Fussball für den Frieden: Emotionales Benefizspiel beim BVB

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    Applaus für die Gäste und Jubel bei gegnerischen Toren. Im Spiel zwischen dem BVB und Dynamo Kiew geht es anders zu als sonst beim Fussball.

    Beim Benefizspiel sind 400.000 Euro zusammengekommen, die Opfern des russischen Angriffs auf die Ukraine zugute kommen sollen.
    Beim Benefizspiel sind 400.000 Euro zusammengekommen, die Opfern des russischen Angriffs auf die Ukraine zugute kommen sollen. - Bernd Thissen/dpa

    Im Spiel zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Kiew schlüpften Stars wie Erling Haaland und Marco Reus in eine für sie ungewohnte Rolle - als Botschafter für den Frieden.

    Rund 35.000 Zuschauer bescherten dem BVB eine Einnahme von 400.000 Euro, die Opfern des russischen Angriffs auf die Ukraine zugute kommen soll. Damit dürfte der Bundesligist nach ähnlichen Partien des 16-maligen ukrainischen Meisters aus Kiew in Warschau, Istanbul und Cluj zum bisher höchsten Erlös dieser Mission beigetragen haben.

    Die Atmosphäre im Stadion ging allen Beteiligten nahe und unterschied sich fundamental von der in Pflichtspielen. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten empfingen die BVB-Fans das Gästeteam mit ähnlich herzlichem Applaus wie die heimische Mannschaft. Dynamo-Sprechchöre selbst von der Dortmunder Südtribüne dokumentierten den freundschaftlichen Charakter der Partie. Gäste-Tore durch Vitaliy Buyalskiy (9. Minute) und Vladyslav Vanat (11./35.) zum 3:2 (3:1) für Dynamo Kiew wurden von den Fans beider Teams gemeinsam bejubelt. Die Treffer für den BVB steuerten Jamie Bynoe-Gittens (4.) und Tom Rothe (65.) bei.

    Videobotschaft von Kiews Bürgermeister

    Mindestens so viel Aufmerksamkeit wie den Profis wurde anderen Darstellern aus dem fernen Kiew oder im Stadion zuteil. In einer Videobotschaft wenige Minuten vor dem Anpfiff sprach Wladimir Klitschko, ehemaliger Box-Weltmeister und Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, dem BVB und den Fans seinen Dank aus: «Ihr zeigt, dass wir nicht vergessen werden. Ihr zeigt, dass Wladimir Putin diesen Krieg nie gewinnen wird.»

    Der 16 Jahre alte Ivan Matviichuk, der mit Mutter und Grossvater aus der Ukraine geflüchtet war und zuletzt in der U17 von Schachtjor Donezk gespielt hatte, unterstützte Stadionsprecher Norbert Dickel beim Verkünden der Startaufstellungen. Der drei Jahre jüngere Niikita Semenow aus der Akademie von Dynamo Kiew, der zurzeit im Berliner SOS-Kinderdorf wohnt, führte den Anstoss aus.

    «Es geht darum, ein Zeichen zu setzen»

    Nicht nur die Spieler, sondern auch die Schiedsrichter setzen ein Zeichen für den Frieden. Der Ukrainer Denys Shurman leitete die erste Halbzeit des Spiels, der Bundesliga-Referee Patrick Ittrich übernahm nach der Pause. Mit Alan Aussi kam ein ukrainischer Jungprofi als Gastspieler im BVB-Team zum Einsatz, der Unterschlupf bei einem Vereinsmitarbeiter gefunden hat und derzeit beim U23-Team des Revierclubs trainiert.

    «Es geht darum, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für Solidarität mit der Ukraine, vielleicht ein bisschen Geld zu verdienen, dass wir die eine oder andere humanitäre Aktion machen können. Und dann auch ein Zeichen gegen diesen verabscheuungswürdigen Angriffskrieg», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem ZDF.

    Für das Team aus Kiew, dass sich auf Initiative seines rumänischen Trainers Mircea Lucesu seit Kriegsbeginn nahe Bukarest fit hält, war der Auftritt in Dortmund bei allen karitativen Hintergründen auch ein sportlicher Härtetest. Schliesslich stehen elf Profis im Kader des ukrainischen Nationalteams für die im Juni anstehende WM-Qualifikation. Tests wie gegen den BVB sind deshalb eine Gelegenheit, um Spielpraxis zu sammeln.

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