt. Aufseiten Spaniens sind es null.
Lionel Messi – und Co.: Die ‹Albiceleste› ist im Spiel nach vorne völlig auf Lionel Messi ausgerichtet. Die Konsequenz: Acht Tore und vier Vorlagen in sieben Spielen für den Zauberkünstler. Argentinien macht diesbezüglich alles richtig.

Spanien hat an der WM 2026 bislang erst ein Gegentor kassiert. Einem Spieler wie Lionel Messi ist «La Roja» aber noch nicht gegenübergestanden. Spanien muss hoffen, dass die Nummer 10 und seine Mitspieler nicht effizient sind – denn Chancen werden sie sich erarbeiten.
Entscheidend wird aber nicht nur Messi. Auch Julián Álvarez, Lautaro Martínez oder Enzo Fernández können mit einer einzigen Situation für den Unterschied sorgen. Kommt die Offensive um Lionel Messi ins Rollen, ist sie schlicht unwiderstehlich – auch für Finalgegner Spanien.»

Christoph Böhlen, Sportchef
«Eine beeindruckende Auflistung von Argumenten. Aber ich halte dagegen! Lionel Messi hin, Lionel Messi her: Am Sonntag wird Spanien den WM-Pokal in die Höhe strecken.

Klar: An der WM 2026 gelingt es Argentinien immer, auf Rückstände oder Rückschläge zu reagieren. Aber das wird gegen Spanien eine ganz andere Ausgangslage sein. Im Gegensatz zu England oder unserer Nati werden die Iberer keinen Dauerdruck der Gauchos zulassen.
Spanien ist das technisch beste Team der Welt, ihre Spielweise hat sich in den letzten 15 Jahren kaum verändert. Will Spanien den Ball kontrollieren, können das auch die ruppigen Provokateure aus Argentinien nicht ändern.

Ich bin überzeugt: Wer in diesem WM-Final das erste Tor erzielt, krönt sich am Ende auch zum Weltmeister. Und das traue ich Spanien eher zu. Denn: Argentinien ist defensiv verwundbar, das hat auch das Spiel gegen die Nati gezeigt.
Geht Spanien in Führung, ist die Messe gelesen. Zumal ich – bei allem Respekt für die Nati und England – der Überzeugung bin, dass die Iberer die schwierigeren Gegner in der KO-Phase hatten.

Wer der Reihe nach Österreich, Portugal, Belgien und Frankreich ausschaltet, den kann nichts mehr überraschen. Da war das Programm mit den Kapverden, Ägypten, der Nati und England für Lionel Messi und sein Team machbarer. Zumindest auf dem Papier.
Ich rechne mit einem eher langweiligen WM-Final, bei dem Spanien das einzige Tor der Partie erzielt. Und damit den zweiten Weltmeister-Titel nach 2010 holt.»

















