Das italienische Cup-Wunder von Cremona

    Peter Pflugshaupt
    Peter Pflugshaupt

    Italien,

    In der Serie A ohne Sieg – im Cup schon im Halbfinal. Der Schweizer Charles Pickel erlebt bei Cremonese sein italienisches Cup-Wunder.

    Charles Pickel Cremonese
    Der Schweizer Charles Pickel jubelt nach seinem Tor gegen Napoli im italienischen Cup. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Schweizer Charles Pickel spielt in Italien bei Serie-A-Aufsteiger Cremonese.
    • In der Meisterschaft kommt das Team nicht vom Fleck und muss um den Ligaerhalt bangen.
    • Im Cup hat Cremonese nacheinander Napoli und Roma geschlagen und steht im Halbfinal.

    Seit letztem Sommer spielt der Schweizer Charles Pickel (25) bei Cremonese in der italienischen Serie A. Der Mittelfeldspieler war zuvor in der Schweiz bei Basel, GC, Schaffhausen und Xamax. Später versuchte er sein Glück in Frankreich (Grenoble) und in Portugal (Famalicão).

    Und im vergangenen Sommer heuerte Pickel bei Serie-A-Aufsteiger Cremonese an. In der Meisterschaft läuft es beim Aufsteiger nicht gut. Nach 20 Runden steht das Team mit acht Remis und ohne Sieg auf dem letzten Platz.

    Serie A Cremonese
    Cremoneses David Okereke jubelt nach einem Tor in der Serie A gegen Inter. EPA/SIMONE VENEZIA - keystone

    Dafür erlebt Pickel in der Heimatstadt des Geigenbauers Stradivari sein wahres Cup-Wunder. Die «Grigiorossi», wie sie wegen ihrer seltenen Clubfarben Grau und Rot genannt werden, sorgen in der Coppa Italia für Furore.

    Schafft Cremonese den Einzug in den Cupfinal?

    Cremonese hat nacheinander Leader Napoli und die AS Roma aus dem Cup geworfen. Bereits nach dem Sieg gegen Napoli, bei dem Pickel ein Tor erzielte, stand die Stadt Kopf. Doch das Team von Trainer Davide Ballardini wiederholte den Coup und warf auch Roma aus dem Wettbewerb. Beide Siege kamen übrigens auswärts zu Stande.

    Cremonese
    Cremoneses Cyriel Dessers versenkt im cup-Viertelfinal gegen Roma-Goalie Rui Patricio einen Penalty. (Alfredo Falcone/LaPresse via AP) - keystone

    Das letzte, und bisher einzige, Mal stand Cremonese 1987 im Halbfinal der Coppa Italia. Trotz der Euphorie im Cup steht für den Club der Ligaerhalt «la salvezz» im Vordergrund. Trainer Ballardini hofft, die Energie und den Spirit der Cuperfolge in die Meisterschaft retten zu können.

    Halbfinal in Hin- und Rückspiel

    Jetzt steht Cremonese also im Halbfinal der Coppa Italia gegen Fiorentina. Gegen «La Viola» können sich Pickel und seine Teamkollegen einige Chancen ausrechnen. Auch wenn ein einzelner Sieg noch nichts nützt.

    Denn der Sieger wird in einem Hin- und Rückspiel ausgemacht. Eine Spezialität im italienischen Cup, die nur im Halbfinal zum Einsatz kommt. Den Finaleinzug muss man sich verdienen. Im anderen Halbfinal kommts zum Duell zwischen Juventus Turin und Inter Mailand, der letztjährigen Finalpaarung.

    Die Spiele finden am 4. April und am 25. April statt, der Final steigt am 24. Mai in Rom.

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