Doping: Gesperrter Rekord-Sprinter Wilson lehnt «Enhanced Games» ab
Der langjährig gesperrte Schweizer Rekord-Sprinter Alex Wilson hatte eine Einladung für die Doping-Spiele in Los Angeles – lehnte das Angebot aber ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Schweizer Sprint-Rekordhalter Alex Wilson wurde 2025 für weitere zehn Jahre gesperrt.
- Ihm lag ein Angebot vor, an den Doping-Spielen in Los Angeles teilzunehmen.
- Die Offerte war vermutlich lukrativ – Wilson lehnte das Angebot aber ab.
Am Wochenende blickt die Leichtathletik-Welt mit gemischten Gefühlen nach Las Vegas: Dort finden nämlich die «Enhanced Games» statt – die Leichtathletik-Wettkämpfe, bei denen Doping ausdrücklich erwünscht ist.
Und dort hätte auch ein Schweizer dabei sein können – nämlich der verurteilte Doping-Sünder Alex Wilson. Der noch bis 2035 gesperrte Schweizer Rekord-Sprinter bestätigt, dass es ein Angebot der Firma «Enhanced» gegeben habe.

Wilson hält aber fest, dass er das Angebot abgelehnt habe – obwohl die Verträge lukrativ sein sollen. «Ich konnte das nicht mit meinem Herzen vereinbaren», verrät er dem «Blick». Ein halbes Jahr habe er mit dem Unternehmen verhandelt.
Der gesperrte Schweizer Rekord-Sprinter
Der gebürtige Jamaikaner Alex Wilson startet seit 2010 für die Schweiz. Wilson ist nach wie vor amtierender Schweizer Rekordhalter über die 100 Meter (10,08 Sekunden) und 200 Meter (19,98 Sekunden).
Der heute 35-Jährige ist seit 2021 gesperrt. Damals war er kurz vor den Olympischen Spielen positiv auf das anabole Steroid Trenbolon getestet worden. Nach einem Berufungsverfahren wurde er rückwirkend für vier Jahre gesperrt.
2025 wurde erneut eine Sperre gegen ihn verhängt, weil in einer Blutprobe aus dem Jahr 2021 das Blutdoping-Mittel Erythropoetin (EPO) nachgewiesen wurde. Diese zweite Doping-Sperre ist für zehn Jahre gültig, läuft also erst 2035 aus.
Doping für «Enhanced Games» de facto verpflichtend
Abgeschreckt hätten ihn aber zwei Erfordernisse: Zum einen ist das Doping für die «Enhanced Games» nicht optional, sondern verpflichtend. Zwar gibt es Ausnahmen – diese dürften aber finanziell deutlich schlechter dastehen.

Zum Anderen hätte Wilson, mittlerweile 36-jährig und jahrelang aus dem Training, wieder trainieren müssen. «Ich bin jetzt 36 und habe keine Motivation mehr, wieder wie ein Leistungssportler zu trainieren», wird Wilson zitiert.
Und die Ungewissheit über Langzeitfolgen durch die Doping-Substanzen sei gross. «Ich will nicht mit 50 an einem Herzstillstand sterben.»
Keine Weltrekorde bei den «Doping-Spielen»?
Die Enhanced Games vermarkten sich mit dem Konzept des «Supermenschen». Athletinnen und Athleten dürfen dort offen leistungsfördernde Substanzen nehmen. Viele erwarten deshalb eine Flut an neuen Weltrekorden in Las Vegas.

«Die Enhanced Games werden die Leichtathletik beeinflussen», sagt Wilson, bezweifelt aber neue Rekorde. «Ich glaube eher, dass keine Wunderzeiten gerannt oder geschwommen werden. Dann können sich die Leute überlegen, was das zu bedeuten hat.»












