Sebastian Steudtner zählt zu den besten Big-Wave-Surfern der Welt. Nach langer Verletzungspause hat er am Freitag in Portugal sein Comeback in bis zu 20 Meter hohen Wellen gegeben.
Menschen am Leuchtturm bei Nazaré beobachten einen Surfer am Praia do Norte, der eine Riesenwelle surft. Foto: Armando Franca/AP/dpa
Menschen am Leuchtturm bei Nazaré beobachten einen Surfer am Praia do Norte, der eine Riesenwelle surft. Foto: Armando Franca/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Was soll Sebastian Steudtner eigentlich noch abschrecken? Ein Surfausflug bei bis zu 20 Meter hohen Wellen im portugiesichen Nazaré jedenfalls nicht.

Bei diesen extremen Bedingungen hat der 36 Jahre alte Wellenreiter am Freitag sein Comeback nach langer Verletzungspause gefeiert.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sprach er im Anschluss an der portugiesischen Westküste über seine Gefühlswelt.

Herr Steudtner, Sie waren mehrere Monate verletzt und sind am Freitag bei extremen Wellenbedingungen wieder eingestiegen. Wie war es?

Mega. Das war einer der besten und grössten Tage der Saison, es hat sich mega gut angefühlt. Es war zwar nicht so gross und krass, wie wir uns das vorgestellt haben, aber …

Was heisst denn, es war «nicht so gross»? Wie hoch waren die Wellen denn?

So maximal um die 20 Meter vielleicht.

Ist ja jetzt auch nicht so klein. Waren Sie eigentlich nervös, als Sie ins Wasser gegangen sind? Gerade nach so langer Verletzungspause?

Eigentlich nicht. Ich gehe sehr nach Gefühl, ich habe einfach wieder das Gefühl für die Wellen gebraucht, habe also ein paar Wellen benötigt, um wieder reinzukommen. Ich habe mich die letzten Tage nur auf bis zu fünf Meter hohen Wellen vorbereitet. Und das ist ein Riesenunterschied, ob du auf fünf oder zwanzig Metern surfst, da hast du wahrscheinlich 60 km/h mehr drauf.

Sie hatten sich Ende Oktober den Fuss gebrochen und mussten operiert werden. Hat der Fuss diesen Wellen standgehalten?

Die Bedingungen waren super, super schwierig. Es war sehr viel Wind, sehr viel Unruhe im Wasser. Deswegen war es natürlich noch mal eine besondere Herausforderung für den Fuss und die Stabilität. Ich hatte einen Sturz, wo ich versucht hatte, in die Welle reinzufahren und einfach vom Brett geflogen bin, weil ich zu schnell war. Dann ging’s aber super. Mit jeder Welle ist es besser geworden. Ich habe eine richtig grosse Welle erwischt. Und das erste Mal wieder die Geschwindigkeit zu spüren, dieses Gefühl zu haben, ist voll geil. Das war echt ein mega Saisonabschluss.

 Sebastian Steudtner (36) gehört zu den besten Big-Wave-Surfern der Welt. In Steudtners Sport surfen die Wellenreiter Wellen, die zum Teil mehr als 20 Meter hoch sind. Sie werden dabei von einem Jetski in die Wellen gezogen. Steudtner hat bisher dreimal den wichtigsten Titel im Big-Wave-Surfen gewonnen.

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