Geschlechter-Tests: Caster Semenya plant Sammelklage gegen IOC
Die neue Richtlinie des IOC zu Geschlechter-Tests für Athletinnen erhält viel Gegenwind. Auch von einer Olympiasiegerin, die es bestens weiss.

Die südafrikanische Läuferin Caster Semenya will gegen die neuen IOC-Richtlinien vorgehen. Die zweimalige Olympiasiegerin über 800 Meter plant eine Sammelklage mit anderen Athletinnen.
«Das ergibt keinen Sinn», sagte die 35-Jährige gegenüber «Sky Sport News». «Es rettet den Frauensport nicht.» Die ehemalige Weltklasse-Läuferin arbeitet heute als Trainerin.
Sie sieht sich als Kämpferin für Frauenrechte. «Ich kämpfe für die Würde der Frauen», betonte sie. Gleichzeitig fordert sie andere Athletinnen zum Handeln auf.

«Es gibt keinen Respekt gegenüber Frauen», kritisierte Semenya. Tests für die Sportteilnahme hätten «mit Würde nichts zu tun». Besonders Kinder zu testen sei «schädlich und beschämend».
Semenya will gegen das IOC vorgehen
Das Internationale Olympische Komitee hatte diese Woche neue Regeln angekündigt. Alle Sportlerinnen müssen sich künftig Geschlechtertests unterziehen. Nur so dürfen sie an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen. Transfrauen wird der Start in der Frauenkategorie untersagt.

Damit reagiert das IOC auf den Druck aus den USA, wo 2028 in Los Angeles die nächsten Olympischen Spiele stattfinden. US-Präsident Donald Trump hatte in einer Exekutiv-Order im Vorjahr in den USA ähnliche Richtlinien festgelegt.
Südafrikanerin musste sich selbst Tests unterziehen
Mit Gerichtsverfahren hat Semenya jahrelange Erfahrung. Zuletzt klagte sie beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dort wollte sie die Testosteron-Vorschriften des Leichtathletik-Weltverbandes stoppen.

Semenya war selbst 2009 ins Rampenlicht geraten, als der Leichtathletik-Verband IAAF von ihr einen Geschlechts-Test forderte. Die heute 35-Jährige weist aufgrund einer genetischen Anomalie XY-Chromosomen und einen erhöhten Testosteronspiegel auf.
















