GC – Peter Zeidler: «In der Pause wurde herumgeschrien»
Nach dem irren 3:2-Sieg gegen Winterthur schwärmt der Trainer von GC von «ganz coolen Typen» – und sieht sein Team für die Barrage gewappnet.
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Das Wichtigste in Kürze
- GC-Trainer Peter Zeidler schwärmt nach dem 3:2-Sieg vom «Glück des Tüchtigen».
- Winti-Coach Patrick Rahmen spricht von einem «bitteren Abend» und einer «Leere».
- Für GC steht am Montag das Barrage-Hinspiel gegen Vaduz oder Aarau an.
Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die GC am Dienstagabend im Letzigrund hingelegt hat. Nach 0:2-Rückstand drehte der Rekordmeister die Partie gegen den FC Winterthur in ein 3:2. Damit sicherten sich die Zürcher die Teilnahme an der Barrage. Auf der anderen Seite stehen die Winterthurer nach vier Jahren Super League definitiv als Absteiger fest.
GC-Trainer Peter Zeidler war nach dem Schlusspfiff sichtlich emotional. «Es war natürlich schon etwas unglaublich», sagte er gegenüber Nau.ch-Fussballchef Mischi Wettstein. «Wir wussten, dass wir gegen einen starken Gegner spielen.»
Die Winterthurer überraschten ihn dabei mit gefährlichen Standardsituationen. «Auf einmal steht es 2:0 und dann habe ich mir schon die Berichte vom morgigen Tag vorgestellt...»
Doch GC kam zurück. «Ab der 20. Minute waren wir gut im Spiel, hatten auch einige Tormöglichkeiten», so Zeidler.
Es wurde laut in der Kabine von GC
In der Pause war es in der GC-Kabine derart laut, dass man die Stimmen bis zum Presseraum hörte. Der Trainer aber stellt klar: «Das war nicht ich – ich habe sie wirklich beruhigt, das war meine Aufgabe.» Einige Spieler hätten richtig herumgeschrien, «dass die Wände gewackelt haben».
Beim Comeback half aber auch das Glück. «Beim Elfmeter gehört auch Glück dazu – und dann vor allem auch beim abgefälschten Schuss zum 2:2. Es war das Glück des Tüchtigen.»
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Anschliessend sei die Dynamik auf der GC-Seite gewesen. «Meiner Meinung nach kam dann folgerichtig das 3:2 für uns.» Auf die Frage, ob ein 2:0 das gefährlichste Resultat im Fussball sei, lacht Zeidler: «Das sagen die Fussballexperten und die Routiniers – ich wollte es jetzt nicht sagen.»
Mit Halbgas nach Lausanne
Mit dem Sieg in der Tasche steht für GC am Samstag die Partie in Lausanne an. Danach folgt bereits am Montag das erste Barrage-Hinspiel gegen Vaduz oder Aarau. Zeidler kündigt an, sein Team werde nicht mit voller Kraft in Lausanne antreten.
«Wir müssen schauen, wie wir mit den Kräften umgehen wollen und wer pausieren soll. Ich habe die U21 gesehen, da kann man einige holen.» Jetzt könne man sich voll auf Montag und Donnerstag konzentrieren, so der Deutsche.
Ob ihm Aarau oder Vaduz lieber wäre? «Egal – ich habe mir das Spiel gestern nicht angeschaut. Wir wollten zuerst den ersten Schritt machen.» Diesen hat GC gemacht.
Rahmen: «Bitterer Abend»
Auf der anderen Seite herrschte beim FC Winterthur Trauer. Auf die Frage nach seinem Innenleben sagte Trainer Patrick Rahmen kurz: «Sehr enttäuscht, wir haben nochmals alles investiert.»
Besonders schmerze ihn der Anblick der Fans. «Wenn ich sehe, wie viele Fans uns unterstützt haben – die Art und Weise tut einfach weh. Da werden wir in der Liga fehlen. Aber das ist halt so – es ist einfach eine Leere da, das ist klar.»
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In der Analyse sprach Rahmen von einem bitteren Abend. Sein Team sei gut ins Spiel gekommen, habe mit den zwei Standards den Vorteil geholt und sei entschlossen aufgetreten. «Man hat gemerkt, dass wir heute reagieren wollten.»
Winterthur-Rahmen: «Wir hatten das Spiel eigentlich unter Kontrolle»
Doch im Verlauf der ersten Halbzeit liess die Wirkung nach, GC fand Antworten. «In der Phase, wo das 2:1 fällt, hatten wir das Spiel eigentlich am besten unter Kontrolle gehabt.» Nach dem 2:1 sei das 2:2 etwas symptomatisch gewesen. «Ein abgelenkter Weitschuss und danach auch noch das dritte Goal bei einer Standardsituation.»
Rahmen sieht in dem Spiel ein Abbild der ganzen Saison. «Wir waren in den letzten Wochen oft auf Augenhöhe. Es gibt dann aber immer diese Spielphasen, wo wir gewisse Sachen hergeben.» Genau das habe nun auch den Abstieg besiegelt.
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Trotz allem ist der Winti-Trainer stolz auf seine Mannschaft. «Wir sind zusammen geblieben, ich glaube, wir waren solidarisch.» Die Mannschaft stecke nun bereits seit zwei Jahren im Abstiegskampf.
«Letzte Saison haben wir das sensationell geschafft, aber in der neuen Saison dann lange keinen Sieg einfahren können. Ich glaube, das hat an der Mannschaft genagt.»
So geht's weiter
GC trifft in der 38. Runde am Samstag auswärts auf Lausanne-Sport. Nur zwei Tage später steht dann schon das Barrage-Hinspiel gegen Vaduz oder Aarau an. Winterthur verabschiedet sich vor Heimpublikum gegen Luzern aus der Super League.












