Krein on Tour: «Ich fahre zu den Olympischen Spielen»
In «Krein on Tour» geht Eishockey-Journalist Michael Krein heute der Frage nach, warum der Begriff «Olympiade» immer wieder irrtümlich verwendet wird.

«Ich fahre zu den Olympischen Spielen», sagte einst Michael «Eddie the Eagle» Edwards von Kindesbeinen an. 1988 verwirklichte Eddie seinen olympischen Traum in Calgary. Diese Spiele waren auch die Geburtsstunde des jamaikanischen Bob-Teams und die Rückkehr des Schweizer Eishockey-Nationalteams nach zwölfjähriger Abstinenz, SLAPSHOT Nr. 6 und 7, 1988 berichtete.
Die Geburtsstunde der NHL an Olympia, in Nagano 1998, verpassten die Schweizer wieder, wie Salt Lake City 2002, als man zwar an die Olympischen Spiele fahren konnte, jedoch im Vorturnier kläglich scheiterte. Erst 2006 in Turin, vor genau zwanzig Jahren, schlug die bis dahin grösste Stunde des Schweizer Eishockeys, mit dem 2:0-Sieg gegen Kanada in Bestbesetzung.
Nach einer zwölfjährigen NHL-Durststrecke oder drei Olympiaden ist es wieder Italien, welches dem Schweizer Eishockey-Fan wortwörtlich erlaubt, an die Olympischen Spiele zu fahren.
Der Tenor in den Katakomben und Tribünen unserer Eisstadien oder am TV lautete zuletzt häufig: «Ich freue mich auf die Olympiade» oder «Ich bin gespannt auf die Olympiade». Doch die Olympiade läuft bereits seit dem 21. Februar 2022, dem Tag nach der Schlussfeier in Peking.
Minas Dimitriou, ein griechischer Sportgelehrter und Dozent an der Universität Salzburg – irgendjemand aus seiner Familie wusste schon immer alles über Olympia – wird in seinen Grundfesten erschüttert, wenn jemand von der «Olympiade in Milano Cortina» spricht. Altgriechisch ist eine Olympiade der vierjährige Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen.
Der Begriff Olympiade statt «Olympische Spiele» oder «Olympia» wird in der Umgangssprache irrtümlich immer wieder verwendet. Und wer gilt als Olympionike? Auch hier lehrt uns der «Grieche», dass «Nike» für Siegesgöttin steht, will heissen, dass es bis heute keinen Eishockey-Olympioniken mit Schweizer Pass gibt.

Doch wer weiss? Am 22. Februar 2026 werden in Milano-Santa-Giulia 25 neue Eishockey-Olympioniken in die Geschichtsbücher eingehen. Ginge dabei Kanada als Sieger hervor, würden die Akteure Darcy Kuemper, Nathan MacKinnon, Brad Marchand, Sam Reinhart und Mark Stone zusätzlich in den Triple-Gold-Club – Gewinner des Stanley Cup, WM-Gold und Olympia-Gold – aufsteigen.
Aber auch die Schweden (Oliver Ekman-Larsson, Victor Hedman und Gabriel Landeskog), Finnland (Eetu Luostarinen und Niko Mikkola) und Tschechien (Michal Kempny, Ondrej Palat, Jan Rutta) haben Triple-Gold-Club Anwärter in ihren Reihen.
Im Falle Tschechiens wäre Rutta, nach Valtteri Filppula, der zweite Triple-Gold-Club-Spieler des Genève-Servette HC. Jan Rutta ist einer von 36 Spielern der National League, welche an die Olympischen Spiele fahren.
Über Michael Krein
Michael Krein ist seit 23 Jahren als Eishockey-Journalist unterwegs. Seit 2017 kommentiert und berichtet er live für MySports. Zudem ist er wöchentlich beim Eishockey-Podcast FLIP PASS zu hören und schreibt auf eishockeyblog.ch über seine Eishockey-Erlebnisse.











