Olympia 2021: IOC leitet Untersuchung zum Fall Timanowskaja ein

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    Japan,

    Der Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja sorgt an Olympia 2021 für Aufsehen. Das IOC will den Fall untersuchen.

    Timanowskaja
    Timanowskaja droht nach eigenen Angaben Verfolgung in Belarus. - Krystsina Tsimanouskaya/ESN/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das IOC untersucht den Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja.
    • Ihr droht nach eigenen Angaben Verfolgung in Belarus.
    • Momentan befindet sie sich in der polnischen Botschaft in Tokio.

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine Untersuchung zum Fall der belarussischen Athletin Kristina Timanowskaja eingeleitet. Diese sucht derzeit Schutz vor den belarussischen Behörden in der polnischen Botschaft in Tokio.

    IOC-Sprecher Mark Adams sagte am Dienstag, es sei eine formale Untersuchung eingeleitet worden. Im Laufe des Tages erwarte das Komitee zudem einen Bericht des belarussischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) zu den Vorwürfen der Sprinterin. «Wir müssen die Fakten ermitteln», sagte Adams vor Journalisten in Tokio. Das IOC müsse in dem Fall «alle Beteiligten anhören».

    Die Aktivistenorganisation Global Athlete hatte das IOC zuvor zum sofortigen Ausschluss des belarussischen NOK aufgefordert. Der mutmassliche Versuch, Timanowskaja zu entführen, sei ein «weiteres Beispiel für den alarmierenden Missbrauch von Sportlern in Belarus».

    Kristina Timanowskaja
    Kristina Timanowskaja auf dem Weg in die polnische Botschaft. - AFP

    Schutz in Polens Botschaft

    Timanowskaja befindet sich seit Montagabend in der polnischen Botschaft in Japans Hauptstadt. Die Sprinterin sollte nach eigenen Angaben zur vorzeitigen Rückkehr nach Minsk gezwungen werden, nachdem sie sich kritisch über belarussische Sportfunktionäre geäussert hatte. Polen stellte der 24-Jährigen am Montag ein humanitäres Visum aus. Mit ihrer Ausreise nach Warschau wurde zeitnah gerechnet.

    Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki schrieb auf Facebook, es sei sichergestellt, dass Timanowskaja «in der polnischen Botschaft in Tokio sicher» sei. «Wir werden ihr, falls nötig, die Möglichkeit anbieten, ihre Karriere fortzusetzen.»

    Offener Brief mit Forderungen

    Timanowskaja war eine von mehr als 2000 belarussischen Sport-Grössen, die in einem offenen Brief Neuwahlen in ihrem Heimatland und die Freilassung politischer Gefangener gefordert hatten. Der seit fast drei Jahrzehnten herrschende belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko war nach der von massiven Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl vor einem Jahr zum Sieger erklärt worden. Kritiker gehen davon aus, dass in Wirklichkeit seine Rivalin Swetlana Tichanowskaja die meisten Stimmen erhalten hatte.

    Nach der Wahl hatte es in Belarus beispiellose Massenproteste gegeben, die von den Behörden brutal niedergeschlagen wurden. Die EU verhängte wegen des Vorgehens der Behörden und des mutmasslichen Wahlbetrugs Sanktionen gegen die Führung in Minsk.

    Kristina Timanovskaya
    Kristina Timanovskaya sollte bei Olympia 2021 über 200 Meter an den Start gehen. - Belsat TV

    Lukaschenko von Olympia 2021 ausgeschlossen

    Mit Blick auf Timanowskajas Anschuldigungen warf US-Aussenminister Antony Blinken Lukaschenko am Dienstag einen «Akt transnationaler Unterdrückung» vor. Das belarussische Vorgehen verstosse gegen «den olympischen Geist», twitterte er.

    Lukaschenko und sein Sohn Viktor sind als Zuschauer von den olympischen Wettkämpfen ausgeschlossen. Vor Beginn der Spiele hatte der Machthaber eine Drohung an die Olympia-Teilnehmer seines Landes gerichtet und Erfolge angemahnt. «Wenn ihr ohne etwas zurückkommt, ist es besser für euch, wenn ihr gar nicht zurückkommt», sagte er.

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