Leichtathletik EM: Fast wäre es wieder zum Staffel-Drama gekommen

Simon Binz
Simon Binz

Grossbritannien,

Die Schweizer Sprintstaffel holte in Birmingham EM-Silber – bei der Stabübergabe wären sie aber beinahe disqualifiziert worden, wie schon 2024 in Rom.

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Fast wäre es auch bei der EM in Birmingham wieder zu einem Staffel-Drama gekommen... - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Sprintstaffel wäre in Birmingham fast disqualifiziert worden.
  • Salomé Kora bremste bei der Übergabe ab, um in der Wechselzone zu bleiben.
  • Am Ende reichte es für Silber – die erste Staffelmedaille für die Sprint-Frauen überhaupt.

Der Jubel über EM-Silber der Schweizer Sprintstaffel war schon kurz nach dem Rennen riesig – fast noch grösser war aber der Schrecken, der ihm vorausging. Bei der Stabübergabe zwischen Léonie Pointet und Salomé Kora wurde es nämlich brenzlig.

Es wäre nicht das erste Mal gewesen: An der EM 2024 in Rom und an den Olympischen Spielen in Paris im gleichen Jahr war die Schweizer Staffel jeweils wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert worden.

Hätten die Schweizerinnen ohne Übergabefehler sogar Gold geholt?

Salomé Kora, das «Sprintmami» im Team, blickte gegenüber «SRF Sport» auf die entscheidende Szene zurück: «Ich weiss nicht genau, was passiert ist, ich nehme an, dass ich zu früh los gegangen bin.» Es sei mega schwierig einzuschätzen, meinte die Sprinterin.

Sie habe nachher einfach eine «absolute Vollbremsung hingelegt», damit sie noch in der Zone drin waren. «Ich habe mir gedacht, wir müssen da einfach drin sein, sonst ist es eh gelaufen – und darum habe ich abgebremst und gehofft, es ist noch was möglich. Und so war es dann ja auch, zum Glück.»

EM Leichtathletik
Géraldine Di Tizio-Frey, Léonie Pointet, Salomé Kora und Fabienne Hoenke jubeln über EM-Silber der Schweizer Sprintstaffel. - Keystone

«Ich konnte nicht mehr auf die Tafel schauen...»

«Eine einfache Erklärung für das Beinahe-Drama lieferte die andere Beteiligte, Léonie Pointet: «Kora war einfach zu weit weg. Ich habe Stopp gerufen, danach dachte ich, die Medaille ist weg.»

EM leichtathletik Sprint Staffel
Die Schweizerinnen freuen sich über die Silbermedaille in der Sprintstaffel 4x100m bei de Leichtathletik-EM in Birmingham. - Keystone

Bange Sekunden durchlebte auch Startläuferin Géraldine Di Tizio-Frey, obwohl ihr eigener Lauf perfekt geklappt hatte: «Ich konnte fast nicht hinschauen. Ich habe gesehen, dass es bei ihnen knapp geworden ist, und ich habe wirklich schon Angst gehabt, dass wir disqualifiziert sind. Ich konnte nicht mehr auf die Tafel schauen.»

Am Ende war der Stab gerade noch rechtzeitig übergeben worden, Silber wurde Tatsache – vor allem auch, weil Kora einen unglaublichen Schlussspurt hinlegte. Es war die erste Staffelmedaille des Schweizer Frauen-Quartetts an einem Grossanlass – und das nach über einem Jahrzehnt voller vierter Plätze und Disqualifikationen.

Leichtathletik EM
Die Sprint-Staffel der Frauen lässt sich von den Schweizer Fans in Birmingham feiern. - Keystone

Bei Salomé Kora brachen nach dem Rennen die Tränen durch: «Ein jahrelanger Druck, der auf uns gelegen ist, der jetzt einfach abfällt. Endlich diese Medaille zu haben – es ist mir wirklich gerade so fest hochgekommen, und es ist so schön, mit diesen Girls hier zu sein und die Medaille zu gewinnen.» Mitten im Satz brach ihre Stimme, die Freudentränen übernahmen.

«Wir sind für alle gerannt»

Di Tizio-Frey ordnete den Moment historisch ein: «Es ist so schön. Wir haben seit Jahren gewusst, dass wir es eigentlich draufhaben, aber irgendwie konnten wir es nie auf der Bahn zeigen. Heute hatten wir so einen guten Vibe im Team, eine gute Stimmung, alle waren so bereit – und es konnte irgendwie nur gut kommen.»

Kora ergänzte, dass der Teamgeist auch über die vier Läuferinnen hinausging: «Auch die Ersatzläuferinnen waren so gehypt. Wir sind ein Team von sieben Frauen, und jede hat ihren Beitrag geleistet – das haben wir noch nie so hinbekommen, so einen guten Vibe und so viel Willen.»

Sprintstaffel Leichtathletik-EM
Léonie Pointet (links) und Salomé Kora hatten eine schlechte Stabübergabe und waren am Schluss nicht sicher, ob sie gar disqualifiziert wurden. Am Schluss überwiegte jedoch die Freude. - Keystone

Ein besonderes Rennen war es auch für Fabienne Hoenke, die kurzfristig für Ajla Del Ponte eingewechselt worden war: «Das kann man nicht in Worte fassen, wie dankbar ich bin. Wir haben es alle verdient. Wir sind auch für alle gerannt, die heute nicht rennen konnten.»

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Kommentare

User #2021 (nicht angemeldet)

Vermutlich ist #2984 ein Linker, der mit sich und der Welt nicht zufrieden ist ...

User #2535 (nicht angemeldet)

Der Schluss - jetzt hab ich das Video gesehen. Eine echte Raketenbeschleunigung. Wow, so gut. Gratuliere zu Silber!

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