Patrick Fischer: Nati-Coach Cadieux spricht über Roman Josis
Eine Woche ist seit dem Rauswurf von Patrick Fischer vergangen. Jetzt äussert sich erstmals sein Nachfolger Jan Cadieux zum Wirbel um die Hockey-Nati.
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Das Wichtigste in Kürze
- Jan Cadieux wird die Schweiz an der Heim-WM als Headcoach anführen.
- Am Mittwoch gab er in Biel erstmals ausführlich Auskunft.
- Sport-Direktor Weibel sagt über das Fischer-Aus: «Das Urteil ist gefällt.»
Wenige Wochen vor seinem letzten Turnier als Headcoach wird Patrick Fischer als Headcoach der Schweizer Nati freigestellt.
Grund ist der enorme Druck, nachdem der 50-Jährige gestand, wegen Urkundenfälschung verurteilt worden zu sein. Fischer war 2022 mit einem gefälschten Covid-Impfzertifikat nach China an die Olympischen Winterspiele gereist.
Mit Jan Cadieux stand der Nachfolger bereits fest, er hätte aber erst nach der Heim-WM übernehmen sollen. Vor den beiden Testspielen gegen Ungarn in Biel spricht er erstmals über seine verfrühte Übernahme.

«Wir reden viel über Ehrlichkeit in der Kabine», sagt der neue Cheftrainer. «Jeder soll und muss sagen, was er denkt. Die Spieler werden ihr Ego ablegen und für die Schweiz spielen.»
«Ich war nicht bereit dafür»
Sport-Direktor Lars Weibel ergreift das Wort und sagt: «Es gibt kein Pro und Contra Person – sondern Pro oder Contra Situation. Die Mannschaft – das sind Schweizer, keine Festangestellten. Sie werden das Land vertreten, das steht ausser Frage.»
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«Ich war nicht bereit dafür», gibt Cadieux in der Medienrunde in Biel zu. «Wir waren alle sehr überrascht, dass es so gekommen ist. Du kannst im Leben Angst haben oder du kannst das Beste probieren. Ich gebe alles für die Mannschaft», zeigt sich der 46-Jährigen kämpferisch.
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Vom Brief von Roman Josi wurde Cadieux nicht überrascht. «Wir haben telefoniert, ich wusste davon. Für mich ist es kein Problem. Nach zehn Jahren unter einem Headcoach musst du Emotionen haben», sagt er verständnisvoll.
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Über den Fall Patrick Fischer sagt Weibel weiter: «Ich hätte mir für ihn ein anderes Ende vorgestellt. Es liegt nicht an mir, erneut zu urteilen. Das Urteil ist gefällt und wurde viel diskutiert. Die Situation ist schwierig.»
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«Jan hat mittlerweile zwei grosse Turniere inklusive Olympia mitgemacht. Er kennt die Gegebenheiten, er kennt die Mannschaft, er kennt den Staff. Es hilft sicher, jemand mit Erfahrung dabei zu haben, anstelle eines kompletten Neustarts», findet Weibel.
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Auf die Frage, ob Cadieux eine Begnadigung für Lian Bichsel plant, lautet die Antwort klar: Nein. «Es gab eine Sperre, die bis nach der WM gilt. Darüber brauchen wir nicht zu reden. Das wurde von vielen verschiedenen Leuten so entschieden.»
Wir Cereda neuer Co-Trainer
Ob bis zum Heim-Turnier noch ein neuer Co-Trainer engagiert wird? Hockey-Experte Nicola Berger nannte bei Nau.ch vor einigen Tagen Luca Cereda als Kronfavoriten für den Posten.
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«Wir führen diese Diskussion. Es wird sich zeigen, ob wir jemanden brauchen. Das müssen wir in den nächsten Tagen entscheiden», so Cadieux.
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Ob man an der WM eher Fischer- oder eher Cadieux-Eishockey zu sehen bekommt? «Wir werden das Beste von beidem sehen», sagt der Headcoach diplomatisch. «Wir bleiben unseren Werten treu. Ich weiss, was wir die letzten zwei Jahre gemacht haben – Der Erfolg gibt uns recht.»
Für die Hockey-Nati geht es am Donnerstag und Freitag mit jeweils einem Testspiel gegen Ungarn weiter. Vor der Mitte Mai beginnenden Weltmeisterschaft treffen die Eisgenossen noch je zweimal auf Schweden, Finnland und Tschechien.












