Patrick Fischer

Patrick Fischer: Nati-Captain Josi fordert Fischer-Rückkehr für WM

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen

Biel/Bienne,

Die Entlassung von Nati-Coach Patrick Fischer beschäftigt die Hockeywelt weiterhin. Nun setzt sich der Nati-Captain für den 50-Jährigen ein.

Patrick Fischer
Roman Josi (links) setzt sich für Ex-Naticoach Patrick Fischer (Mitte) ein. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nati-Captain Roman Josi wendet sich mit einem Brief an den Eishockey-Verband.
  • Darin bittet er um eine Rückkehr von Patrick Fischer als Nati-Coach für die Heim-WM.
  • Fischer wurde in der vergangenen Woche entlassen, Co-Trainer Jan Cadieux übernahm.

Nach der Entlassung von Trainer Patrick Fischer erhielten die Nati-Spieler einen Maulkorb. Nach den beiden Spielen letzte Woche durften die Stars sich nicht zum Verbands-Entscheid äussern.

Jetzt hat sich mit Roman Josi dafür gleich der Nati-Captain zu Wort gemeldet. In einem Brief, der mehreren Medien (darunter dem SRF) vorliegt, fordert der NHL-Star gar die Rückkehr des Trainers für die kommende Heim-WM.

Jan Cadieux Patrick Fischer
Co-Trainer Jan Cadieux beerbte Patrick Fischer vorzeitig. - keystone

Josi schreibt: «Wir erkennen die Schwere der Situation sowie die aufgedeckten Fehler an. Wir haben volles Verständnis für die Verantwortung des Schweizerischen Eishockeyverbandes und den Kontext, in dem diese Entscheidung getroffen wurde.»

Doch: «Innerhalb des Teams besteht eine breite und klare Unterstützung für Patrick Fischer – getragen von Spielern und Staff.» Fischer sei in den vergangenen Jahren eine zentrale Figur im Aufbau dieses Teams gewesen. Aus rein sportlicher Sicht stellt seine Abwesenheit zu diesem Zeitpunkt einen erheblichen Verlust dar.»

Patrick Fischer
Patrick Fischer ist nicht mehr Trainer der Schweizer Eishockey-Nati. - keystone

Für Josi ist klar: «Dieses Mass an Wissen, Führung und taktischer Kompetenz innerhalb so kurzer Zeit zu ersetzen, ist unmöglich.»

Die Position sei nicht emotional geprägt, es gehe darum, der Nati die bestmöglichen Voraussetzungen für die bevorstehende WM zu geben.

Roman Josi
Nati-Captain Roman Josi. - keystone

Im Schreiben wird betont, dass man 100 Prozent hinter Fischer-Nachfolger Jan Cadieux stehe. «Gleichzeitig geht es in dieser Situation nicht um ihn, sondern um die bestmögliche sportliche Leistung, den Erfolg der Mannschaft und die Resultate, die wir gemeinsam erreichen können.»

Daher werde der Verband gebeten, seine Entscheidung zu überdenken und eine kurzfristige Lösung zu prüfen, «die es Patrick Fischer ermöglich, das Team in dieser entscheidenden Phase zu unterstützen».

Würdest du eine Rückkehr von Patrick Fischer für die WM begrüssen?

Gezeichnet ist der Brief von Roman Josi. Es stellt sich die Frage: Wer steht sonst noch dahinter? Laut dem «Blick» sei der Brief weitgehend ein Alleingang des Nashville-Captains. Und wurde nicht mit den Nati-Kollegen abgesprochen.

Patrick Fischer
Patrick Fischer wurde nach dem Covid-Eklat jüngst entlassen. - keystone

Die Schweizer Nati bereitet sich derzeit in Biel für die Testspiele gegen Ungarn vor. Diese steigen am 23. und 24. April 2026, Spielbeginn jeweils um 19.45 Uhr.

Kommentare

Imperator

Josi beweist, weshalb er Captain ist – der Verband kapituliert. Roman Josi hat mit seinem Brief klar gemacht, dass es um den Sport geht, nicht um Medien‑Skandale: Fischer ist ein Fehler passiert, juristisch gesühnt – und für die Heim‑WM braucht die Nati exakt die Stabilität, die er an der Bande vermittelt.[1][2] Der Schweizer Eishockeyverband und sein Präsident Urs Kessler hingegen führen ein Trauerspiel: erst „Vertrauen“ predigen, dann den Trainer fallen lassen, weil sie unter Druck von Politik, Sponsoren und einem SRF‑Bericht, den man als „brillant“ verkauft, einknicken. Statt Verantwortung zu übernehmen, liess Kessler die Verbandsmoral im Sand verlaufen – und schadet damit nicht nur Fischer, sondern der ganzen Nati‑Heim‑WM.[3][4][5] Ob eine Rückkehr Fischers noch etwas rettet, ist fraglich: Der Schaden ist durch die mediale Spirale bereits eingefahren. Aber Josi zeigt, dass echtes Leadership nicht vor der ersten Krise davonläuft – sondern mitten im Feuer dasteht, auch wenn der Verband im Zweifel längst wegguckt.

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