Basel-Stadt kauft 600 Wohnungen für günstigen Wohnraum
Der Kanton Basel-Stadt greift in den Immobilienmarkt ein. Er kauft zwei Wohnareale mit insgesamt 600 Wohnungen auf. So soll günstiger Wohnraum entstehen.

Das Wichtigste in Kürze
- In Basel-Stadt sollen bis 2050 25 Prozent der Mietwohnungen günstiger Wohnraum sein.
- Aus diesem Grund hat der Kanton zwei Wohnareale mit 600 Wohnungen gekauft.
- Das bürgerliche Lager kritisiert den Kauf. Er greife zu stark in den Immobilienmarkt ein.
Der Kanton Basel-Stadt hat sich auf eine grosse Einkaufstour begeben.
Er kauft die beiden Wohnareale «im Surinam» und «Horburg» mit insgesamt 600 Wohnungen. Das Horburg-Areal ist 15'184 Quadratmeter gross, «im Surinam» 40'253 Quadratmeter.
Die beiden Überbauungen sollen im Baurecht an Wohngenossenschaften abgegeben werden. Das erklärte Finanzdirektorin Tanja Soland (SP) am Dienstag vor den Medien.

Erworben hat der Kanton die beiden Kleinbasler Areale von einer Anlagegruppe der UBS Anlagestiftung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Er soll sich aber im tiefen dreistelligen Millionenbereich bewegen.
Kauf des Kantons sorgt nicht nur für Begeisterung
Damit will der Kanton seinem Ziel einen Schritt näherkommen. Denn: Bis 2050 soll der Anteil von preisgünstigem Wohnraum für Mietwohnungen auf 25 Prozent ansteigen.
Die Vergabe an die Genossenschaften wird über eine Ausschreibung erfolgen. Diese soll jedoch erst 2027 starten, wie SRF berichtet. Entscheide sind nicht vor 2029 zu erwarten.
Doch: Nicht alle sind glücklich mit dem Kauf des Kantons. So stellt unter anderem die bürgerliche LDP den Kauf in Frage.
Sie moniert, dass der Kanton bewusst in den Wohnungsmarkt eingreife. Das Problem: Der Kanton trete so in Konkurrenz mit privaten Investoren. Das verzerrt den Wettbewerb.
Mieterinnen und Mieter verunsichert
Die LDP fordert denn auch mehr Transparenz. Etwa über den genauen Kaufpreis der Areale. Und darüber, in welchem baulichen Zustand sich die Liegenschaften befinden.
Ebenfalls verunsichert sind die bisherigen Mieterinnen und Mieter auf den gekauften Arealen. Sie fragen sich, ob sie in ihren Wohnungen bleiben können.
Ein weiterer Knackpunkt: Der Kanton will offenbar eine Verdichtung des Wohnraums schaffen. Also mehr Wohnungen auf dem gleichen Raum. Die mögliche Folge: Eine Veränderung des Quartiers.
«Der Kanton steht nicht dafür, dass er teurer vermietet»
Zudem soll eine Sanierung der beiden Wohnkomplexe bevorstehen. Auch das schürt Unsicherheiten, etwa bei der Frage, ob die Bewohnenden während der Sanierung bleiben dürfen. Oder ob die Mieten nach der Sanierung steigen.
SP-Finanzdirektorin Soland versucht indes, zu beruhigen: «Der Kanton steht nicht dafür, dass er teurer vermietet.»
Das Gegenteil sei der Fall, meint sie gegenüber SRF. Es sei vielmehr das Ziel, dass die Mieten stabil blieben.













