England gewinnt zum Abschluss der EM-Vorrunde gegen Tschechien und sichert sich noch Platz eins in der Gruppe D. Im Achtelfinale könnte es zum Knaller gegen Deutschland kommen.
Englands Spieler um Harry Kane (l) jubeln nach dem Führungstreffer. Foto: Laurence Griffiths/Getty Pool/AP/dpa
Englands Spieler um Harry Kane (l) jubeln nach dem Führungstreffer. Foto: Laurence Griffiths/Getty Pool/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Diesmal gab es keine Buhrufe, stattdessen beklatschten Englands Fans ihre Mannschaft zu den Klängen des Klassikers «Football's coming home».

Nach dem 1:0 (1:0) gegen Tschechien und dem damit verbundenen EM-Gruppensieg liessen sich Kapitän Harry Kane und seine Teamkollegen aber nicht lange auf dem Wembley-Rasen feiern. Stattdessen dürfte bei einigen von ihnen der Blick bereits nach vorne gegangen sein: Denn im Achtelfinale der Europameisterschaft könnte es für die Three Lions nun zum Kracher gegen Deutschland kommen.

Möglicher Klassiker gegen Deutschland

«So ist das im Fussball. Wenn du etwas gewinnen willst, musst du jeden schlagen können», sagte Raheem Sterling, der den Engländern mit seinem Tor in der zwölften Minute sowohl den Sieg über die bis dahin ungeschlagenen Tschechen als auch in der Gruppe D beschert hatte. Tschechien hatte zuvor ebenfalls schon als Achtelfinalist festgestanden, rutschte in der Endtabelle aber noch auf Rang drei ab.

Dadurch ergibt sich nun folgende Konstellation: Ist Deutschland nach seinem dritten Vorrundenspiel am Mittwoch (21.00 Uhr) gegen Ungarn Gruppenzweiter, kommt es am nächsten Dienstag ebenfalls in London zum hochbrisanten Klassiker gegen England. «Wir haben zweitweise sehr gut gespielt», befand Englands Angreifer Sterling, dessen Team die Vorrunde mit sieben Punkten und 2:0 Toren abschloss. Bei seinem Sieg-Tor vor bis zu 22.500 Zuschauern freute er sich über eine «hervorragende Hereingabe» von Mitspieler Jack Grealish.

Offensive Engländer

Wie schon gegen Kroatien (1:0) und Schottland (0:0) suchten die Engländer von Beginn an den Weg nach vorne. Doch anders als in ihren ersten beiden Spielen belohnten sie sich diesmal auch gleich für ihre offensiven Bemühungen. Zehn Minuten nachdem er bereits einen schönen Heber über den herausstürmenden tschechischen Torhüter Tomas Vaclik an den rechten Pfosten gesetzt hatte (2.), traf der umtriebige Sterling zur Führung. Grealish, einer von vier Neuen in der Startelf der Three Lions und einer ihrer Aktivposten an diesem Abend, flankte vom linken Flügel butterweich in den Fünfmeterraum - und der Stürmer von Manchester City nickte zu seinem zweiten Turnier-Tor ein.

Und noch etwas unterschied den Auftritt der Gastgeber von ihren vorherigen bei dieser EM: Sie blieben nach der flotten Anfangsphase dran. Die ganz grossen spielerischen Lösungen fanden sie oft zwar wieder nicht. Stürmerstar Kane, der mit einem Schuss aus kurzer Distanz am gut reagierenden Keeper Vaclik scheiterte, hätte in der 26. Minute aber erhöhen können. Die Tschechen dagegen kamen erst nach rund einer halben Stunde besser ins Spiel. Tomas Holes prüfte Englands Schlussmann Jordan Pickford mit einem Versuch aus der zweiten Reihe (28.), Tomas Soucek schoss knapp links vorbei (35.).

Tschechen blieben blass

Der Leverkusener Stürmer Patrik Schick, der alle bisherigen drei Tore der Tschechen bei dieser EM erzielt hat, blieb vor den Augen von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und Prinz William auf der Tribüne diesmal komplett blass. Acht Minuten vor der Pause fälschte Vladimir Coufal den Ball gefährlich in Richtung des eigenen Tores ab, Gäste-Keeper Vaclik war aber erneut zur Stelle.

Auch die zweite Hälfte kontrollierten die Engländer, die ohne Ben Chilwell und Mason Mount auskommen mussten, über weite Strecken. Der Verteidiger und der Offensivmann hatten sich als enge Kontaktpersonen zu dem nach dem Spiel am Freitag positiv auf Corona getesteten Schotten Billy Gilmour in Isolation begeben müssen. Dafür führte sich der nach langer Verletzungspause erstmals bei diesem Turnier eingewechselte Jordan Henderson gleich gut ein. Einen feinen Pass des Mittelfeld-Routiniers verschluderte Kane aber im Strafraum (50.).

Mit zunehmender Spieldauer nahmen Intensität und Niveau immer weiter ab. Die Tschechen versuchten ihre Offensive mit der Hereinnahme von Talent Adam Hlozek anzukurbeln - vergeblich. Englands Coach Gareth Southgate brachte den Dortmunder Jude Bellingham und stabilisierte damit sein Mittelfeld. In der 83. Minute erzeugte Tschechiens eingewechselter Tomas Pekhart nochmal einen Hauch von Torgefahr, schoss aus 16 Metern aber rechts vorbei. Eine Minute später kam auch Bellinghams Clubkollege beim BVB, Jadon Sancho, zu seinem ersehnten ersten Einsatz bei dieser EM. Das vermeintliche 2:0 durch Henderson wurde wegen einer Abseitsstellung zurecht nicht gegeben (86.).

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