Neue Fussball-Regeln: Umstrittener VAR soll noch mehr Macht bekommen

    Morgen Samstag findet eine wichtige Sitzung in Wales statt. Dort werden neue Fussball-Regeln beschlossen. Der VAR soll künftig häufiger eingreifen dürfen.

    VAR
    Schiedsrichter Lukas Fähndrich wird der VAR-Entscheid aufs Ohr gefunkt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bekommt der VAR bald deutlich mehr Macht?
    • Morgen Samstag findet in Wales die IFAB-Sitzung statt.
    • Dort wird auch entschieden, ob der VAR künftig in mehr Spielsituationen eingreifen soll.
    • Der Spielfluss soll aber verbessert werden.

    Nicht bei wenigen Fans ist er unten durch: Der VAR. Nau.ch-Leser forderten Anfang Saison gar die Abschaffung.

    Nun könnten die Diskussionen bald eine neue Wendung nehmen. Das International Football Association Board (IFAB) plant eine Ausweitung der VAR-Befugnisse statt einer Beschränkung.

    Die Entscheidung fällt morgen Samstag bei der IFAB-Sitzung in Wales.

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    Werden im VAR-Keller künftig öfters Knöpfe gedrückt? - keystone

    Die geplanten Änderungen könnten Auswirkungen auf verschiedene Ligen und die kommende Weltmeisterschaft haben. Der VAR soll künftig in mehr Spielsituationen eingreifen dürfen als bisher.

    IFAB plant Überprüfung aller Eckbälle

    Die wichtigste Neuerung betrifft Eckbälle. Jeder Corner soll künftig automatisch auf seine Richtigkeit überprüft werden. Diese Regel steht im Entwurf auf der IFAB-Agenda.

    Ziel ist es, falsch zugesprochene Eckbälle zu verhindern, die zu Toren führen könnten. Die Überprüfung soll in Echtzeit erfolgen. Dadurch will man lange Wartezeiten vermeiden, die bei anderen VAR-Checks oft entstehen.

    Soll der VAR auch Eckbälle überprüfen?

    Auch bei Gelben Karten soll der VAR künftig eingreifen können. Konkret geht es um zweite Verwarnungen, die zu einer Gelb-Roten Karte führen. Erste Gelbe Karten bleiben von der Überprüfung ausgenommen.

    Neue Regeln sollen Spiel beschleunigen

    Das IFAB will den Fussball schneller und attraktiver machen. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte dies gefordert. Er gehört dem IFAB kraft seines Amtes an.

    Zeitspiel gilt als Problem des modernen Fussballs. Die Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abschlag soll ausgeweitet werden. Sie soll künftig auch bei Torabstössen und Einwürfen gelten.

    Soll auch bei Einwürfen die Acht-Sekunden-Regel gelten?

    Der Schiedsrichter zeigt den Countdown mit den Fingern an. Bei Verstössen gibt es einen Eckball oder Einwurf für die gegnerische Mannschaft. Diese Regel soll Verzögerungen reduzieren.

    Auswechslungen werden zeitlich begrenzt

    Für Auswechslungen bleiben künftig nur noch zehn Sekunden Zeit. Spieler, die auf dem Feld behandelt werden, müssen eine bestimmte Zeit warten. Erst dann dürfen sie wieder aufs Spielfeld zurückkehren.

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    Der VAR soll künftig etwa auch bei Eckbällen eingreifen. - keystone

    Die genaue Wartezeit ist noch nicht festgelegt. Unklar ist auch, ob Torhüter von dieser Regel betroffen sind. Möglicherweise kann ein Teamkollege die Auszeit stellvertretend absitzen.

    Eine Ablehnung der Vorschläge wäre überraschend. Normalerweise folgen die IFAB-Mitglieder den Empfehlungen aus den Vorbereitungstreffen. Die Vorschläge wurden schliesslich von ihnen selbst entwickelt.

    Neue Regeln könnten zur WM eingeführt werden

    2024 gab es eine unerwartete Wendung bei den Regeländerungen. Die Blaue Karte für zehnminütige Zeitstrafen wurde überraschend abgelehnt. FIFA-Präsident Infantino legte damals kurzfristig ein Veto ein.

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    Die neuen VAR-Regeln könnten schon bei der WM im Sommer zum Einsatz kommen. - keystone

    Neue Regeln treten frühestens am 1. Juni in Kraft. So sieht es der traditionelle IFAB-Zeitplan vor. Die Weltmeisterschaft beginnt zehn Tage später.

    Die FIFA wird die IFAB-Vorgaben voraussichtlich schnell umsetzen. Damit könnten die neuen Regeln bereits bei der WM zur Anwendung kommen.

    Auch Luis Figo und Arsène Wenger mischen mit

    Das IFAB entscheidet seit jeher über Fussball-Regeln. Die Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland haben eine Sonderstellung. Der moderne Fussball erhielt 1863 in Grossbritannien erstmals ein Regelwerk.

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    Auch Luis Figo mischt bei den Regeln mit. - keystone

    Die vier britischen Verbände haben heute noch vier Stimmen im IFAB. Die FIFA als Weltverband besitzt das gleiche Stimmrecht. Diese Institution wird als Regelinstanz weltweit akzeptiert.

    Nach einer Reform werden auch externe Meinungen gehört. Experten wie Arsène Wenger oder Luís Figo beraten das IFAB. Dies soll die Entscheidungsfindung verbessern und verschiedene Perspektiven einbeziehen.

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    Kommentare

    User #3315 (nicht angemeldet)

    Bye bye Fussball! Die "Experten" machen unser Hobby kaputt. Bald brauchts den Schiedsrichter und auch uns Zuschauer nicht mehr. Der moderne Fussball kann vom Wettbüro übernommen werden.

    User #4829 (nicht angemeldet)

    Es sollte lediglich einen Bildschirm am Spielfeld geben, welcher der Schiri bei Unsicherheiten konsultieren kann. Es sollten nur noch Videosequenzen aus verschiedenen Richtungen zur Verfügung stehen. Aus dem VAR-Raum kein geplapper auf den Ohren des Schiris. Die Mannschaften sollen pro Halbzeit je eine Challange nehmen dürfen (Tennis Hawk-Eye ähnlich).

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