Der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge sieht in der nun schon zehnjährigen Dominanz der Münchner ein Problem für die Attraktivität der Bundesliga.
Der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge aufgenommen bei einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge aufgenommen bei einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. - Sven Hoppe/dpa

«Was ist Fussball? Fussball ist in erster Linie Emotion. Wenn du wieder drei Spieltage vor Saisonschluss mit zwölf Punkten vorne stehst, fehlt die», sagte Rummenigge im TV-Sender Bild.

«Es fehlt ein bisschen in der Spitze an Spannung. Die Spitze braucht wieder ein Stück weit mehr Emotion nach dem Vorbild England und Italien in dieser Saison», sagte Rummenigge. Die Bayern machten am Samstagabend mit einem 3:1 im Topspiel gegen Borussia Dortmund den zehnten Meistertitel in Serie vorzeitig perfekt. Rummenigge begrüsst, dass der BVB aktuell versuche, personell «ein Stückchen aufzurüsten».

Er bewertete den Sieg gegen Dortmund zugleich als «ein wichtiges Zeichen» der Bayern-Profis nach dem Ausscheiden aus der Champions League gegen den FC Villarreal. Der Meistertitel sei für ihn auch «kein Trostpreis». Der 66-Jährige hatte vor dieser Saison den Vorstandsposten beim deutschen Rekordmeister an Oliver Kahn (52) übergeben. «Der erste Titel, wenn man verantwortlich ist in diesem Club, ist schon sehr wichtig», bemerkte Rummenigge zu Kahn.

Julian Nagelsmann (34) bescheinigte er ein insgesamt ordentliches Premierenjahr als Bayern-Coach. «Bis Dezember hat er einen Topjob gemacht. In der Rückrunde gab es die eine oder andere diskussionswürdige Entscheidung», meinte Rummenigge. Dem jüngsten Münchner Meistercoach müsse man noch Zeit zur Entwicklung geben.

Die Bundesliga wird es nach Ansicht Rummenigges im europäischen Wettbewerb «nicht leicht haben» in den kommenden Jahren. «Der Transfermarkt ist ein entscheidender Faktor für Qualität im Kader. Bayern München hat eine Top-Mannschaft nach wie vor. Aber das Leben am Transfermarkt wird nicht einfacher werden», prophezeite er gerade mit Blick auf die deutlich finanzstärkeren Vereine in England.

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