Der Poker um Erling Haaland geht weiter und der BVB hofft auf einen Verbleib. Gespräche mit Spieler, Vater und Berater sollen schon im Januar geführt werden.
Noch steht Erling Haaland bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Noch steht Erling Haaland bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Frust über das missratene Hinrunden-Ende seines Dortmunder Teams scheint bei Erling Haaland verflogen.

Madrid, London oder Manchester? Fast täglich gibt es neue Spekulationen über die Zukunft von BVB-Torjäger Erling Haaland. Gut möglich, dass schon in den kommenden Wochen eine Entscheidung fällt.

Haaland verbrachte Weihnachten in norwegischer Heimat

Noch hoffen die Dortmunder aber auf einen Verbleib des Ausnahmekönners. Zuletzt meldete sich der Torjäger über die Weihnachtstage mit einem Post aus seiner norwegischen Heimat. Er schrieb dazu: «Winterpause bedeutet für mich: Familie, Dankbarkeit und meinem Körper die Ruhe und Erholung zu geben, die er verdient.»

Doch spätestens nach dem Trainingsstart der Borussia am 3. Januar dürfte es mit der Beschaulichkeit vorbei sein. Neben dem anspruchsvollen Auftaktprogramm stehen für den 21 Jahre alten Torjäger wegweisende Gespräche über seine Zukunft an.

Gespräche im Januar

Weil der BVB Planungssicherheit anstrebt, soll es bereits im Januar zu Verhandlungen mit Haaland-Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola kommen. «Wir werden bemüht sein, es nicht erst im März oder April zu wissen», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Einige Beobachter wollen schon längst Indizien auf Abgangs-Gelüste des wuchtigen Stürmers ausgemacht haben. Dazu gehört die schnelle Flucht von Haaland in die Kabine nur 30 Sekunden nach dem bitteren 2:3 des BVB in Berlin am Ende der Hinrunde.

Ein klares Argument für einen baldigen Abgang ist auch, dass der BVB ein Weiterkommen in der Champions League verspielt hat. Hinter Ajax Amsterdam und Sporting Lissabon sind die Dortmunder nur auf dem dritten Gruppenrang gelandet. Dies soll den erfolgshungrigen Haaland an der Qualität des Teams zweifeln lassen.

Top-Clubs stehen Schlange

An möglichen Abnehmern mangelt es nicht. So ist laut Watzke das grosse Interesse des spanischen Rekordmeisters Real Madrid «verbürgt». Neben Real gelten vor allem englische Top-Clubs wie der FC Chelsea als Kandidaten. Auch Manchester United und Lokalrivale Manchester City sollen ihre Bemühungen derzeit intensivieren. Der FC Bayern übt sich dagegen bisher in Zurückhaltung. «Wir haben Robert Lewandowski. Der wird auch noch ein paar Jahre lang 30, 40 Tore schiessen», sagte Vorstandschef Oliver Kahn. Der 33 Jahre alte polnische Torjäger besitzt in München noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.

Trotz der fast täglich neuen Spekulationen hat der BVB die Hoffnung auf einen Verbleib von Haaland nicht aufgegeben. «Vielleicht gibt es dann auch 2,50 Euro mehr», kommentierte Watzke unlängst beim TV-Sender Bild Medienberichte, wonach der Bundesliga-Zweite eine satte Gehaltserhöhung für Haaland plant.

Welche Rolle spielt der BVB-Sponsor?

Dem Vernehmen nach bemüht sich zudem BVB-Ausrüster Puma um eine Zusammenarbeit mit dem Ausnahmekönner, dessen bisheriger Vertrag beim Sportartikel-Konkurrenten Nike am Jahresende auslaufen soll. Dass Puma-Chef Björn Gulden nicht nur ein Haaland-Landsmann, sondern auch ein Freund der Familie ist und dem Revierclub emotional nahe steht, könnte dabei helfen. «Meine Empfehlung wäre selbstverständlich, dass er noch ein Jahr Borusse bleibt. Ich weiss aber auch, dass gerade von allen Seiten an ihm gezogen wird», sagte er den «Ruhr Nachrichten».

Dass ein Privat-Ausrüstervertrag mit Puma, deren CEO Gulden im BVB-Aufsichtsrat sitzt, auch Haalands Entscheidung über die weitere Fortsetzung seiner Karriere in Dortmund beeinflussen könnte, mag der Manager aber so nicht bestätigen: «Die Wahl von Ausrüster und Verein muss man isoliert voneinander betrachten.»

Knifflige Gemengelage

Doch es könnte dem BVB in die Karten spielen, dass auch bei europäischen Top-Clubs das Geld nicht mehr so locker sitzt wie vor der Corona-Pandemie. Das Gesamtpaket für Haaland aus Gehalt, Ablöse und Provisionen wird auf weit über 200 Millionen Euro geschätzt. Diese immense Summe ist in Pandemie-Zeiten nur schwer zu stemmen.

Die knifflige Gemengelage scheint Berater Raiola nicht zu beunruhigen. «Wir werden nach der besten Option suchen. Ich schliesse nicht aus, dass er noch ein Jahr in Dortmund bleibt», sagte der 54 Jahre alte Italiener kurz vor Weihnachten dem niederländischen Radiosender NOS. Gelassen fügte er an: «Haaland kann auf alle warten.»

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