Deutschland: Wunsch nach Selbstständigkeit wächst

Juli Rutsch
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Deutschland,

Trotz wirtschaftlicher Schwäche zeigt sich jeder Dritte in Deutschland unternehmerisch.

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Menschen in Deutschland streben vor allem nach Selbstständigkeit. - dpa-infocom GmbH

Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist gedrückt. Laut einer Ipsos-Umfrage im Auftrag von Bolt bewerten 64 Prozent der Deutschen die Wirtschaftslage negativ.

Dennoch wünscht sich über ein Drittel (36 Prozent) lieber selbstständig zu arbeiten. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei jungen Menschen.

Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 51 Prozent, wie die «Finanznachrichten» berichten.

Grosse Kluft zwischen Wunsch und Realität

Die Umfrage zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Wunsch und Umsetzung. Nur sieben Prozent der Deutschen planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate tatsächlich selbstständig zu werden.

Start-Ups
Menschen wollen in Deutschland vor allem den Fokus auf Freiheit legen. - Depositphotos

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: finanzielle Unsicherheit, fehlende soziale Absicherung und übermässige Bürokratie. Christoph Hahn, General Manager Deutschland bei Bolt, sieht ungenutztes Potenzial.

Deutschland habe enormes unternehmerisches Potenzial, doch das System hält viele davon ab, diesen Weg zu gehen, erklärt er.

Deutschland: Freiheit steht im Mittelpunkt

Die Befragten nannten verschiedene Gründe für die Attraktivität der Selbstständigkeit. Jeweils 24 Prozent schätzen die freie Zeiteinteilung oder den Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen.

23 Prozent möchten ihre persönliche Leidenschaft verfolgen, 20 Prozent selbst Entscheidungen treffen. Die Studie wurde von Ipsos UK durchgeführt und befragte über 2100 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 75 Jahren.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleiben schwierig

Die aktuelle Wirtschaftslage belastet Selbstständige zusätzlich. Laut dem Münchner Ifo-Institut meldeten Anfang 2025 bereits 50,5 Prozent der Selbstständigen einen akuten Auftragsmangel.

Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 45,3 Prozent im Vorjahr. Die Auftragspolster bei den Selbstständigen schmelzten förmlich dahin, warnt Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber laut «Wirtschaftsjournal».

Damit einhergehende Umsatzrückgänge geben Anlass zur Sorge.

Bürokratie als grösstes Hindernis

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt die Konsequenzen der hohen Hürden. 36 Prozent der Solo-Selbstständigen denken über eine Abwanderung ins Ausland nach. 27 Prozent wollen ihre Selbstständigkeit sogar ganz aufgeben, wie das «IW» berichtet.

Arbeitest du selbstständig oder könntest du dir das vorstellen?

Der Hauptgrund ist eindeutig: zu viel Bürokratie. Besonders das aufwändige Statusfeststellungsverfahren schreckt viele ab und gefährdet die Verfügbarkeit wichtiger Fachkräfte.

Plattformarbeit als niederschwelliger Einstieg

Trotz der Herausforderungen sehen viele Deutsche Potenzial in neuen Arbeitsformen. 28 Prozent der Befragten betrachten Fahrer von Plattformen wie Bolt als echte Kleinunternehmer.

38 Prozent finden, dass Plattformen den Zugang zur Selbstständigkeit erleichtern. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich mehr Schutz für Plattformarbeiter.

Allerdings nicht in Form klassischer Festanstellungen, sondern als neues Modell mit klarer Regulierung. Hahn fordert entsprechende politische Rahmenbedingungen.

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Kommentare

User #1473 (nicht angemeldet)

Wirtschaftliche Schwäche? 🫨 Der Dax ist im Wirtschaftswundrrlandmodus...

User #728 (nicht angemeldet)

Der Wunsch ist wohl das einzige was bei tausenden von gestrichenen Jobs bleibt, ein Traum und was die eigene Zeiteinteilung und "Freiheit" anbelangt zeigt nur, dass es wohl bei den Wenigsten die "Selbständigkeit" auch erfolgreich werden wird.

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