Nagelsmann holt Manuel Neuer zurück – jetzt brennt der DFB-Baum!
Manuel Neuer kehrt ins DFB-Team zurück und ist für die WM 2026 sogar als Nummer 1 geplant. Dafür hagelt es Kritik an Nationaltrainer Julian Nagelsmann.

Das Wichtigste in Kürze
- Manuel Neuer dürfte am Donnerstag wohl in den deutschen WM-Kader berufen werden.
- Ist der 40-Jährige an der WM-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada sogar die Nummer 1?
- Julian Nagelsmann gerät in die Kritik, weil er Oliver Baumann wieder auf die Bank setzt.
Nach monatelangem Hin und Her dürfte es am Donnerstag offiziell werden: Manuel Neuer wird mit der deutschen Nationalmannschaft an die WM 2026 reisen. Der 40-Jährige gibt sein Comeback im DFB-Team – und dürfte an der WM-Endrunde sogar wieder die Nummer 1 sein.

Damit rudert Nationaltrainer Julian Nagelsmann bei einer Ansage zurück, die er schon lange gemacht hatte: Oliver Baumann war während der WM-Qualifikation die Nummer 1 zwischen den deutschen Pfosten. Jetzt verliert er diesen Status wieder. Für diese Entscheidung muss Nagelsmann nun eine Menge Kritik einstecken.
Manuel Neuer als Nr. 1 «ein Vertrauensbruch»?
Unter anderem von zwei Ex-Nationaltorhütern, die vor 20 Jahren in einer ganz ähnlichen Situation waren. Damals musste sich DFB-Trainer Jürgen Klinsmann vor der Heim-WM zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann entscheiden. Für Lehmann wäre eine Kehrtwende Nagelsmanns gegenüber Baumann «ein Vertrauensbruch», wie er zur «Sport Bild» sagt.

«Julian Nagelsmann hatte sich zuletzt offen für Oliver Baumann als Nummer 1 ausgesprochen», so Lehmann. «Wenn es tatsächlich stimmt, dass Manuel Neuer nun im WM-Tor stehen würde, wäre das ein Vertrauensbruch. Auch andere Spieler würden sich Gedanken machen: Kann ich den Aussagen des Bundestrainers glauben?»

Lehmann hat zwar Verständnis, dass sich Baumann dem internen Konkurrenzkampf stellen müsste. «Das gehört dazu», so der Ex-Nationaltorhüter. «Aber er braucht – wie jeder andere Spieler – Klarheit. Ich muss mich auf den Trainer verlassen können.»
Torwarttausch für DFB-Legende Kahn «abenteuerlich»
Auch Oliver Kahn, der 2006 gegenüber Lehmann den Kürzeren zog, stellt sich hinter Baumann. Das machte der Ex-Bayern-Star im «Sport1-Doppelpass» unmissverständlich klar. «Wenn sich Julian jetzt auf einmal Gedanken macht, schnell einen Torwarttausch vorzunehmen, dann ist das natürlich schon abenteuerlich.»

Die Entscheidungen des Bundestrainers dürften nicht an den Launen einzelner Spieler aufgehängt werden, so Kahn weiter. «Die Spieler fragen sich dann natürlich: Wie glaubwürdig und verlässlich sind Aussagen künftig überhaupt noch? Das hätte man viel, viel früher abräumen müssen.»
Klinsmann fühlt in erneuter Torhüter-Debatte mit
Etwas mehr Verständnis für die Nagelsmann-Position hat indes Jürgen Klinsmann selbst. «Natürlich kann ich mit ihm mitfühlen, weil die ganze Nation wieder dieses Torhüterthema hat», sagt der Ex-Bundestrainer zur «Münchner Abendzeitung». «Mir tut es für die Beteiligten leid. Diese Diskussion wird sich bis zum Auftaktspiel hinziehen.»

«Aber er musste die Entscheidung treffen, die für ihn und seinen Trainerstab am besten ist. Da spielen die Tagesform und die Passung mit der Hintermannschaft eine wichtige Rolle. Und Manuel Neuer ist für mich der weltbeste Torwart der letzten 15 bis 20 Jahre», unterstreicht Klinsmann.

Der grosse Pechvogel in dieser Situation sei Oliver Baumann. «Er hat sich über Jahre hochgearbeitet und hatte Hoffnung, er hatte es auch verdient. Ich hoffe, dass die interne Kommunikation gestimmt hat und Nagelsmann das Thema mit ihnen frühzeitig geklärt hat. Wenn sie Bescheid wussten, ist es kein Thema.»
















