WM 2026: Das eine WM-Spiel, das niemand will oder braucht
Das «Verlierer-Duell» an der WM 2026 zwischen England und Frankreich dürfte weder Fans noch Spieler begeistern. Nur die Fifa-Kasse profitiert. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstagabend (23 Uhr) steht in Miami das vorletzte Spiel dieser WM auf dem Plan.
- England trifft im Duell der Halbfinal-Verlierer um den dritten Platz auf Frankreich.
- Niemand will oder braucht dieses Spiel – ausser der FIFA.
Die WM 2026 liegt in ihren letzten Zügen. Die Halbfinals sind gespielt, die Finalisten stehen fest: Der Europameister Spanien fordert den amtierenden Weltmeister und Südamerika-Champion Argentinien. Es winkt ein packender Final als krönender Abschluss dieser WM.
Und dann ist da noch das andere Spiel, das vorletzte Spiel der WM 2026. Das, in dem keiner antreten möchte. In dem kein Fan seine Nation sehen möchte. Das Verlierer-Duell.

Am Samstag ab 23 Uhr Schweizer Zeit kämpfen Frankreich und England um den Titel als besserer Verlierer. Um das zweifelhafte Recht, sich «WM-Dritter» nennen zu dürfen.
Sportlich belanglos, dafür viel Geld für die FIFA
Die rhetorische Frage, warum dieses Spiel stattfindet, erspare ich mir selbst und allen Leserinnen und Lesern. Man muss weder Hellseher noch Buchhalter sein, um zu wissen: Es geht der FIFA auch hier nur um den schnöden Mammon.

Oder glaubt jemand, dass Frankreich oder England am Samstag in Miami mit dem letzten Einsatz auflaufen werden?
Die Mbappés und Kanes, die Bellinghams und Dembélés dieser Welt stehen wenige Wochen vor ihrer nächsten 60-Match-Saison. Keiner will sich in der sportlichen Belanglosigkeit des «Third Place Playoff» das Kreuzband reissen.

Auch hier beweist die UEFA, dass sie mehr Rückgrat und Selbstachtung besitzt als der Weltverband. Um den unbeliebten, ungewollten, unerwünschten dritten Platz muss an der EM niemand spielen.
Warum nicht noch vier Extra-Partien?
Die WM 2026 wäre ohne diese Partie nicht schlechter. Niemand will dieses Spiel, niemand braucht dieses Spiel. Niemand ausser Gianni Infantino und den Handlangern und Ja-Sagern, die ihn umgeben.
Ich hätte aber noch einen Vorschlag für das Portemonnaie der FIFA: Warum nicht auch um die Plätze fünf bis acht spielen? Die Viertelfinal-Verlierer hätten ihre «Loser-Halbfinals» mühelos am Dienstag und Mittwoch jeweils vor den Halbfinals spielen können.
Dann könnte man vor dem Final-Tag noch ein Spiel um Platz sieben und eines um Platz fünf ansetzen. Vier Extra-Matches für die FIFA-Kassen! (Und die Schweiz hätte noch zwei WM-Spiele mehr bestritten – hurra! Oder so.)

















